Nach einem Jahr schon wieder Schluss

Dieses Zuger Bergrestaurant sucht einen neuen Pächter

Das Restaurant Hintergeissboden ist ein Ganzjahresbetrieb und sucht eine neue Pächterin. (Bild: Korporation Zug)

Der Wirt des Restaurants Hintergeissboden möchte altershalber aufhören. Die Besitzerin des Lokals ist nicht sicher, wann sie neue Pächter finden wird.

Das Restaurant Hintergeissboden auf dem Zugerberg sucht nach etwas mehr als einem Jahr wieder einen neuen Pächter. Das ist der Website der Korporation Zug zu entnehmen, welcher das beliebte Ausflugsrestaurant gehört. Die Suche nach einer neuen Wirtin, so erzählt Korporationsschreiber Daniel Schwerzmann auf Anfrage, werde wohl anspruchsvoll.

Seit März vergangenen Jahres war Edwin Marty der Wirt des «Hintergeissboden». Er übernahm das Restaurant von Manuela Pally, für die Marty zuvor als Koch arbeitete. Pally hörte unter anderem auf, weil ihr die Herausforderung des anhaltenden Personalmangels zu viel wurde. Bereits damals gestaltete sich die Suche nach einer neuen Pächterin für die Korporation Zug harzig. Sie inserierte schweizweit, erhielt jedoch keine einzige Bewerbung (zentralplus berichtete).

Ein absehbarer Abgang

Als Marty im vergangenen Jahr dann doch die Pacht für den «Hintergeissboden» übernommen hätte, hätte die Korporation aufgrund des hohen Alters von Marty bereits gewusst, dass dies wohl kein Arrangement für die Ewigkeit sein würde, wie Daniel Schwerzmann sagt. Marty war bereits damals über dem Pensionsalter.

Das Restaurant würde indessen nicht von heute auf morgen schliessen, versichert Schwerzmann. Marty habe der Korporation gegenüber seinen Wunsch geäussert, kürzertreten zu wollen. Er sei aber flexibel. «Wenn wir jemanden finden, hört er auf», sagt Schwerzmann. Das könne morgen sein – oder in einem halben Jahr.

Auf Bewährtes vertrauen

Die Korporation gestaltet ihre Suche nach einer neuen Wirtin oder auch einem neuen Wirtspaar trotz des relativ bescheidenen Rücklaufs bei der letzten Ausschreibung in einer ersten Phase nicht komplett anders. «Da kann man das Pulver nicht neu erfinden», erklärt Schwerzmann.

«Selbst im Tal haben sie damit Probleme. Bei uns auf dem Berg ist es nochmals kniffliger.»

Daniel Schwerzmann, Korporationsschreiber der Korporation Zug

Die Korporation vertraut vor allem auf Inserate. Sie werde jetzt in den handelsüblichen Fachzeitschriften und Onlineforen Annoncen aufschalten. Und auf Mund-zu-Mund-Propaganda vertrauen, so Schwerzmann.

Im Tal dieselben Schwierigkeiten

Viele Restaurants hätten zur Zeit Mühe, Pächter zu finden, erklärt der Korporationsschreiber im Hinblick auf die anstehenden Monate. Dem «Hintergeissboden» würde es da nicht anders ergehen, erklärt der Korporationsschreiber. «Selbst im Tal haben sie damit Probleme. Bei uns auf dem Berg ist es nochmals kniffliger.»

Schwerzmann hat dabei etwa das Restaurant Sonne in Hagendorn im Kopf, welches seit einer Weile geschlossen ist und mit Inseraten darauf aufmerksam macht, dass es zu haben wäre. Oder das Restaurant Pfaffenboden, für welches die Korporation Walchwil zurzeit einen neuen Pächter auszumachen versucht (zentralplus berichtete).

Platz für hundert Hungrige

Anstrebenden Pächterinnen würde mit dem «Hintergeissboden» ein Ganzjahresbetrieb erwarten, wie der Ausschreibung auf der Website der Korporation zu entnehmen ist. Das Restaurant bietet im Innenraum Platz für 50 Gäste und hat zudem eine Gartenwirtschaft, welche nochmals ungefähr 50 Leute beherbergen kann.

Das Restaurant, welches sich in einem Wander- und Naherholungsgebiet befindet, lockt künftige Wirte zudem mit einer 4,5-Zimmer-Wohnung im Haus. Bei der letzten Ausschreibung vor etwas mehr als einem Jahr belief sich der monatliche Pachtzins auf 3000 Franken.

Den Optimismus hat Schwerzmann derweilen nicht verloren. Er betont: «Vielleicht haben wir ja Glück.»

Verwendete Quellen
  • Telefonat mit Daniel Schwerzmann, Korporationsschreiber der Korporation Zug
  • Website der Korporation Zug
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