«Sinnvoll Gastro» übernimmt

Die letzten drei Mövenpick-Restaurants sind in Krienser Hand

Das Mövenpick-Restaurant an der Luzerner Pilatusstrasse. (Bild: zvg)

Das Krienser Unternehmen «Sinnvoll Gastro» übernimmt die letzten drei Schweizer Mövenpick-Restaurants. Für Mövenpick-Fans soll vieles bleiben, wie es ist – aber nicht alles.

Im Luzerner Mövenpick-Restaurant an der Pilatusstrasse stehen Schweizer Klassiker wie Kalbsbratwurst und Riz Casimir genauso auf der Karte wie günstige Pouletflügeli à discrétion und Rindstatar. Jetzt wechselt der Betreiber, und Luzernerinnen fragen sich, was sich verändern wird.

Per Ende April übernimmt das Gastronomieunternehmen «Sinnvoll Gastro» die verbliebenen drei Mövenpick-Restaurants in der Schweiz. Das schreibt die junge Krienser Firma am Dienstag in einer Medienmitteilung. Es handelt sich um die «Brasserie Baselstab» in Basel, das Mövenpick-Restaurant in Chiasso und das Mövenpick-Restaurant an der Pilatusstrasse in Luzern.

Übernahme in nur drei Wochen

Für «Sinnvoll Gastro» ist die Übernahme ein absolutes Novum. Denn bisher führte das Unternehmen nur Betriebe in der Zentralschweiz. Insgesamt vierzehn verschiedene Hotels und Restaurants – unter anderem das Restaurant «grottino1313» in Luzern, das Hotel Restaurant Kaiserstuhl am Lungernsee oder das Hotel Wetterhorn am Hasliberg – gehören zum Portfolio.

«Wir hatten eine Vorlaufzeit von drei Wochen vom ersten Kontakt bis zum Vertragsabschluss.»

Reto Aregger, Geschäftsführer «Sinnvoll Gastro»

Die Übernahme der Mövenpick-Restaurants sei kurzfristig entschieden worden, erzählt der Geschäftsführer Reto Aregger auf Anfrage von zentralplus. Es sei bekannt gewesen, dass Mövenpick nach Nachpächtern sucht – «Sinnvoll Gastro» habe sich daher gemeldet. «Wir hatten eine Vorlaufzeit von drei Wochen vom ersten Kontakt bis zum Vertragsabschluss.»

In dieser Zeit hätte sich sein Team mehrfach mit Mövenpick-Mitarbeitenden getroffen und erklärt, wie es die Restaurants weiterführen will. Am Ende konnten sich die Krienser gegen diverse Mitbewerber durchsetzen, so Reto Aregger. «Wir sind sehr froh, dass wir den Zuschlag erhalten haben.»

«Sinnvoll Gastro» wächst

Wie viel «Sinnvoll Gastro» als neue Pächterin zahlt, dürfe der Geschäftsführer nicht sagen. Auch über die finanzielle Lage der drei Schweizer Mövenpick-Restaurants möchte er nicht sprechen. «Wir haben selbstverständlich die Geschäftsbücher eingesehen. Darüber darf ich aber keine Auskunft geben.»

Was dagegen klar ist: Die Restaurants werden nicht umbenannt. Und auch die Menüs bleiben bis auf «punktuelle Anpassungen» gleich. Veränderungen werde es vorerst nur im Bereich der Administration geben. Zukünftig will «Sinnvoll Gastro» gemeinsam mit dem Team herausfinden, was noch verändert werden könne. Auch alle Mitarbeitenden sollen übernommen werden.

«Wir verfolgen eine Wachstumsstrategie. Etwa alle zwei Jahre hat ‹Sinnvoll Gastro› einen weiteren Betrieb aufgenommen.»

Reto Aregger

Der Schritt der Krienser auf das nationale Parkett geschieht nicht von ungefähr. «Wir verfolgen eine Wachstumsstrategie. Etwa alle zwei Jahre hat ‹Sinnvoll Gastro› einen weiteren Betrieb aufgenommen», sagt Reto Aregger. Im Wochentakt kämen Anfragen von Betrieben, die sie pachten oder übernehmen könnten.

