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Fünferticket soll der FDP den Nationalratssitz retten
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Wollen in den Nationalrat: Patrick Mollet (l.), Claudia Benninger Brun, Sussi Hodel, Karen Umbach und Gian Brun. Daneben Ständeratskandidat Matthias Michel. (Bild: wia )

Die Zuger FDP schickt Unerfahrene ins Rennen Fünferticket soll der FDP den Nationalratssitz retten

2 min Lesezeit 2 Kommentare 06.05.2019, 21:35 Uhr

Am Montag wars an der Zuger FDP, ihre Kandidaten für die kommenden Nationalratswahlen zu nominieren. Nur: Die Partei leidet unter Personalmangel und das merkt man der Liste deutlich an. 

Wer soll von den Zuger Freisinnigen nach Bern und den freiwerdenden Sitz von Nationalrat Bruno Pezzatti übernehmen? Dies die grosse Frage bei der FDP-Nominationsversammlung am Montagabend. Es ist eine Frage, die von der FDP nicht leicht beantwortet werden kann.

Denn die Zuger Freisinnigen, die gleich zwei Sitze in Bern neu zu besetzen haben, haben ein zünftiges Personalproblem. Nebst Pezzatti tritt bekanntlich auch Ständerat Joachim Eder nicht mehr an.

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Zwar wurde für die Ständeratswahl mit Ex-Regierungsrat Matthias Michel ein starker Kandidat aufgestellt, doch auch für die Nationalratswahlen müssen die Freisinnigen mit starken Kandidaten aufwarten.

Respekt vor der linken Konkurrenz

Dass der Druck gross ist, ist sich die Partei absolut bewusst. Wahlkampfleiter Jürg Portmann sagt: «Vor vier Jahren hatten wir den Vorteil, Bisherige präsentieren zu können. Dieses Jahr sind wir gefordert. Wir haben starke Konkurrenz.» Er meint damit die Linke. «Mit Manuela Weichelt, Vroni Straub und Andreas Lustenberger ist heuer mehr Konkurrenz da.»

Er nimmt kein Blatt vor den Mund. «Es ist für uns wichtig, eine Listenverbindung zu machen, ob mit der CVP oder mit der SVP. Ohne werden wir den Sitz nicht machen», so Portmann.

Unbekannte steigen ins Rennen

Fünf Personen sollen es nun richten. So Claudia Benninger Brun (49), Gemeinderätin aus Hünenberg. Auch der Software-Entwickler Gian Brun (21) will es wissen. Weiter stellt sich die Unternehmerin Sussi Hodel (48) aus Unterägeri vor. Patrick Mollet (42), der die städtische FDP während sechs Jahren geführt hatte, möchte ebenfalls nach Bern. Last but not least will auch die Kantons- und Zuger Gemeinderätin Karen Umbach (58) ins Rennen steigen.

Die Kandidaten und auch die Presse mussten diesen Montagabend den Raum während der Abstimmung verlassen. Lange dauerte es nicht und bereits nach wenigen Minuten wurden alle wieder in den Raum gebeten: Die Versammlung hat die fünf Politiker einstimmig als Kandidaten für die Nationalratswahlen nominiert.

Warten auf die sitzrettende Listenverbindung

Fünf Köpfe für sechs Listenplätze. Den sechsten konnte die FDP an diesem Abend nicht füllen. Dass überdies einige Kandidaten nominiert wurden, die in Zug kaum bekannt sind, dürfte Ausdruck grosser Not sein.

Die Appelle, hinauszugehen, den bestmöglichen Wahlkampf abzuliefern und das nicht erst nach den Sommerferien, wirken etwas hoffnungslos. Vielmehr hoffen können die Zuger Freisinnigen nur noch auf eines: Eine sitzrettende Listenverbindung. Mit wem scheint zweitrangig.

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2 Kommentare
  1. Michel Ebinger, 07.05.2019, 09:51 Uhr

    Warum soll ein Personalmangel bestehen? Es sind fünf valable bekannte Personen. Wenn Zentralplus sie nicht kennt ist das peinlich und mir ist eine FDP, welche mit Respekt in den Wahlkampf steigt lieber als eine überhebliche FDP

    1. Valeria Wieser, 07.05.2019, 12:28 Uhr

      Guten Tag Herr Ebinger

      Natürlich gibt es unter den fünf Namen einige, die man, insbesondere auf kommunaler Ebene, kennt. Auf kantonaler Ebene hat einzig Karen Umbach ein Amt inne. Andere Kandidaten bekleideten noch nie ein solches, zumindest nicht über eine längere Zeitspanne.

      Dass Wahlkampfleiter Portmann Respekt hat vor den linken Kandidaturen mit Vroni Straub, Andreas Lustenberger, Manuela Weichelt, ist durchaus legitim.

      Es reicht zudem allein ein Blick auf die FDP-Ständeratsnominationen. Mit Matthias Michel kandidiert ein ehemaliger Regierungsrat. Sein Kontrahent bei der Nominiation war Andreas Hotz, der lange im Kantons- und Gemeinderat sass und überdies Gemeindepräsident war von Baar. Es handelt sich also um zwei durchaus bekannte Gestalten der Zuger Politik.

      Dass die Personaldecke dünn ist, zeigt sich überdies im Umstand, dass es die FDP bis jetzt nicht geschafft hat, den sechsten Listenplatz zu besetzen.

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