Frustriert beim Ausmisten? So klappt’s garantiert!
  • Gesellschaft
Hmmm … Was bleibt – was muss gehen? (Symbolbild: Becca McHaffie/Unsplash)

Tipps einer Luzerner Aufräum-Expertin Frustriert beim Ausmisten? So klappt’s garantiert!

6 min Lesezeit 10.04.2021, 16:03 Uhr

Mit dem Frühling kommt auch die Lust, die Wohnung wieder mal ordentlich zu entrümpeln. Denn der Kleiderschrank quillt über und die Kochpfannen stapeln sich zu Türmen. Die Luzernerin Florine Schmidt ist Ordnungscoach und gibt Tipps, wie das Ausmisten am besten klappt.

Es sieht immer ganz easy aus. In hunderten von Youtube-Videos misten Influencerinnen ihre Kleiderschränke aus. Kleid für Kleid, Shirt für Shirt. Der Stapel der Kleider, die gehen dürfen, wird höher und höher.

Doch: So easy es auch aussehen mag – es ist eine ordentliche Büez.

Hier kriegst du den Motivationsschub

Es lohnt sich aber. Und falls du es die letzten Tage bevorzugt hast, dich lieber mit einem Glas Rioja und einem guten Buch aufs Sofa zu legen und zu relaxen: Hier kommt der Motivationsschub von Florine Schmidt. Die Luzernerin ist als Aufräumcoach und Feng-Shui-Expertin tätig und hilft Menschen, ihren Wohn- und Lebensraum zu optimieren –  und sich von unnötigen Dingen zu trennen. Das tut sie unter anderem mit persönlichen «Ausmist-Coachings».

Die ehemalige Kommunikations- und Marketingsverantwortliche aus Neudorf gründete mit «Happy home. Happy people» ihr eigenes Unternehmen. Sie verändert Leben, indem sie Wohnraum optimiert und Menschen berät, wie sie mehr Lebensqualität, Energie und Wohlgefühl erleben können.

«Das Ausmisten befreit und gibt einem wieder Leichtigkeit.»

Florine Schmidt, Aufräum-Coach

«Das Ausmisten befreit und gibt einem wieder Leichtigkeit», sagt Schmidt. «Zu viel Besitz lähmt uns auch innerlich, entzieht uns Glück, Liebe und Erfolg.» Genauso wie Menschen, die uns nicht guttun. Oder negative Gedanken. Wer ausmistet, der gibt Neuem wieder Platz in seinem Leben.

«Zudem schafft Ausmisten Platz im Schrank, du fühlst dich unbeschwerter», sagt Schmidt. Und ein weiterer Pluspunkt: Du findest morgens schneller dein Outfit und verbesserst langfristig sogar deinen Modestil.

Die Luzernerin Florine Schmidt ist Ordnungscoach. (Bild: zvg)

Die To-Do’s

So. Das sollten genügend gute Gründe sein, dass du dich mittlerweile vom Sofa aufgerafft hast.

Jetzt folgen die Tipps der Expertin:

  • Räum den ganzen Kleiderschrank leer – und leg alles auf einen Haufen! «Der Kleiderschrank ist ein unendliches Stauraumwunder», sagt Florine Schmidt. Und oft weiss man selbst nicht, was sich in den Tiefen des Schranks noch so alles versteckt. Am besten packst du zuallererst sämtliche Kleidung aus dem Schrank und legst sie auf einen Haufen. So siehst du auch, was du alles besitzt.
  • Beginne mit den leichten Dingen – wie Socken! Bei weniger emotionalen Sachen wie Socken oder Unterwäsche fällt es dir leichter, dich von ihnen zu trennen. «Wenn man mal Erfolge sieht, wird man immer mutiger und kann sich so an die anderen Kleidungsstücke wagen», so Florine Schmidt. Mach dich dann ans Aussortieren abgetragener Teile, Fehlkäufe und Kleidung, die dir nicht mehr passt.
  • Bilde drei Stapel! Am besten bildest du beim Ausmisten drei Stapel: «Möchte ich behalten», «Weiss ich nicht» und «Kann weg». Wenn du alle Kleider in den drei Kategorien sortiert hast, nimm dir nochmal die Wackelkandidaten vor.
  • Stell immer diese Fragen beim Ausmisten!
    Wann hast du das Kleidungsstück zuletzt getragen? Steht dir die Farbe? Schmeichelt dir der Schnitt? Kannst du es gut kombinieren? Bereitet es dir ein gutes Gefühl? Lautet die Antwort auf eine der Fragen «nein» – oder hat das Kleidungsstück seit einem Jahr nicht den vertrauten Raum des Schranks verlassen – dann solltest du dich davon verabschieden. Und: Sei ehrlich!
  • Gewöhne dir an, Kleider auf dem Bügel alle in eine Richtung zu hängen: Wenn du etwas getragen hast und wieder einräumst, häng den Bügel in die andere Richtung. So erkennst du, welche Kleider du oft trägst und welche ungetragen im Schrank hängen bleiben. Wiederum gilt: Was du seit einem Jahr nicht getragen hast, wandert raus.
  • Mache von deinen Lieblingsoutfits Bilder! Und hänge diese in den Schrank. So wirst du immer wieder daran erinnert, welche Kleider gut zusammenpassen.

Mach einen Event daraus!

So. Nun hast du brav alle Tipps befolgt, aber der Schrank platzt immer noch aus allen Nähten?

Auch hier hat Florine Schmidt einen guten Tipp: «Wenn es dir schwerfällt, alleine auszumisten, dann mach einen Event daraus! Lade deine Freundinnen und Freunde ein.» Zusammen macht die ansonsten lästige Arbeit nämlich richtig viel Spass. Ihr könnt über Modesünden lachen, die Kleidung bewerten und sortieren. Ganz so, wie es Carrie Bradshaw mit ihren Freundinnen in «Sex and the City» vorlebt.

