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Ganzer Finanzbereich soll nach Rotkreuz
  • Gesellschaft
190 Studenten sollen zusätzlich nach Rotkreuz kommen, da auch die Vertiefungsrichtungen hier angeboten werden. (Bild: zvg )

Hochschule Luzern Ganzer Finanzbereich soll nach Rotkreuz

4 min Lesezeit 12.03.2015, 17:37 Uhr

Die Studienplätze verdoppeln sich mit diesem Entscheid: Nicht nur die bisherigen Angebote des Instituts für Finanzdienstleistungen sollen nach Rotkreuz, sondern auch die anderen Vertiefungsrichtungen des Finanzbereichs. Das sei ein inhaltlicher Entscheid, sagt der Direktor der HSLU. Jetzt steht dem Projekt nur noch eine Hürde im Weg.

Nicht nur die Weiterbildungen, die bislang am IFZ in Zug angeboten wurden, sollen nach Rotkreuz zügeln: Die ganzen Vertiefungsrichtungen der Bachelor und Masterstudiengänge des Finanzbereichs sollen ebenfalls nach Rotkreuz verlegt werden. Das teilte die Hochschule Luzern (HSLU) in einer Medienmitteilung mit. Diese Bereiche waren zuvor in Luzern stationiert. Damit werde der Standort in Rotkreuz zu einem Informatik- und Finanzcampus (zentral+ berichtete). Nur das generalistische Basisprogramm soll in Luzern bleiben.

Die Leitung des Departements Wirtschaft habe in einem strategischen Richtungsentscheid beschlossen, das gesamte thematische Leistungsangebot des IFZ (Banking & Finance, Controlling & Accounting, Immobilien) am neuen Standort zu konzentrieren. Bisher waren vor allem Weiterbildungsangebote, aber lediglich ein kleinerer Teil des Bachelor- und Masterstudiums im Kanton Zug angesiedelt, schreibt die HSLU. 2019 soll diese Aufsplittung ein Ende finden und in Rotkreuz ein eigentlicher «Finanzcampus» entstehen: Die Studienrichtungen des IFZ, Weiterbildungen, sowie Dienstleistungen und Forschungsaktivitäten im Bereich Finance würden dann aus einer Hand angeboten.

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«Entscheidung der Zuger Politik»

Zahlenmässig sieht das so aus: «160 Studienplätze sind jetzt schon am IFZ in Zug, 190 Studienplätze werden aus Luzern nach Rotkreuz zügeln», sagt Markus Hodel, der Rektor der Hochschule Luzern. Ist dieser Entscheid ein Zugeständnis an die Zuger Politik? «Nein, der Standort Luzern ist und bleibt sehr gross. Die Verlagerung nach Rotkreuz zielt auf die Bündelung des Bereichs Finance, seine inhaltliche Verknüpfung mit der Informatik und betriebliche Synergien ab.»

Ob der Wechsel vom generalistischen Basisprogramm in Luzern in die Vertiefungsrichtungen nach Rotkreuz für die Studenten keine Hürde bedeute? «Nein, es liegt alles nahe beieinander, und der Standort Rotkreuz liegt direkt beim Bahnhof. Zudem ist das Wirtschaftsdepartement bereits jetzt schon auf mehrere Standorte verteilt. Der Umzug erfolgt erst 2019, aktuell Studierende sind nicht betroffen.»

Dass die HSLU in Rotkreuz die Finanzbereiche und das Departement Informatik räumlich zusammenführt, ist nicht unbestritten (zentral+ berichtete): Ein Verein kämpft dafür, dass das IFZ in der Stadt Zug verbleibt. Hodel sagt dazu: «Es ist für das IFZ eine grosse Chance, dass das IFZ nicht länger auf 2 Standorte verteilt ist und nun in Rotkreuz konzentriert wird.» Für den Campus in Rotkreuz ist eine Anpassung im Richtplan notwendig, darüber muss der Zuger Kantonsrat noch befinden. Ob er sich dabei Sorgen mache? «Das ist eine Entscheidung des Zuger Parlaments.»

«Richtungsweisender Entscheid»

Für die HSLU ist die Sache allerdings klar: «Mit der Konzentration des Leistungsangebotes an einem Standort wird das IFZ gestärkt – inhaltlich, aber auch in seiner Wahrnehmbarkeit von aussen», sagt Xaver Büeler, Direktor des Departements Wirtschaft. «Dieser richtungsweisende Entscheid, neben dem Hauptsitz in Luzern nun in Rotkreuz ein starkes zweites Standbein aufzubauen, wird von allen Instituten getragen, vom IFZ ebenso wie von jenen, die in Luzern angesiedelt sind», betont Büeler.

Die Planungsarbeiten der Hochschule Luzern für den Campus Rotkreuz gingen zügig voran, schreibt die HSLU. Die Departemente Informatik und Wirtschaft hätten definiert, welche Studiengänge und übrigen Leistungen in Rotkreuz angeboten werden sollen. Aus der Angebotsplanung lasse sich ableiten, welche Anforderungen das neue Hochschulgebäude erfüllen müsse und welchen Raumbedarf die beiden Departemente haben werden. Rechnet man hier auch mit Wachstum? «Es ist schwierig, das Wachstum zu prognostizieren, aber wir rechnen mit einem gewissen Wachstum.» Dass der Standort Rotkreuz noch weitere Angebote der Hochschule Luzern übernehmen soll, ist aber kein Thema: «Das ist nicht geplant.»

Ins finale Gebäude einziehen

Während das Informatik-Departement bereits im nächsten Jahr auf dem Suurstoffi-Areal in Rotkreuz ein Provisorium bezieht, wird das IFZ 2019 in das gemeinsame definitive Gebäude nach Rotkreuz übersiedeln. Der Fachhochschulrat, der Konkordatsrat und die Zuger Regierung votierten im vergangenen Herbst für diesen Standort, weil er sich im Zentrum der Zentralschweiz befindet, weil das direkt am Bahnhof gelegene Areal nicht nur für den öffentlichen, sondern auch für den Individualverkehr hervorragend erschlossen ist und weil die dynamische Entwicklung des Quartiers und der Gemeinde grosses Potenzial bietet, so die HSLU.

Hoffnung auf Synergien

Mit dem Standort Rotkreuz werde sich die Präsenz und auch die Sichtbarkeit der HSLU im Kanton Zug markant erhöhen. Die Departemente Informatik und Wirtschaft würden die nächsten vier Jahre nutzen, um die gemeinsame Zukunft sorgfältig zu planen.

«Für einen gemeinsamen Standort sprechen Synergien in der Nutzung administrativer Dienstleistungen und Infrastruktur», erläutert Markus Hodel, Rektor der Hochschule Luzern. «Die Bevölkerung und die Politik erwarten von uns einen haushälterischen Umgang mit Steuergeldern.» Wenn Informatik- und Finanzfachleute unter einem Dach lernen, lehren und forschen, seien jedoch auch Impulse für Disziplinen übergreifendes Arbeiten zu erwarten – neben vielen anderen Branchen sei gerade der Bankensektor auf innovative und vor allem sichere IT-Lösungen angewiesen.
«Auf dem Campus Rotkreuz sollen Finanz- wie Informatikfachleute ihre eigenständige Kultur pflegen können», betont Markus Hodel. «Gleichzeitig sollen sie die Chance nutzen, innovative Kooperationen einzugehen und sich so ein einzigartiges Profil schaffen. Dies ist die beste Voraussetzung für einen überregionalen Erfolg.»

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