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Frischekur für die Luzerner Gastroszene
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Pamela Souphavong in der Bildmitte führt zusammen mit Mutter Lisa Wanida Nguyen und mit Jimmy Ly künftig das Orchid Siam auch an der Waldstätterstrasse 8. (Bild: zvg )

News zu 16 Bars und Beizen Frischekur für die Luzerner Gastroszene

6 Min 29.09.2015, 05:15 Uhr

Die Stadtluzerner Gastronomie befindet sich im Umbruch. zentral+ beleuchtet die Veränderungen in der Gastroszene: Was sich am Löwengraben tut, wer nach wenigen Wochen schlappgemacht hat, wo die Köche von Pastarazzi heimisch werden, oder auch was sich am Bahnhof verändert.

Wo geht man ein Bier trinken oder sich den Magen vollschlagen? Oft keine einfache Entscheidung, besonders nicht in der Stadt Luzern. Die Konkurrenz ist spürbar: Unter den rund 590 Stadtluzerner Gastrobetrieben herrscht ein ständiger Verdrängungskampf. Zudem versuchen dauernd neue Betriebe Fuss zu fassen. zentral+ hat den Überblick.

Neue Bar am Löwengraben

Ein leerer Kiosk am Löwengraben 14 wird Heimat einer neuen Bar. Das sich im Untergrund befindende Freizeit-Center Tresor will nach oben, Präsenz markieren und zu einem schönen Treffpunkt in der Altstadt werden, wie Geschäftsführer Andreas Krummenacher erklärt. «Das Potenzial am Löwengraben ist gross. Und dieser wird durch die vom Stadtrat bewilligte Flaniermeile 2018 weiter aufgewertet.» Deshalb habe er beschlossen, die Bar künftig auch tagsüber geöffnet zu haben.

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Läuft alles rund, rechnet Krummenacher mit der Eröffnung um den Jahreswechsel. «Alles wird neu», sagt er, «wir wollen einen kleinen, aber feinen Treffpunkt erschaffen.» Rund 18 Sitzplätze im Innern sowie 10 Sitzplätze auf dem Trottoir sind geplant. Krummenacher verspricht, diverse neue Angebote einzuführen. «Es wird Studentenpässe geben und frische Säfte.»

Beef House bereits wieder geschlossen

Nach nur wenigen Wochen landete bereits das letzte Steak auf dem Teller – das Beef House an der Waldstätterstrasse 8 in der Neustadt macht dicht (zentral+ berichtete über die Eröffnung). Seit dem 25. August waren «Betriebsferien», hiess es offiziell. Nun ist klar: Die Liegenschaft wurde verkauft. Was ist schiefgelaufen? Der ehemalige Inhaber Hussein Canliöz reagiert ungehalten auf die Frage. «Das ist eben das Geschäft! Wenn man ein gutes Angebot erhält, verkauft man», lautet seine dürftige Erklärung. Von ausbleibender Kundschaft will er nichts wissen – ein Nachbar berichtet indes, dass nie viele Gäste im Betrieb zu sehen waren.

Am 3. Oktober feiert nun das Thai-Restaurant Orchid Siam Neueröffnung in den ehemaligen Räumen des Beef House. An der Waldstätterstrasse 8 wird der neue Hauptsitz sein, wo Mittag- und Abendessen angeboten werden, während man am bisherigen Standort an der Maihofstrasse vorerst immer noch zu Mittag essen kann. Wegen einer Gebäudesanierung werde das Orchid Siam an der Maihofstrasse im März 2017 schliessen, sagt Pamela Souphavong, die zusammen mit ihrer Mutter das Thai-Restaurant führt.

Pamela Souphavong in der Bildmitte führt zusammen mit Mutter Lisa Wanida Nguyen und mit Jimmy Ly künftig das Orchid Siam auch an der Waldstätterstrasse 8.

