Gesellschaft

Nach WC-Sprayerei
Frist für Schüür-Schmierer abgelaufen – das ist passiert

  • Lesezeit: 3 min
  • Kommentare: 8
Immer wieder ein Opfer von Schmierereien - das Herren-WC der Schüür
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Immer wieder ein Opfer von Schmierereien - das Herren-WC der Schüür (Bild: Schüür)

Immer wieder musste das Luzerner Konzerthaus Schüür das Herren-WC neu streichen. Ein FCL-Fan hat sich mit der Spraydose mehrfach darin ausgelebt. Am Dienstag hatten die Betreiber genug und gaben dem Schmierfink eine Frist. Die angedrohte Kollektivstrafe zeigte Wirkung.

«Uns wurde es schlicht und einfach zu viel, darum wurden wir emotional – wir lieben unser Haus», sagt uns der Schüür-Geschäftsleiter Marco Liembd. In den letzten Wochen musste das Team regelmässig zum Farbkübel greifen und die Wände des Herren WC neu streichen (zentralplus berichtete).

Immer die gleichen FCL-Fan-Schmierereien wurden auf den Toilettenwänden platziert. Kaum frisch gestrichen, hat sich da ein Sprayer wieder aufs Neue verwirklicht.

Am Dienstagmorgen war der Frust dann so gross, dass das Team der Schüür via Facebook Dampf abgelassen hat. Und dieser Beitrag hat einiges ausgelöst.

«Es war vielleicht ein beschissener Post von unserer Seite, aber es war auch eine lange, massive und beschissene Schmiererei! Also steht es klassisch 1:1»

Schüür-Geschäftsleiter Marco Liembd

Es waren emotionale Worte und die Schüür hat scharf gegen den Schmierfink geschossen. Das Konzerthaus drohte mit einer Anzeige und zusätzlich mit einer Kollektivstrafe für FCL-Fans. Solche würden nicht mehr in das Lokal gelassen.

Der unbekannte WC-Dekorateur solle sich bis am Dienstag um 15.00 Uhr melden, um einer Strafe zu entgehen, hiess es in dem Beitrag. Die klaren, harten Worte lösten vor allem in den FCL-Fanforen auf Facebook einige Reaktionen aus. Da wurde von einigen wegen der drohenden Kollektivstrafe hart gegen die Schüür geschossen.

Marco Liembd hat in den letzten Stunden einige Gespräche geführt und meint gegenüber zentralplus: «Es war vielleicht ein beschissener Post von unserer Seite, aber es war auch eine lange, verschissene Aktion! Also steht es klassisch 1:1»

Sicher ist dieser Beitrag auch in den Emotionen entstanden. Allerdings hätte die Schüür auch ohne Warnung eine Anzeige machen können. «Stell dir vor, du bist wegen einer solchen Aktion als junger Mensch dann vorbestraft und das ein Leben lang», meint Liembd.

Die Schüür rechnet damit, dass der Täter sich stellt

Die Welt der Fans ist klein und der Täter hat dies wohl sehr schnell mitbekommen. «Wir haben die Arbeitszeit bei der Frist nicht eingerechnet», sagt Marco Liembd. Der junge Mann sei vermutlich noch bei der Arbeit und kann noch nicht mit der Schüür zusammensitzen. «Direkten Kontakt haben wir keinen, es läuft aktuell noch über eine Vermittlungsperson.»

Das Konzerthaus gibt nun eine Gnadenfrist, damit sich der junge Herr melden kann. Der Geschäftsleiter geht fest davon aus, dass es zu einem Treffen kommt. Marco Liembd verspricht: «Wenn er sich mit uns an einen Tisch setzt, ist die Sache für uns auch gegessen.»

Es waren harte Worte in einem emotionalen Facebook-Post. Nochmals das Gleiche schreiben würde Marco Liembd wohl nicht mehr. «Im gewohnten Schüür-Style würden wir es nicht mehr machen», sagt uns der Geschäftsführer. Und weiter ergänzt Liembd: «In einer perfekten Welt hätten wir diplomatischer schreiben müssen. Für dies von unserer Seite ein Sorry.»

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8 Kommentare
  1. Marlise Paci, 16.12.2021, 17:12 Uhr

    Nicht nur in den Schüür WCs tauchen die FCL Sprayereien auf, ganze Quartiere und die Naherholungsgebiete sind davon betroffen. Bänklis auf dem Sonnenberg und am Rotsee, Elektrokasten, Brücken, Hauswände. Sie sind einfach nur hässlich, unpassend, störend. Ich frage mich, was diese FCL Fans mit diesen phantasielosen, blöden Markierungen bezwecken wollen, die die meisten Stadtbewohner nur nerven.

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  2. Claudio, 08.12.2021, 15:02 Uhr

    Herr Liembd und sein Team haben absolut recht. Eine Rücknahme ist unnötig.
    Vielleicht bessert sich die Situation wenn der FCL absteigen muss.

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  3. Ursel, 08.12.2021, 12:23 Uhr

    Liebe/r Schüür

    Darf ich jetzt als FCL-Fan wieder an Veranstaltungen teilnehmen oder soll ich noch warten?

    Lieber Gruss
    Urs

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  4. Stefanie, 08.12.2021, 12:05 Uhr

    Die Bushaltestelle in Kriens Kupferhammer wird auch immer wieder verschiert. Sobald die Wand wieder gestrichen ist, wird das gleiche Grafitti aufgesprüht.

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  5. Familie Fasel, 08.12.2021, 02:46 Uhr

    Die Geschäftsleitung der Schüür muss sich für gar nichts entschuldigen und hat alles richtig gemacht! Offenbar hat der Täter die Wände schon mehrmals verschmiert und da soll man einfach wegsehen und es als normal hinnehmen, dass fremdes Eigentum zig Mal verschandelt wird?! Wie weit sind wir als Gesellschaft bloss gekommen, dass wir vor solcher Sachbeschädigung einfach kapitulieren und uns schliesslich quasi noch entschuldigen müssen, wenn wir die Sachverhalte beim Namen nennen?

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    1. Oliver Heeb, 09.12.2021, 13:10 Uhr

      Diese «Entschuldigungen» sind Teil des Problems. Das sehen wir seit über 20 Jahren. Man traut sich einfach nicht, diese Leute hart anzufassen. Ob das, über die Schüür hinaus gefasst, schlecht für das Fussballbusiness wäre?

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  6. Peter, 07.12.2021, 18:18 Uhr

    Und schon wird vor den aggressiven FCL-Fans, die sich zum Schüür-Post äusserten, eingeknickt. Schade… Es ist unerträglich, wie dieser Pöbel sich aufspielt und Machtdemonstrationen androht.

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    1. Remigi, 14.12.2021, 09:17 Uhr

      Nun ja, vom FCL erwarte ich nichts Gutes mehr. Ich habe resigniert. Muss einfach schauen, dass ich bei einem FCL-Spiel nicht in Luzern bin, denn auf Randale habe ich echt keinen Bock.

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