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«Für mich ist das eine absolute Sauerei»
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Vollenweider, Präsident der Schweizer Amateurfunker (rechts) teilt mit Auns-Präsident Lukas Reimann an der Olma sein Hobby. (Bild: www.willivollenweider.ch)

Willi Vollenweider tritt aus Zuger SVP aus «Für mich ist das eine absolute Sauerei»

3 min Lesezeit 22.07.2016, 17:05 Uhr

Willi Vollenweider ist am Mittwoch aus der SVP ausgetreten. Mit viel Getöse. Der parteilose Vollenweider sieht im Verhalten der Partei einen Verrat an den Wählern, wie er gegenüber zentralplus sagt. Damit verliert die Zuger Partei nicht nur ein Mitglied des Kantons- und des Grossen Gemeinderates, sondern auch den Präsidenten der als reaktionär geltenden Gruppe Giardino.

Als Präsident der Gruppe Giardino, einem Verein von Armeefreunden, wehrt sich Vollenweider gegen die Verkleinerung der Armee. Dies ist nun auch der Hauptgrund für seinen Austritt aus der SVP. In einer Mitteilung der Stadtzuger SVP werden «unterschiedliche Auffassungen bezüglich Wertehaltung, Fokussierung und Zielsetzungen der SVP in Bezug auf die nationale Sicherheit» genannt.

Mit dem Austritt aus der SVP Stadt Zug hat Willi Vollenweider ebenfalls den Austritt aus der SVP-Fraktion im Grossen Gemeinderat der Stadt Zug (GGR) erklärt. In der SVP-Kantonsratsfraktion ist Willi Vollenweider bereits seit anfangs 2015 nicht mehr Mitglied (zentralplus berichtete). Damit ist er auch generell aus der Schweizerischen Volkspartei SVP ausgetreten.

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Das Gegenteil des Parteiprogramms

zentralplus: Willi Vollenweider, Sie sind anfangs 2015 bereits aus der kantonalen SVP-Fraktion ausgetreten. Grund waren damals die Geschehnisse der Landammannfeier. Nun hat uns die Meldung erreicht, dass Sie aus der Gesamtpartei, und damit auch aus der städtischen Fraktion ausgetreten sind. Was sind die Hintergründe?

Willi Vollenweider: Mit der lokalen Politik hat dieser Entscheid grundsätzlich nichts zu tun. Vielmehr hat mein Austritt damit zu tun, dass die Mehrheit der SVP auf Bundesebene im März der Halbierung der Armee zugestimmt hat. Die SVP ist bekannt dafür, dass sie Werte wie Sicherheit hochhält. Für mich ist es eine absolute Sauerei, dass die SVP genau das Gegenteil davon macht, was eigentlich Parteiprogramm wäre. Das ist ein Verrat an der Wählerschaft.

«Das ist ein Verrat an der Wählerschaft.»

zentralplus: Die Abstimmung war am 18. März. Warum haben Sie Ihren Austritt aus der SVP erst vorgestern eingereicht?

Vollenweider: Ich habe gehofft, dass wir einige SVP-Sektionen mittels Referendum doch noch umstimmen könnten. Das ist uns zwar gelungen, aber leider nur in kleinem Masse. Die Referendumsfrist ist am 7. Juli abgelaufen.

«Ich bin nicht bereit, als Parteisoldat so zu stimmen, wie es die SVP-Obrigkeit vorgibt.»

zentralplus: Und da haben Sie befunden, dass es Ihnen jetzt reiche?

Vollenweider: Genau. Mir ist es viel wichtiger, meiner Wählerschaft gegenüber integer zu sein. Ich bin nicht bereit, als Parteisoldat so zu stimmen, wie es die SVP-Obrigkeit vorgibt. Mit dem Austritt kann ich mir meine Freiheiten bewahren.

zentralplus: Kam der Austritt für Ihre ehemaligen Parteikollegen überraschend?

Vollenweider: Nein. Die haben damit gerechnet. Die Diskussion über das Bundesprojekt der Armeehalbierung ist ja nicht neu. Darüber wurde bereits seit zwei Jahren diskutiert. Ich habe nicht nur auf lokaler, sondern auch auf Bundesebene immer offen diskutiert. Mein Missmut war den Leuten bewusst.

zentralplus: Gab es durch Ihren Austritt Querelen innerhalb der Stadtzuger SVP?

Vollenweider: Unsere Wege haben sich anständig und im Frieden getrennt. Krach gab es nicht, wenn auch einige lebhafte Diskussionen.

zentralplus: Sowohl die Stadtzuger als auch die kantonale SVP-Fraktion wünschen sich, dass Sie Ihre Ämter für ein Mitglied der Fraktion freigeben. Werden Sie stattgeben?

Vollenweider: Nein, ich werde als Parteiloser in meinen Ämtern bleiben. Das bedeutet für mich, dass ich ab jetzt freier reden kann. Und ich werde bestimmt das eine oder andere Mal nach vorne gehen und Dinge sagen, die der SVP-Fraktion nicht gefallen dürften. Aber wissen Sie, ich bin nicht mehr in einem Alter, wo ich auf eine politische Karriere angewiesen wäre. So kann ich meinem Gewissen entsprechend frei entscheiden, will ich bei diesem Verein dabei sein oder nicht. Und unter diesen Vorzeichen bin ich nicht dabei.

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