Gastronomie
Luzerner Restaurant mit eigenwilligem Konzept

Im «plant.» kommt Grünzeug auf den (langen) Tisch

Das Team hinter dem veganen Longtable: Tamara Riehemann, Frederik Labuschagne und Julia Krummenacher. (Bild: cbu)

In der Stadt Luzern öffnet in wenigen Tagen das Restaurant «plant.» seine Türe für Gäste, die offen sind für Neues. Denn das Konzept des «Longtable» gibt es in der Leuchtenstadt bisher kaum.

An der Bundesstrasse 21 in der Stadt Luzern wird es grün. Nicht nur, wenn man durchs Schaufenster ins Innere der Ladenfläche schaut, sondern auch in kulinarischer Hinsicht: «plant.» heisst das Lokal, das hier ab dem 16. Januar Gäste empfängt. Es fokussiert – getreu dem Namen – auf vegane Küche. Und auf ein spezielles Konzept: den «Longtable». Statt zahlreiche Tischgruppen gibt es im «plant.» nur einen grossen Tisch, an welchem 14 Personen Platz nehmen können.

Hinter dem neuesten veganen Restaurant (zentralplus berichtete) steht ein Gastrotrio. Da wäre einerseits der gelernte Architekt Frederik Labuschagne. Der gebürtige Südafrikaner kam 2018 nach längerer Zeit im Ausland zurück in die Schweiz und wollte seiner Kochpassion beruflich nachleben. «Meine Mutter führte ein eigenes Cateringbusiness, die Küche ist mir also nicht fremd», sagt er gegenüber zentralplus.

Das Zusammensein fördern

Einen Platz für seine Idee, alle Gäste an einen Tisch zu setzen, fand er 2020 in den Räumlichkeiten an der Bundesstrasse 21. Nebst der hier eingemieteten Designagentur «People's Factory» servierte Labuschagne einmal pro Woche vegane Fine-Dining-Gerichte. «Ein solches Konzept gibt es meines Wissens in Luzern sonst nicht», sagt Labuschagne.

«Seitens der Gäste braucht es eine gewisse Offenheit, sich mit fremden Menschen an einen Tisch zu setzen.»

Tamara Riehemann

Die Idee kam an, der Tisch wurde gut besucht. Hier kommen Tamara Riehemann und Julia Krummenacher ins Spiel. Die beiden Freundinnen waren im vergangenen Jahr zu Gast am Longtable – und sie waren von der Idee angetan. Beide waren schon früher in der Gastronomie tätig, kochten unter dem Namen «Koch&Löffel» nebenberuflich in zahlreichen grösseren und kleineren Locations in der ganzen Schweiz – mit einem ähnlich geselligen Konzept. «Seitens der Gäste braucht es eine gewisse Offenheit, sich mit fremden Menschen an einen Tisch zu setzen», sagt Riehemann. Die Erfahrungen und Rückmeldungen seien aber immer positiv gewesen.

Am langen Tisch im Restaurant «plant.» finden 14 Gäste Platz. (Bild: zvg)

«Tamara und ich hatten schon länger den Wunsch, ein eigenes Lokal zu haben», sagt Julia Krummenacher. Dass sie auf Frederik Labuschagne gestossen sind, der sein Angebot ausbauen wollte, sei ein Glücksfall gewesen. «Die Sterne standen günstig», ergänzt sie lachend. Die drei versuchten sich an einem Kochevent im «Neubad» und stellten fest: Das funktioniert.

Das Trio teilt sich die Geschäftsleitung, nimmt vor Ort aber andere Aufgaben wahr. Labuschagne kümmert sich um alles, was das Essen betrifft, Tamara Riehemann übernimmt die Gastgeberfunktion und Admin-Aufgaben, während sich Julia Krummenacher als zweite Gastgeberin auch um die Kommunikation kümmert.

Vegane Küche à la Weltenbummler

Kernangebot im veganen Restaurant sind vorerst die Longtable-Dinners. Von Donnerstag bis Samstag sollen jeweils abends bis zu 14 Gäste zu einem Viergangmenü samt Getränkebegleitung – wahlweise alkoholisch oder alkoholfrei – zusammenkommen. Kostenpunkt: 79 Franken pro Person für das Essen und einen Willkommensdrink.

Gekocht wird allerdings nicht vor Ort – aus Mangel an einer Küche in den Räumlichkeiten –, sondern ausserhalb in einer professionellen Gastroküche. «Vor Ort richten wir die Speisen nur noch an», so Labuschagne. In seinen Menüs soll sich sein Weltenbummlerdasein spiegeln. Asiatisch, mexikanisch, Naher Osten – Labuschagne verarbeitet verschiedenste kulinarische Einflüsse und setzt dabei auf saisonale Zutaten.

Platz und Pläne für mehr

«Wir lieben Grünzeug. Darum spielt Gemüse bei uns die Hauptrolle – in allen Farben und Formen», lautet die Devise. Ein klassisches Restaurant, wo Gäste nach Lust und Laune reinspazieren können, ist das «plant.» allerdings nicht. Dem Konzept geschuldet, kann man nur nach einer vorgängigen Reservation am Longtable Platz nehmen.

Der Longtable soll zwar das zentrale Element des Restaurants bleiben, die Zukunftspläne des Lokals gehen jedoch darüber hinaus. Ein Mittagsangebot, Take-away und Workshops – an der Bundesstrasse 21 soll im nächsten Halbjahr noch so einiges geschehen. Auch um die Ladenfläche besser zu nutzen und rentabler zu werden. Viel tiefer lassen sich Julia Krummenacher, Frederik Labuschagne und Tamara Riehemann aber noch nicht in die (Speise)Karte schauen.

Verwendete Quellen
  • Besuch vor Ort
  • Persönliches Gespräch mit Julia Krummenacher, Tamara Riehemann und Frederik Labuschagne
  • Website des Lokals
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