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Adieu Einweggrill!
Endlich hat die Ufschötti eine Brätelstelle

  • Lesezeit: 3 min
  • Kommentare: 8
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Cervelas her! Die Brätelstelle in der Ufschötti ist jetzt offen. (Bild: Stadt Luzern)

Ab sofort kann auf der in Luzern auf einem Elektrogrill am See gebrätelt werden. Ziel: die oft stark qualmenden Einweggrills sollen verschwinden. Damit endet eine jahrzehntelange Debatte (vorläufig).

An schönen Sommertagen wird auf der oft mit Einweggrills gebrätelt. Der dabei entstehende Rauch, die Schäden am Rasen sowie die Abfälle stören die anderen Badegäste und die Nachbarn (zentralplus berichtete).

Der Grosse Stadtrat plante daraufhin, einen öffentlichen Elektrogrill auf der Ufschötti zu installieren. Das ist nun geschehen: In der Nähe der Buvette Strandleben ist ein kleiner Grillplatz mit Sitzgelegenheiten entstanden. Bei Regen ist das Grillen jedoch nicht möglich.

Grillstation in der Ufschötti kostet 45’000 Franken

Die Grillstation auf der Ufschötti ist ein Pilotversuch. Die Umsetzung kostet rund 45’000 Franken. Hinzu kommen die Betriebs- und Reinigungskosten, welche noch nicht genau abgeschätzt werden können. Ende 2023 zieht die Stadt Bilanz. Anschliessend wird entschieden, ob der Grill dauerhaft dortbleibt. Klar ist: In den Wintermonaten baut die Stadt die Grillstation ab und lagert sie ein.

Grüne bodigten 2010 das Grillverbot

Die neue Grillstation ist das vorläufige Ende eines Streits, der in der Stadt Luzern seit bald 15 Jahren geführt wird. 2010 hatte die Diebstabteilung Stadtraum und Veranstaltungen – damals noch unter der Leitung des heutigen Mitte-Parteisekretärs Rico de Bona – ein in der Ufschötti erlassen. Mit diesem wollte er den Einweggrills schon damals Einhalt gebieten.

Das Verbot stiess auf erbitterten Widerstand. Der damalige Grosstadtrat und heutige Kantonsrat verhinderte es mit einem Vorstoss. «Man kann nicht alles verbieten, was einem nicht passt», sagte Hans Stutz damals gegenüber «20 Minuten». Der öffentliche Raum werde zunehmend durch die SIP (Sicherheit Intervention Prävention) und kleinliche Verbote eingeschränkt.

Wer die Grillstation in der Ufschötti behalten will, putzt selber

Die neue Grillstation steht also für ein Umdenken und eine Kehrtwende im Umgang der Stadt mit ihren Bewohnerinnen. Auch wenn sich der Stadtrat nur widerwillig dazu bewegen liess. «Wir gehen nicht davon aus, dass Elektrogrills wirklich den Abfallberg und die Verwendung von unsinnigen Einweggrills bekämpfen können», begründete Stadtrat Adrian Borgula die ablehnende Haltung der Stadtregierung im November gegenüber der Forderung von SP und GLP (zentralplus berichtete).

Wer recht behalten wird, wird sich zeigen. In Zürich sind die Erfahrungen durchzogen. Es hat sich rund um die beiden Elektrogrills am See zwar eine Fangemeinde gebildet, welche die Anlagen rege benutzt. Dem stehen gemäss Stadt aber die Kosten für die Reinigung entgegen, die stark ins Gewicht fielen (zentralplus berichtete).

Anders als in Australien oder Neuseeland hat es sich in Zürich nicht etabliert, dass die Leute den Grill selber putzen. Wer den Elektrogrill behalten will, weiss nun also, was zu tun ist.

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8 Kommentare
  1. LunaLu, 19.05.2022, 20:43 Uhr

    Ich war heute bei Regen auf der Ufschötti. Wunderbar, keine Leute. Der neue, jungfräuliche Grill musste natürlich besichtigt werden. Jedoch war er bereits sehr verdreckt nach sehr wenigen Betriebstagen, mit einer dicken Schicht Braunem irgendwas! Schrecklich und eklig!! Wer will denn erst den Dreck von den Vorbenutzern reinigen, bevors ans Grillen geht?! Passt ja sehr gut zu unserer netten heutigen Gesellschaft! Ich wette darauf, dass dieser teure Luxus-Grill bald so verschmutzt und zerstört ist, dass er nicht mehr funktioniert! Ansonsten sieht das Teil recht schick aus.

    Immerhin: Die Stadt hat nun sehr viele getrennten Sammelstellen auf dem ganzen Areal aufgestellt (Glas, Pet, Abfall seperat). Das war ein kleiner Lichtblick.

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  2. Peter, 18.05.2022, 21:42 Uhr

    Ich war heute wieder mal auf der Ufschütte

    Hunde haben hier nichts zu suchen.Habe auch Kampfhunde gesehen ohne Maulkorb.
    Und das um die vielen Kinder??
    Auch sehr laute Musik ist hörbar

    Sollte es nicht eine Erholungszone sein. Muss man dauernd vor Hunden Angst haben oder muss ich die Musik anderer Leute zuhören.

    Dieser schöne Platz verkommt. Schade

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    1. Andreas Peter, 19.05.2022, 17:23 Uhr

      Bin ganz Ihrer Meinung, Hunde gehören auf der Ufschötti pauschal verboten.
      Das passt dort einfach nicht zusammen.
      An das Leinengebot halten sich diese rücksichtslosen Hundehalter sowieso nicht.
      Die glauben noch, die Leute würden sich freuen, wenn der Hund neben ihnen das Wasser aus dem Fell auf ihr Badetuch schüttelt.

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  3. Party Sahne, 18.05.2022, 14:17 Uhr

    Der Glaube, dass dort irgendeine/r selber putzen oder gar umsichtig damit umgehen wird, ist sowas von grenzenlos naiv und weltfremd!
    Das Gegenteil ist der Fall: Null Wertschätzung für die Infrastruktur, welcher der Staat zur Verfügung stellt. Einfach null.
    Das Ding ist binnen eines Monats nur noch Schrott und kann dann als Kunstwerk
    durch die Stadt noch umetikettiert werden…

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  4. Hans Stadler, 18.05.2022, 13:02 Uhr

    CHF 45’000.00 für einen Grill !!! – Geht’s noch ? Warum werden jetzt wenigstens nicht sofort die Einweggrills verboten ? Hallo Klima, Stromverbrauch, Umweltschutz …

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  5. Andreas Peter, 18.05.2022, 12:27 Uhr

    Mit der Einrichtung dieses Grills könnte man nun wenigstens die Einweggrills verbieten, sonst ist das ganze ja ziemlich sinnfrei.

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  6. Gruesse vom Einhorn Schlachthaus, 18.05.2022, 10:59 Uhr

    Ein gefundenes Fressen (gegrillt) für Vandalismus!
    CHF 45’000.– für eine stromfressende Grillstelle – das ist ja gestört!

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  7. Stef Huber, 18.05.2022, 10:30 Uhr

    Elektro? Wie stillos. Badis, die etwas auf sich halten, haben anständige Feuerstellen mit Holz.

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