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Für was könnte man das Gütschbahn-Trassee gebrauchen?
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November: Luzern beteiligt sich an den Kosten der Gütsch-Bahn. Die Stimmberechtigten lehnen das Referendum von CVP und FDP ab. (Bild: standseilbahnen.ch / Markus Seitz)

Vorschläge zur Zwischennutzung Für was könnte man das Gütschbahn-Trassee gebrauchen?

4 min Lesezeit 18.04.2014, 05:00 Uhr

Seit sechs Jahren steht die Gütschbahn nun still. Und offenbar wird sich auch in Zukunft nicht mehr viel tun auf dem Bahngelände. zentral+ hat deshalb ein wenig Fantasie walten lassen. Die Redaktion präsentiert hier Vorschläge zur Zwischennutzung des Trassees – die nicht ganz ernst gemeint sind. Viel Spass.

Es war vor langer Zeit, am 21. April 2008, abends um 23:30 Uhr, als das Luzerner Gütsch-Bähnli zum letzten Mal gemächlich den Berg runter rollte. Dann wurde der Betrieb eingestellt. Seither stehen die zwei Geleise und die Gerippe der Berg- und Talstation einfach so da, nur um sich langsam von Moos und Sträuchern überwuchern zu lassen.

Auf politscher Ebene gab es über die vergangengen sechs Jahre ein unsägliches Hin und Her zwischen Hotelbesitzern und Stadtrat: provisorische Baupläne, Abbruch, Ultimatum, Verwirrung um Finanzierung, Schlagzeilen. Wird das Bähnli je wieder fahren? Man weiss es nicht. Aber es wird Zeit, dass endlich etwas geht.

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Unsere Redaktion machte sich deshalb Gedanken, wie man das stillgelegte Bahngelände «sinnvoll» nutzen könnte. Praktisch veranlagt, ohne Wehmut über frühere Zeiten und in weiser Voraussicht, dass es bis zur Inbetriebnahme wahrscheinlich noch Jahre geht, präsentiert zentral+ einige Vorschläge zur Zwischennutzung. Die Szenarien sind durchaus denkbar, aber nicht ganz ernst gemeint.

Die Spielplatz-Lösung

Die erste zündende Idee: Die Stadt hat ja bekanntlich kein Geld mehr für den Unterhalt von teuren Spielplätzen. Nun bauen Eltern und Kinder gemeinsam, vielleicht in einem von Quartiervereinen koordinierten Projekt, eine ultimative Kügelibahn in das abschüssige Gelände. Das Gefälle am Gütschhang beträgt dafür gute 50 Prozent. Es entsteht ein Spielplatz der Extraklasse für die nächsten paar Jahre. Vielleicht sogar die längste Kügelibahn der Welt?

Das Material für das grosse Gebastel ist günstig und einfach aufzutreiben. Es braucht reichlich Karton und ein paar dutzend Rollen wetterfestes Klebeband (nicht weit entfernt im von Moos Sport & Hobby erhältlich). Karton wäre ferner auch in den einzelnen Haushalten noch genügend vorhanden. Er wurde aufgrund der strengen REAL-Sammel-Regeln ja nur selten abgeholt.

Sicht von der Bergstation: Steile Fahrt nach unten.

Sicht von der Bergstation: Steile Fahrt nach unten.

(Bild: standseilbahnen.ch / Markus Seitz)

Ein zweiter Vorschlag aus der Kategorie «Spiel und Spass» ist, dass man zwischen den Schienen ein paar Klettergriffe befestigt. Hacken für die Karabiner können stabil in die Eisen eingeschweisst werden. Diese Outdoor-Kletterwand ist vom Schwierigkeitsgrad her für Anfänger geeignet und die 173 Meter bis nach oben sind eine ideale Trainingsstrecke. Nur ein paar Handgriffe sind nötig, und mit Helm und ein paar Seilen ausgerüstet, kann das Klettervergnügen beginnen.

