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Gastro-Jungspunde wollen «Knelle» zu schicker Bar ummodeln
  • Regionales Leben
Florian Krauer, Geschäftsführer und Co-Barchef in der neuen Bar Zur Freiheit (Bild: Gian Waldvogel)

Luzern: Freie Schweiz wird aufgehübscht Gastro-Jungspunde wollen «Knelle» zu schicker Bar ummodeln

3 min Lesezeit 1 Kommentar 02.12.2016, 21:04 Uhr

Das ehemalige Restaurant zur Freien Schweiz an der Neustadtstrasse bekommt neue Besitzer. Drei Luzerner eröffnen am 7. Dezember die Bar «Zur Freiheit». Der Geschäftsführer und Co-Barchef ist sowohl für Live-Bands als auch Barbecues im Sommer zu haben. Bleibt dabei der Geist der Traditionsbeiz erhalten?

Die drei Kollegen Florian Krauer, Joel Van Eck und Dominik Stäger werden am nächsten Mittwoch eine neue Bar an der Neustadtstrasse eröffnen. Sie übernehmen die Räumlichkeiten des ehemaligen Restaurants zur Freien Schweiz, das im August 2016 dicht machte (zentralplus berichtete). Ermutigt wurden die neuen Betreiber von den Besitzern des Madeleine an der Baselstrasse.

Alle drei haben bereits Erfahrung in der Luzerner Party-Szene. Dominik Steger ist Geschäftsführer im ROK Klub und Joel Van Eck ist als Elektro-DJ unterwegs. Auch Krauer ist kein unbeschriebenes Blatt. Er arbeitete in der Luzerner Event- und Gastroszene in einer Eventagentur, die unter anderem für das Casineum und das Grand Casino Luzern exklusive Mandate betreut. Zuletzt arbeitete Krauer im Hive in Zürich. «Wir drei sind im Luzerner Nachtleben gut integriert, unser Netzwerk werden wir natürlich nutzen», so Krauer.

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«Fusion von alt und neu»

Die neuen Barbesitzer haben den Mietvertrag von René Luternauer übernommen. Der Wirt des ehemaligen Restaurants zur Freien Schweiz sei laut Krauer sehr wichtig gewesen in der Übergangsphase. «René ist natürlich eine Legende in der Gastroszene und der Austausch mit ihm ist sehr positiv.» Es werden einzelne Inventarstücke von Lutenauer übernommen und in die neue Bar integriert. «Man sieht, dass hier noch alte Möbel drin sind, die Bar ist eine Fusion zwischen Altem und Neuem.» Die Kosten für den Umbau inklusive Erstbeschaffung der Getränke und Mietzinsdepot beziffert er auf weniger als 50’000 Franken.

 

Die neue Bar befindet sich noch im Umbau, als zentralplus vorbeischaute.

Die neue Bar befindet sich noch im Umbau, als zentralplus vorbeischaute.

(Bild: Gian Waldvogel)

Das alte Restaurant bot Platz für jedermann. Gibt’s jetzt einen Hipster-Schuppen? Krauer widerspricht nicht, dass mit der neuen Bar vor allem ein jüngeres Publikum angesprochen wird. Er ist von der Lokalität überzeugt: «Der Standort verdient eine gute Bar.» Der neue Beizen-Name «Zur Freiheit» sei durchaus als Referenz zur Traditionsbeiz zu verstehen, allerdings weniger stigmatisiert: «Wenn die Leute in Luzern an die Freie Schweiz dachten, wurde es oft mit einem lauten Diskussionsstammtisch in Verbindung gebracht.»

Auftritte von Live-Bands und Barbecues im Sommer

Das grosse Wort «Freiheit» passe aber sehr gut zum neuen Konzept: «Es soll gemütlich, entspannt sein bei uns.» Krauer ist offen und lässt sich viele Freiheiten in der konkreten Ausgestaltung und Programmierung des neuen Lokals. Man werde am Anfang nur Flüssiges servieren, die Kücheninfrastruktur bleibe jedoch weiterhin bestehen. In der Startphase gehe es aber erstmal darum, den Laden zum Laufen zu bringen und gute Drinks zu servieren. Danach sieht Krauer viele verschiedene Möglichkeiten: Vorstellbar sind Auftritte von Live-Bands oder im Sommer Barbecues auf der grossen Terrasse.

Und was wird an der Bar serviert? Geplant sind saisonale Drinks, welche die aktuelle Jahreszeit berücksichtigen und mit regionalen Zutaten hergestellt werden. Es ist geplant, dass immer wieder neue Drinks den Weg auf die Karte finden. Krauer ist nicht nur Geschäftsführer, zusammen mit dem erfahrenen Bar-Chef Viktor Bildstein von der Zürcher Beiz Kauz wird er die Bar auch gleich selbst schmeissen.

Jetzt kommt der Schlussspurt

Am Eröffnungsevent am nächsten Mittwochabend erwartet Krauer viele Freunde und Bekannte, die während des Umbaus tatkräftig mitgeholfen haben. «Jetzt wollen wir unseren Unterstützern auch etwas zurückgeben. Wir freuen uns auf einen lockeren Abend und auf das Gespräch mit unseren Gästen bei einem feinen Drink.»

Seit November sind Krauer und seine Leute mit dem Umbau beschäftigt. Jetzt kommt der Schlussspurt: «Mich erwarten noch ein paar Nachtschichten, bevor wir am Mittwoch offiziell eröffnen.»

So sah das Restaurant zur Freien Schweiz vor seiner Schliessung von aussen aus.

So sah das Restaurant zur Freien Schweiz vor seiner Schliessung von aussen aus.

(Bild: lru)

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1 Kommentare
  1. Tony Lauber, 12.12.2016, 17:39 Uhr

    Dass besagte «Jungspunde» das traditionelle Luzerner Restaurant zur Freien Schweiz übernommen haben, freut mich an sich. Ob allerdings die bisherigen Stammgäste, denen die gute Stube an der Neustadtstrasse ein Stück Heimat war, weiterhin willkommen sind, wage ich zu bezweifeln. Zu alt, zu wenig hipp.
    Ironische Begleiterscheinung: Mit der Namensänderung «Zur Freiheit» machen die Betreiber Walter Grüter, Felix Müri, Toni Brunner und anderen aufrechten Patrioten eine grosse Freude, heisst doch Tonis Beiz im Toggenburg genau so. Freude herrscht, so kommt die lokale SVP zu einem neuen Stammlokal!