Verlange von dir selber nicht zu viel auf einmal

Und: Atme immer mal wieder tief durch. Du musst nicht auf einen Schlag deine Kleidungsstücke auf die Hälfte reduzieren. «Die meisten Menschen möchten zu viel auf einmal», sagt Florine Schmidt. Auch hier gilt: Klein anfangen und grosse Projekte in kleine Schritte unterteilen. Das hält die Motivation aufrecht.

«Ausmisten ist kein Sprint, es ist ein Marathon.»

Florine Schmidt


«Zudem hält Perfektionismus viele Menschen davon ab, überhaupt erst anzufangen», sagt Florine Schmidt. «Dabei ist Fortschritt besser als Perfektionismus.» Es sei okay, langsam voranzukommen. Das Ausmisten sei ein Prozess und werde nie so ganz abgeschlossen sein, da sich das Leben stets im Wandel befindet. «Ausmisten ist kein Sprint, es ist ein Marathon.»

Übrigens: Über gut erhaltene Kleider können sich andere freuen. Hier kannst du deine Kleidung in Luzern und Zug spenden:

So mistest du den Rest der Wohnung aus

Du willst nicht nur dem Kleiderschrank, sondern gleich der ganzen Wohnung an den Kragen gehen?

Wo du beginnst, musst du für dich selber entscheiden. «Wichtig ist, dass man für sich die richtige und nachhaltige Methode findet», sagt Florine Schmidt. Denn sie sagt: «Es bringt nichts, wenn man etwas anwendet, das einem keinen Spass macht, einen nervt oder überfordert.»

Allerdings rät sie auch hier: Beginne mit einfachen, nicht emotionalen Bereichen. Wie beispielsweise dem Badezimmer oder dem Eingangsbereich, den du täglich benutzt.

Ein weiterer Tipp, den sie aus ihrer eigenen Erfahrung kennt: «Man kann am einfachsten Ordnung halten, wenn man gleiche Sachen am gleichen Ort verstaut. Also sämtliche Putzmittel in einem Schrank und nicht verstreut auf Küche, Bad und Co.» Oder alle Kleider und alle Schuhe an einem Ort.

Das gibt dir mehr Überblick und du weisst sofort, wo du suchen musst. Zudem sparst du so Geld, weil du nicht aus Versehen Sachen kaufst, die du schon hast.

Hier weitere heisse Tipps:

  • 15 Dinge in 15 Minuten: Schnapp dir eine Kiste, stelle die Uhr auf 15 Minuten und sammle 15 Dinge ein, die entsorgt, zurückgegeben oder verschenkt werden können. Defekte Gegenstände, ausgeliehene Sachen oder Dinge, die nicht mehr zu dir passen. Platziere die Kiste bei der Tür und sorge dafür, dass sie innerhalb der nächsten 24 Stunden das Haus verlässt.
  • Kleinvieh macht auch Mist: Hinterlasse jeden Raum ordentlicher, als du ihn beim Betreten vorgefunden hast. Mach eine Routine daraus, beim Verlassen eines Zimmers etwas weg-, beziehungsweise aufzuräumen. Vom Kaugummipapier bis zum Zeitschriftenstapel, leeren Trinkgläsern oder liegengebliebener Wäsche: Nimm dir beim Verlassen eines Raumes ein paar wenige Sekunden Zeit, um etwas zurück an seinen Platz zu räumen oder gegebenenfalls auch wegzuwerfen. Getreu dem Motto «Kleinvieh macht auch Mist».
  • Erzähle deiner Familie, Freunden, deinem Partner von deinem Vorhaben. Das wird dir helfen, die nötige Unterstützung und Bestätigung zu bekommen. Und in den meisten Fällen inspirierst du die Familie damit und sie beginnt, selbst auszumisten.
  • Schaffe dir neue, gute Gewohnheiten: Zu deiner neuen Abendroutine kann folgender Leitsatz werden: Was du heute tun kannst, um morgen besser organisiert zu sein.
  • Achte auf die positiven Veränderungen, die sich in deinem Leben ergeben und lasse dich von ihnen motivieren. Beispiele: Du sparst Geld, dein Zuhause fühlt sich viel entspannter an, das Putzen geht viel schneller. Schätze auch die ganz kleinen Veränderungen.

War dieser Artikel nützlich für Dich?

Ja

Nein

Dieser Artikel hat uns über 500 Franken gekostet. Löse ein freiwilliges Abo und hilf uns, Artikel wie diesen auch in Zukunft anzubieten.

CHF

Deine Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, musst Du auf zentralplus eingeloggt sein. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Deine Meinung ist gefragt!

0 Kommentare

Wie viel ist Dir unabhängiger Journalismus wert?

Schön besuchst Du zentralplus. Für Dich gehen wir vor Ort, sind mitten drin und nahe dran. Doch ganz gratis geht Qualitätsjournalismus nicht. Um die unabhängige Stimme zu den Grossverlagen in der Zentralschweiz zu bleiben, benötigen wir Deine Unterstützung. Zeig uns mit Deinem freiwilligen Abo oder einem einmaligen Beitrag, was wir Dir wert sind.

Schön besuchst Du zentralplus. Du verwendest einen Adblocker. Werbung ist für eine wichtige Einnahmequelle, die uns hilft, die unabhängige Stimme zu den Grossverlagen in der Zentralschweiz zu bleiben. Denn gratis geht Qualitätsjournalismus nicht. Zeig uns mit Deinem freiwilligen Abo oder einem einmaligen Beitrag, was wir Dir wert sind.

CHF