Pamela Souphavong in der Bildmitte führt zusammen mit Mutter Lisa Wanida Nguyen und mit Jimmy Ly künftig das Orchid Siam auch an der Waldstätterstrasse 8.

(Bild: zvg)

Pastahaus am Hirschengraben

Ende November schliesst das Café Time-Out am Hirschengraben 13. Inhaberin Silvia Jauch blickt mit Wehmut auf eine schöne Zeit zurück. «Seit 2004 führte ich das Café mit viel Herzblut. Nun werde ich pensioniert.» Allerdings zeigt sich Jauch erleichtert über die gefundenen Nachfolger. «Ich bin sehr zufrieden. Junge, innovative Leute werden nun das Ruder am Hirschengraben übernehmen.» Pastarazzi heissen die Nachfolger, welche mit einem interessanten Konzept die Stadt Luzern erobern wollen.

Pastarazzi existiert bereits. In Sarnen und Stans bieten junge Köche hausgemachte Teigwarengerichte an. Teilhaber Kim Zumstein erklärt: «Wir setzen auf saisonale und regionale Produkte und bieten frische und freche Gerichte an.» Dazu gehören insbesondere die selbstgemachten Ravioli in allen möglichen Variationen, die wie alle Gerichte frisch vor den Augen der Kundschaft zubereitet werden. «Wir waren schon länger auf der Suche nach einem geeigneten Standort in Luzern», sagt Zumstein. «Dass es nun in der Nähe des alten Gymis, der Polizei und der Stadtverwaltung geklappt hat, freut uns natürlich ausserordentlich.»

Was die Besucher genau zu erwarten haben, kann Zumstein noch nicht sagen. «Es wird eine Mischung aus Bar und Restaurant. Mittags wird es ein Take-away geben.» Zumstein verweist auch auf die vielen Cateringaufträge, die Pastarazzi bereits in Luzern wahrgenommen hat. «Und der eine oder andere Kunde hat uns vielleicht noch vom Blue Balls oder dem Street Food Festival in positiver Erinnerung», schmunzelt er.

Das Pastarazzi-Team (v.l.: Kim Zumstein, Claudio Meier, Benito Omlin und Markus Hurschler) freut sich auf die neue Herausforderung.

Das Pastarazzi-Team (v.l.: Kim Zumstein, Claudio Meier, Benito Omlin und Markus Hurschler) freut sich auf die neue Herausforderung.

(Bild: zvg)

Umbauten, Neues und verklebte Schaufenster

Ebenfalls eine neue Bar hat an der Neustadtstrasse 10 eröffnet. Im B&B Bettstatt gibt es seit Neustem eine Hotelbar. Betreiber Roger Stalder weilt zurzeit in den Ferien. Wie das B&B mitteilt, wird die offizielle Eröffnung vor und an St. Leodegar am 2. Oktober stattfinden. Lediglich umgebaut wird im Havanna an der Hirschmattstrasse (zentral+ berichtete). Zukünftig werden die Speisen dort auf offenem Feuer zubereitet.

Im B&B Bettstatt wird man künftig gemütlich Cocktails an der neuen Hotelbar schlürfen können.

Im B&B Bettstatt wird man künftig gemütlich Cocktails an der neuen Hotelbar schlürfen können.

(Bild: zvg)

«Das Gastgewerbe ist bestimmt kein einfaches Pflaster. Deshalb gibt es auch kein geheimes Erfolgsrezept.»

Patrick Grinschgl, Präsident GastroRegionLuzern

Auch an der Winkelriedstrasse 30 tut sich etwas. Das bestehende Snack City-Take-away befindet sich seit Längerem im Umbau. Die Schaufenster sind mit Abdeckungen bekleidet; wie der Stand der Dinge ist, konnte vor Ort sowie telefonisch nicht in Erfahrung gebracht werden. 

An der Winkelriedstrasse 30 wird zurzeit umgebaut. Wie lange noch, ist unklar.