Besonders dezentrale Betriebe seien schwierig zu führen, erklärt der Geschäftsleiter. Solche Orte könnten von den Synergien, die «Sinnvoll Gastro» bietet, profitieren. «Wir haben eine eigene Produktionsküche, in der wir grössere Menge vorbereiten können – das ist häufig eine grosse Entlastung für das Küchenpersonal.»

Mövenpick Restaurants kaum mehr vertreten

Mövenpick-Restaurants gibt es in der Schweiz seit 1948. Das Konzept ist erstklassiges Essen zu einem erschwinglichen Preis. Von Zürich breiteten sich die Restaurants über das ganze Land aus und später bis nach Deutschland. Seit Beginn der 2000er Jahre schlossen jedoch immer mehr Standorte – heute gibt es in der Schweiz noch drei und in Deutschland zwei Mövenpick-Restaurants.

Marché International, Feinkost, Wein: Über die Jahre hat sich der Konzern Mövenpick stark diversifiziert. Im Jahr 2020 wurden die Unternehmensbereiche dann getrennt und in selbstständige Firmen überführt. Andere Bereiche wie das Glace und die Hotels verkaufte der Konzern bereits früher an andere Unternehmen. Die Mövenpick Holding AG hat ihren Sitz aktuell in Baar und befindet sich gemäss «NZZ» auf «Schrumpfkurs».

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4 Kommentare
  • Profilfoto von Müller
    Müller, 06.05.2023, 16:49 Uhr

    Ich kann mich Herrn Estermann nur Anschliessen, meine Golden Zeit Erlebte ich im Mövenpick Grendel,, ende Anfang 80jger, am Abendverkauf standen die Gäste weit bis hinaus aufs Trottoir. Dank eines Geschäftsführer kam ich nach Bern ins Mövenpick Wächter. Dort waren unter anderem Lukas Amman zu Gast, und Herr Prager kam des Öfteren Dies Zeiten sind vorbei und mehrere Gastro Ketten haben mit Erfolg gut Florierende Gastros zu Grunde gemacht Leider.,

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  • Profilfoto von Marie-Françoise Arouet
    Marie-Françoise Arouet, 03.05.2023, 08:56 Uhr

    „Das Konzept ist erstklassiges Essen zu einem erschwinglichen Preis.“ Vielleicht 1948. Heute ist es lieblose Convenience schwer überteuert.

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    • Profilfoto von LD
      LD, 03.05.2023, 10:30 Uhr

      Sinnvoll wird mit der Zeit seinem Namen gerecht werden und einige Steine umdrehen.

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    • Profilfoto von Hannes Estermann
      Hannes Estermann, 04.05.2023, 09:14 Uhr

      Geehrter Hr.Bitterli …muss Ihnen ohne Abstriche voll Recht geben.
      Wenn ich nur an den Baselstab am Marktplatz in Basel retour denke. Als dieser Betrieb noch Ende der 50 er Jahre von einem qualifizierten Wirte Ehepaar geführt wurde und ich ihn mit den heute wenigen noch bestehenden Mövenpicks vergleiche, kann ich keine Freude haben.
      Heute getraue ich nicht»-Eingeweihten» kaum mehr zu sagen, dass ich dort die Kochlehre absolvierte. Uns standen anschliessend quasi alle Türen offen im In- und Ausland. Der mehrheitliche Teil der damaligen Lehrlinge machten einen sehr erfolgreichen Berufsweg, sofern Alkoholismus dies nicht selten all zu früh stoppte. Meine persönliche Vermutung: heute profitieren die noch wenigen ehemaligen Ueli Prager Betriebe vom ehem. guten Firmennamen.
      Es darf dabei nicht vergessen werden – die heutig vielfach kulinarisch anspruchslose Kundschaft – incl. Geiz ist Geil Mentalität – trägt ihren Teil zum Niedergang bei, auch bei vielen einst bestens geführten Betrieben in Stadt und Land.

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