Für den FC Luzern beginnt die Belastungsprobe
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Nicht nur für die Mannschaft, sondern auch für das Trainerteam um Fabio Celestini ist die aktuelle Situation sehr herausfordernd. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Rotation ist weiterhin Trumpf Für den FC Luzern beginnt die Belastungsprobe

4 min Lesezeit 16.02.2021, 12:43 Uhr

Der FC Luzern feierte am Sonntag einen überzeugenden 4:0-Erfolg gegen einen bescheidenen FC Vaduz. Cheftrainer Fabio Celestini hatte in seiner Startelf wieder einmal kräftig rotiert, und das mit Erfolg. Doch Spieler wie auch Trainerteam spüren bereits die Tücken des dichten Corona-Spielplans.

Zum vereinbarten Interviewtermin mit zentralplus erscheint Fabio Celestini für einmal in Begleitung. Tochter Ariel darf heute ihrem Vater bei der Arbeit zuschauen, geduldig wartet sie, bis die vielen Fragen der Journalisten beantwortet sind.

Die meisten dieser Fragen drehen sich dabei um den nächsten Mittwoch. Um 18.15 Uhr spielen die Luzerner auswärts gegen den FC St. Gallen. Statistisch gesehen ein Lieblingsgegner der Zentralschweizer. Sieben der letzten zehn Duelle konnten sie für sich entscheiden.

Jetzt ist Rotieren angesagt

Mit Stefan Knezevic kehrt zudem ein Leistungsträger nach seiner Gelbsperre zurück. Ob er aber gleich wieder in der Startelf steht, lässt Celestini noch offen (zentralplus berichtete). Weiterhin fehlen wird allerdings Innenverteidiger Lucas Alves mit seiner Riss-Quetsch-Wunde.

Es wird deshalb gegen die St. Galler wieder mit Rotationen in der Luzerner Startelf gerechnet. Lorik Emini empfahl sich in seinen letzten beiden Spielen für mehr Einsatzminuten und auch Varol Tasars Formkurve zeigte in den letzten Partien nach oben.

FCL-Reservisten erhalten eine Chance

Rotieren wird man beim FCL aber nicht nur wegen bestehenden Verletzungen, denn es sollen auch weitere Verletzungen verhindert werden. Celestini betont immer wieder, dass er die ganze Breite des FCL-Kaders ausschöpfen will – und lässt seinen Worten auch Taten folgen.

«Zum Glück wissen die Spieler bereits, was ich von ihnen auf dem Feld verlange.»

Fabio Celestini, FCL-Trainer

In den letzten Spielen bekamen die Reservisten Marco Bürki, Simon Grether, Ibrahima Ndiaye und Silvan Sidler ihre Einsatzminuten, jeweils mit unterschiedlichem Erfolg (zentralplus berichtete).

Mit Mentalcoaching gegen die Müdigkeit

Für die Fussballer des FCL spielt in dieser intensiven Zeit aber nicht nur die körperliche Belastung eine Rolle, sondern auch die mentalen Strapazen. Ein Fussballspiel kostet viele Nerven, die Anspannung ist hoch. Über kurz oder lang kann das einen Spieler genauso auslaugen wie die physische Anstrengung.

Celestini versucht dem mit Mentalcoaching entgegenzuwirken: «Zum Glück wissen die Spieler bereits, was ich von ihnen auf dem Feld verlange, das Team zieht an einem Strick. Diese Gewissheit hatte ich beim aktuellen Kader bereits nach einem Monat.»

Neuer Fokus für den Chefcoach

Was im dicht gedrängten Spielplan aber abhanden kommt, ist die tägliche Arbeit im Training: «Die Spieler müssen sich während des Matches gegenseitig vertrauen können. Dieses Vertrauen holt man sich normalerweise auf dem Trainingsplatz», meint Celestini.

Dafür bleibt im dicht gedrängten Spielplan zwischen Regeneration und Matchvorbereitung wenig Zeit. Es spricht aber für die Arbeit von Celestini und seinem Team, wenn der neuverpflichtete Jordy Wehrmann nahtlos in die Startelf des FC Luzern rutscht.

Celestini bestätigt gegenüber zentralplus seinen veränderten Coaching-Fokus: «Meine Hauptaufgabe ist es momentan, den Zusammenhalt der Mannschaft zu stärken.»

Belastungstest auch für das Trainerteam

Die mentale Belastung ist aber nicht nur für die FCL-Spieler hoch, auch das Trainerteam des FCL ist im Dauereinsatz. Kaum ist ein Spiel absolviert, muss Celestini mit seinen beiden Assistenztrainern Claudio Lustenberger und Genesio Colatrella die FCL-Spieler auf den nächsten Gegner vorbereiten.

«Wenn du im Fussballbusiness tätig bist, ist der Fussball die Nummer eins und die Familie an zweiter Stelle.»

Fabio Celestini

Es ist eine anstrengende Zeit für alle, das bestätigt auch Celestini: «Es ist für mich als Vater natürlich sehr schwierig, das hier so zu sagen… Aber wenn du im Fussballbusiness tätig bist, ist der Fussball die Nummer eins und die Familie an zweiter Stelle.»

Dasselbe gilt natürlich auch für seine Assistenten, die ebenfalls weniger Zeit mit ihren Familien verbringen können. «Das ist für alle unsere Familien schwierig, es gibt aber in der momentanen Situation leider keine andere Lösung», meint Celestini.

Es ist schliesslich Tochter Ariel, die Fabio Celestini aus den Klauen der Journalisten befreit. Die junge Dame packt energisch seine Hand. Es ist klar, wer von nun an die Zügel in der Hand hält – das Fussballbusiness muss Papa Fabio nun für kurze Zeit vergessen.

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