Wirtin übernimmt traditionelles Restaurant

Im Militärgarten in Luzern bricht eine neue Ära an

Heidi Odermatt führt seit Anfang November das Restaurant Militärgarten in Luzern. (Bild: cbu)

Nur wenige Wochen nach der Schliessung öffnet das Restaurant Militärgarten in Luzern wieder. Doch müssen die Gäste nach dem Wechsel auf die Klassiker verzichten? Eher nicht, denn die neue Leitung legt grossen Wert auf «Miga»-Traditionen.

Für die Bevölkerung kam die Schliessung des Restaurant Militärgarten an der Horwerstrasse sehr überraschend. Am 17. Oktober gab die Remimag AG via Facebook und Website bekannt, das Traditionslokal per sofort zu schliessen und an die Eigentümer Franca und Werner Schwegler zurückzugeben (zentralplus berichtete).

Lange mussten die Fans des 1877 eröffneten Restaurants jedoch nicht warten. Die neu gegründete Mymiga AG unter der Leitung von Martin Koller und Jeannette Koller-Petermann hat sich des Lokals angenommen. Seit dem 4. November sind dessen Tore offiziell wieder offen. zentralplus hat sich aufgemacht, um einen Blick in das neu eröffnete Lokal zu werfen.

Über Umwege zum Militärgarten gekommen

Optisch bleibt im Militärgarten vieles beim Alten. Tische und Stühle konnten übernommen werden. Noch sind die Mittagsgäste nicht eingetroffen, trotzdem herrscht schon reger Betrieb. Uns kommt ein Handwerker entgegen, das Telefon klingelt mehrmals während unseres Besuchs. Mitten im Geschehen: Heidi Odermatt, die neue Gastgeberin im Restaurant Militärgarten.

Odermatt kam über Umwege zum Luzerner Traditionshaus: «Ich kenne Jeannette Koller-Petermann seit einigen Jahren», sagt sie. Koller-Petermann war selbst eine Zeit lang Geschäftsführerin im Militärgarten und mit dem Eigentümer-Paar in Kontakt geblieben. Heute sind sie und ihr Mann Gastgeber im Restaurant Sternen Muri bei Bern. Eine Adresse, an der Heidi Odermatt bis zur Übernahme des Militärgartens als Cheffe de Service tätig war.

Erstes eigenes Lokal für Heidi Odermatt

«Mein Traum war es schon immer, irgendwann ein eigenes Lokal zu führen», sagt Heidi Odermatt, die in Thun die Hotelfachschule absolviert hat. «Jeannette Koller-Petermann hat dann zwischen mir und den Eigentümern vermittelt und da wären wir jetzt», sagt sie gut gelaunt. Für Odermatt, die gerne Sport treibt und sich in der Natur aufhält, ist der Militärgarten ihr erstes eigenes Lokal.

«Uns ist es wichtig, dass der Militärgarten so bleibt, wie die meisten Luzerner ihn kennen – ein Traditionslokal.»

Heidi Odermatt, Gastgeberin

«Eine spannende und schöne Aufgabe. Aber ein bisschen ‹chribelets› natürlich schon.» Odermatt, die ihre Ausbildung in Nidwalden absolviert und auch schon in einigen hiesigen Lokalen gearbeitet hat, freut sich auf die neuen Herausforderungen.

Militärgarten-Traditionen bleiben gewahrt

Was können Gäste vom «neuen» Militärgarten erwarten? Vor allem viel Tradition und gutbürgerliche Küche. «Klassiker wie Geschnetzeltes, Schnitzel und Cordon bleu wird es weiterhin geben.» Auch auf die Pizzen mit verschiedenen Teigsorten müssen die Leute nicht verzichten. «Uns ist es wichtig, dass der Militärgarten so bleibt, wie die meisten Luzerner ihn kennen – ein Traditionslokal.»

Das zeigt sich auch in den Öffnungszeiten: Das Lokal hat an 365 Tagen geöffnet. Montag bis Freitag von 8 bis 23.30 Uhr und am Wochenende ab 9 Uhr bis ebenfalls 23.30 Uhr.

Einige neue Akzente wird Heidi Odermatt dennoch setzen. So will sie den Morgen im Militärgarten mehr beleben und hat dafür das «10ni-Kafi» ins Leben gerufen. Von 8 Uhr bis 10 Uhr können Gäste mit einem «Combo-Angebot» – ein Kaffee nach Wahl mit einem Gipfeli für fünf Franken – gemütlich in den Tag starten.

Das Team steht – grösstenteils

Heidi Odermatt konnte einen grossen Teil des bestehenden Teams übernehmen, einige neue Gesichter gibt es im Militärgarten trotzdem. In der Küche schwingt beispielsweise mit Ivan Romano ein neuer Küchenchef den Kochlöffel. Abgeschlossen ist die Personalsuche aber noch nicht. «Wir suchen noch einen Koch, Servicefachkräfte und für den Sommer möchten wir noch gerne Lehrlinge einstellen.»

Einfach dürfte die Suche nicht sein, die Gastro-Branche hat seit einiger Zeit ein Personalproblem (zentralplus berichtete). «Es ist eine schwierige Zeit», bestätigt auch Odermatt. «Aber sonst wäre es ja langweilig», fügt sie schmunzelnd hinzu.

Verwendete Quellen
  • Gespräch mit Heidi Odermatt, Gastgeberin
  • Website Restaurant Militärgarten
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