Oder was wäre gegen eine tolle Wasserrutsche für den Sommer einzuwenden? Nichts. Sie wäre sogar ein idealer Ersatz für die 80 Meter lange Rutschbahn im Schwimmbad Zimmeregg, die für diesen Sommer ja leider nicht mehr zugänglich sein wird (zentral+ berichtete).

Natur pur und schönes Grün

«Urban Gardening» liegt im Trend momentan. Dem Zeitgeist entsprechend wäre den Städterinnen und Städtern im grünen Steilhang ausreichend Platz für ihre Gärtnerideen gegeben. Die Pflanzenwelt gedeiht neben den Geleisen schon jetzt prächtig und die Gewächse werden reichlich besonnt. Über die kommende warme Jahreszeit spriessen Tomaten sehr gut, oder auch schmucke Sonnenblumen sind fürs Erste pflegeleicht.

Die absolute Königsdisziplin in Sachen Gemeinschafts-Botanik wäre letzlich der Anbau von Reis. Dazu sind aber vorerst mehrere Terrassen zu bauen, über welche das Wasser hangabwärts fliessen kann. Eine asiatische Projektgruppe stellt dafür das nötige Knowhow zu Verfügung und nach der Ernte feiert die Baselstrasse ein grosses Volksfest. Der begehrte Luzerner Reis ist dann unter dem Label «Aus der Region. Für die Region» an den Lokalmärkten erhältlich.

Kultur mit speziellem Ambiente

Gemütliches Gemäuer. Die ausgehöhlte Talstation an der Baselstrasse.

Gemütliches Gemäuer. Die ausgehöhlte Talstation an der Baselstrasse.

(Bild: standseilbahnen.ch / Markus Seitz)

Apropos Essen: Die alten und urchigen Steinmauern der früheren Talstation bieten das besondere Flair für ein gemütliches Grotto. Zusätzlich braucht es nur ein paar Kerzen, sechs abgewetzte Tische und ungefähr zwei Dutzend Stühle. Den Barbetrieb könnten die Lokale gleich in der Nähe übernehmen, der Senti-Treff oder das Borsalino. Eine Anlage für die Musik wird das «Soundhouse» gegenüber zur Verfügung stellen. Und falls dann noch ein Fernseher aufgetrieben werden kann, stünde einem kleinen aber feinen Public-Viewing während der Fussballweltmeisterschaft nichts mehr im Wege. Hopp Schwiiz!

Rennen mit umgebauten Seifenkisten

Nun die Extremsportarten zum Schluss: Steht man oben an der Bergstation, wird einem schwindlig, so steil verschwinden die Geleise in der Tiefe. Für besonders Waghalsige sind deshalb die zwei parallel verlaufenden Geleise wie geschaffen für ein rasendes Duell mit umgebauten Seifenkisten. Man stelle sich vor; von 519 Meter über Meer auf 435 in weniger als zehn Sekunden. An der Talstation sind unbedingt ausreichend Luftpolster zu installieren.

Damit man die Seifenkisten schienentauglich kriegt, müsste man sie tiefer legen und verbreitern. Der Abstand zwischen den Schienen beträgt von Eisen zu Eisen 1,2 Meter. Und sehr wichtig ist nicht zuletzt: Gute Bremsen einbauen! Passende Räder können übrigens im Luzerner Verkehrshaus ausgeliehen werden. In der gläsernen Fassade findet sich ein vielfältiges Angebot.

Weitere Vorschläge zur Zwischennutzung des Gütschbahntrassees nimmt die Redaktion gerne entgegen. Als Fazit gilt für die bisher vorgestellten Ideen – ausser dem Klettern: Der Einbau einer einfachen Seilwinde wäre sinnvoll, um von unten wieder nach oben zu kommen. Denn Parkplätze sind vor dem Gütsch-Bähnli keine vorgesehen. Und der ÖV fährt nicht bis zum Hotel.

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