Gastronomie
Nach exakt 100 Jahren

Ära geht zu Ende: Restaurant «Neuhof» in Kriens schliesst

Geht nach 100 Jahren Betrieb in den vorläufigen Ruhestand: das Restaurant Neuhof in Kriens. (Bild: zvg)

Das Restaurant Neuhof an der Obernauerstrasse in Kriens ist seit Jahrzehnten ein kultiger Treffpunkt. Nun blickt die Beiz einem vorläufigen Ende entgegen. Ein Requiem.

Von aussen wirkt es unscheinbar, das Restaurant Neuhof an der Obernauerstrasse 22 in Kriens. Neben dem Schappe Center, das nur einen Fussgängerstreifen entfernt liegt, geht das Lokal an der Hauptstrasse fast etwas unter. Und doch könnten die Mauern des vierstöckigen Hauses mit der hellgelben Fassade und den dunklen Fensterrahmen im Erdgeschoss wohl so manche Geschichte erzählen.

Denn das Haus wurde 1923 gebaut und seither als Wirtshaus geführt. Aktuell amtet hier das Wirtepaar Daniela Schürmann-Simioni und Thomas Häfliger. Im Sommer 2017 haben sie den Neuhof als Quereinsteiger übernommen und mit monatlichen Ländleranlässen – der «Urmusig» – und Jassabenden eine traditionelle Gastronomie gelebt und zelebriert, wie sie heute nur noch selten anzutreffen ist (zentralplus berichtete).

Gehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge: das Wirtepaar Daniela Schürmann-Simioni und Thomas Häfliger. (Bild: zvg)

Neuhof stand im Mittelpunkt der Krienser Fasnacht

Auch während der Krienser Fasnacht stand der historische Neuhof jeweils im Mittelpunkt des Geschehens. «Das Restaurant war schon immer eine Krienser Traditionsbeiz. Eine beständige Konstante im Krienser Leben», erzählt Inhaber Alois Keiser auf Anfrage.

Alois Keisers Eltern – bekannt von der «Unterlauelen» im Eigenthal – haben das Haus 1981 gekauft und betrieben damit zwei Kult-Restaurants. 2005 hat Alois Keiser den Neuhof seinen Eltern abgekauft und verpachtet. Die Unterlauelen wird heute von Alois Keisers Bruder Christoph Keiser und seiner Familie betrieben.

Grosse Sanierungsarbeiten stehen an

Im Jahr 2023, exakt hundert Jahre nach der Eröffnung des Restaurants Neuhof, kommt der Beizen-Betrieb zu einem Ende. «Mit einem lachenden und einem weinenden Auge haben wir uns dazu entschieden, den Pachtvertrag nicht zu verlängern», erläutert das Wirtepaar. «Ende Jahr hören wir auf und nach einem grossen Flohmarkt geben wir den Betrieb Ende Januar 2023 dem Eigentümer ab». 

Im hundertjährigen Haus stehen grosse Sanierungsarbeiten an. Dabei soll die Haustechnik an heutige Standards angepasst werden. Und das braucht seine Zeit. «Die Sanierungsarbeiten dauern schätzungsweise bis 2025», so Keiser. Eine Zwischennutzung ist in der Zeit nicht vorgesehen. Unklar ist auch noch, wie es mit dem frisch sanierten Neuhof dereinst weitergehen wird. Gewerbefläche soll er gemäss Alois Keiser bleiben – vielleicht aber kein Restaurant.

Verwendete Quellen
  • Medienmitteilung Restaurant Neuhof
  • Telefongespräch mit Alois Keiser, Inhaber
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