Freizeit
Neueröffnung am Wochenende

Das Planetarium im Verkehrshaus zeigt neue Welten

Das Planetarium existiert seit über 50 Jahren. Das «Plani» hat bereits mehrfach technische Änderungen erlebt: Schon länger ist beispielsweise der grosse Projektor in der Mitte verschwunden. Jetzt hat sich das Verkehrshaus ein gewichtiges Update gegönnt.

Im Jahr, als Neil Armstrong als erster Mensch einen Fuss auf den Mond setzte, eröffnete in Luzern das Planetarium. Wer heute, über 50 Jahre später, das Gebäude im Verkehrshaus besucht, erkennt es nicht wieder. Schon seit mehreren Jahren ist der grosse, Ameisen-förmige Projektor in der Mitte verschwunden.

Jetzt hat das Verkehrshaus erneut viel investiert (zentralplus berichtete). Das Planetarium ist definitiv nicht mehr vergleichbar mit jenem von 1969. Wir haben vor der Neueröffnung hinter die Kulissen geschaut.

Planetarium hat neue Laser-Projektoren erhalten

Olivier Burger, Leiter Kommunikation, begrüsst uns am Empfang. Schon der Gang ins «Planetarium 2.0» ist anders als früher. Die beleuchteten Infotafeln haben Bildschirme abgelöst, diese zeigen imposante Aufnahmen vom Hubble- und aktuelle Bilder vom James-Webb-Teleskop.

Wir laufen vorbei an Handwerkern, die gerade noch die letzten Verschalungen montieren und treten in den Saal ein. «Marc Horat hatte die letzten Tage und Wochen viel zu tun hier, er ist praktisch ins Planetarium eingezogen», sagt Burger mit einem Schmunzeln. Marc Horat, der Leiter des Planetariums, justiert gerade die Programme. «Dank der neuen Laser-Projektoren haben wir viel mehr Auflösung, mehr Lichtstärke und auch stärkere Kontraste», sagt der Astrophysiker.

Nun ist das Planetarium komplett im digitalen Zeitalter angekommen. «Wir können direkt auf aktuelle Daten zugreifen. Damit ist alles, was wir hier zeigen, topaktuell.» Die Bilder kommen von Forschungsinstituten und Raumsonden. Vieles, was in der Zentralschweiz an die Kuppel projiziert wird, stammt aus Nasa-Daten.

Weltweit existieren rund 500 Planetarien, wovon rund 100 auch eigene Produktionen erstellen und anbieten. Die Luzerner gehören zu den aktiven und haben in der Vergangenheit schon oft anderen Häusern ihre Produktionen geliefert.

Warum das «Ameisi» sterben musste

Viele Luzernerinnen haben wohl Kindheitserinnerungen an den alten Zeiss-Projektor aus den 60er-Jahren. In der Mitte des Raums stand das riesige Ding und erinnerte von der Form her an eine Ameise. Alles drehte und bewegte sich beim «Ameisi» während der Show, das war nicht nur für Kinder faszinierend.

«Dieser Projektor hatte über viele Jahrzehnte seine Daseinsberechtigung», sagt Marc Horat. Allerdings bietet die digitale Technik mehr Möglichkeiten und so musste das «Ameisi» vor rund acht Jahren aus dem Planetarium ausziehen. «Wir waren eines der ersten Planetarien in Europa, das sich zu diesem Schritt entschlossen hatte.» Durch die neuen Welten, die sich durch die Digitalisierung bieten, habe das Verkehrshaus diesen Schritt noch keine Sekunde bereut.

Der Platz des alten Projektors wurde durch eine Plattform ersetzt. Dort lässt es sich nicht nur bequem sitzen, wie uns Marc Horat demonstriert, sondern es gibt auch Flächen für Veranstaltungen. Das Verkehrshaus plant Kulturformate wie Live-Konzerte, Lesungen oder 3D-Hörspiele. Durch das neue, schweizweit einzigartige 3D-Audiosystem, erlebt das Publikum diese Shows noch intensiver.

Schlaflose Nächte kurz vor der Neueröffnung

Die letzten Wochen waren für das Team intensiv. «Viele Arbeiten kommen nun kurz vor der Eröffnung», sagt Horat. Dass in Luzern solch ein grosses «Update» gestemmt worden sei, sei nicht selbstverständlich. «Das hat wohl noch kein Planetarium auf der Welt in dieser kurzen Zeit gemacht.»

Der Leiter bleibt optimistisch, dass alle Arbeiten auf das Wochenende hin abgeschlossen sein werden. Am Freitag wird das «neue» Planetarium mit internen Anlässen zum ersten Mal auf Herz und Nieren getestet. Das breite Publikum kann am Wochenende wieder in den Saal.

Und schon am ersten Wochenende wird die neue Plattform in der Mitte genutzt. Am Samstag gibt es Live-Musik, und am Sonntag soll dann zum ersten Mal das 3D-Hörspiel «Die drei ??? und das Dorf der Teufel» präsentiert werden.

Verwendete Quellen
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