An der Winkelriedstrasse 30 wird zurzeit umgebaut. Wie lange noch, ist unklar.

(Bild: les)

Ein ähnliches Bild bietet sich auch am Bundesplatz. Von der Langensandbrücke her kommend auf der rechten Seite befindet sich vor dem Matrix und dem Meyer’s ein seit Langem verschlossenes Lokal. Dieses gehört zum Erdem Kebab beim Kino Capitol. In den Räumlichkeiten soll ein Pizza- und Pastabetrieb entstehen. Wann genau, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden; «bald», hiess es nur.

Schon seit langem wartet man beim Erdem-Kebab auf eine Eröffnung.

Schon seit Langem wartet man beim Erdem Kebab auf eine Eröffnung.

(Bild: lwo)

Auch an der Bleicherstrasse 23 gibt es gemäss dem Newsletter-Dienst Ron Orp eine Veränderung: Das Fuchs & Corrà schliesst nach nicht einmal einem Jahr. Neu wird eine Bar namens Soul Gnussbar eröffnen.

Schwemme an Neuheiten am Bahnhof

Die grössten gastrotechnischen Veränderungen der nächsten Zeit wird allerdings der Bahnhof Luzern erleben. Bereits in Kürze öffnet das Tibits seine Tore (zentral+ berichtete). Und auch auf der Fläche des heutigen Selbstbedienungsrestaurants Bodega gibt es Änderungen: Wie die SBB Ende Juli mitteilte, eröffnet im Juni 2016 die «fresh to eat»-Fastfood-Kette Dean & David dort einen weiteren Standort, zusätzlich zur Niederlassung an der Morgartenstrasse. Einen Neustart wagen zur selben Zeit die Burger-Kette Holy Cow sowie die Currywurst-Kette Bobby & Fritz – sie eröffnen am Bahnhof ihre ersten Filialen in Luzern. Auch Little Istanbul wird ab Juni 2016 dort zu finden sein (zentral+ berichtete). Das Restaurant Borromini fährt mit einem neuen Konzept auf: Am 30. September feiert es als Bahnhöfli – urban food station Eröffnung.

Gastroszene wandelt sich ständig

Für Urs Renggli von der Abteilung Gastgewerbe und Gewerbepolizei sind diese Veränderungen nichts Aussergewöhnliches. «Das ist unser tägliches Business», erklärt er. «Es gilt immer zu unterscheiden, ob ein bestehender Gastronomiebetrieb einen Besitzerwechsel erfährt und einfach mit einem neuen Namen und einem anderen Konzept weitergeführt wird, oder ob es grundlegende Änderungen gibt», so Renggli. «Wird von Tages- auf Nachtbetrieb umgestellt, so beobachten wir die Situation genauer.» Er verweist zudem darauf, dass bei Umbauarbeiten Baugesuche eingereicht werden müssen. «Und damit meine ich wirkliche bauliche Massnahmen und nicht das Streichen einer Wand oder Aufhängen neuer Dekorationen.»

Es gibt kein Geheimrezept

zentral+ wollte vom Präsidenten der GastroRegionLuzern Patrick Grinschgl wissen, worauf es denn ankommt, um in Luzern einen erfolgreichen Gastronomiebetrieb zu führen. Eine ultimative Lösung hat dieser nicht bereit. «Das Gastgewerbe ist bestimmt kein einfaches Pflaster. Deshalb gibt es auch kein geheimes Erfolgsrezept», sagt er. Es seien verschiedene Faktoren, die eine Rolle spielen würden. «Dazu gehört die Lage eines Betriebes, der Mietzins, die Lohnstrukturen, aber auch dessen Identität.» Ein einzigartiges Angebot mit einem stimmigen Konzept vergrössere die Erfolgschancen, erklärt Grinschgl. «Schlussendlich muss der Businessplan passen, nur dann kann dieser auch aufgehen.»

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