Frauenstreik Luzern setzt ein Zeichen in schwierigen Zeiten
  • Gesellschaft
Im Zeichen der Frau: Kundgebung der Aktion Frauenstreik Luzern. (Bild: Daria Wechsler)

50 Jahre Frauenstimmrecht in Luzern Frauenstreik Luzern setzt ein Zeichen in schwierigen Zeiten

2 min Lesezeit 24.10.2020, 21:43 Uhr

Seit 50 Jahren haben Luzerner Frauen das Stimmrecht. Die Aktion Frauenstreik organisierte am Samstag eine Kundgebung, um an den Meilenstein zu erinnern – und auch daran, dass die Arbeit noch längst nicht getan ist.

Es waren erschwerte Bedingungen, unter denen das Komitee des Luzerner Frauenstreiks am Samstag auf dem Europaplatz zu Kaffee, Kuchen und Gesprächen lud. Die Kundgebung anlässlich des Frauenstimmrechts, das die Luzernerinnen vor 50 Jahren erkämpften, musste unter erhöhten Vorsichtsmassnahmen stattfinden.

Dennoch war die Kundgebung ein wichtiges Zeichen, dass die Energie des Frauenstreiks von 2019 nicht verpufft, sondern an mehreren Fronten weiterhin aktiv ist. Ein Kernelement: Frauen wortwörtlich, wie auch im übertragenen Sinn, eine Plattform und eine Stimme zu geben.

Sprachnachrichten und offene Bühne

Auf dem Europaplatz präsentierte sich dieser Ansatz etwa in Form einer kleinen, offenen Bühne. Dort konnten eigene Erfahrungen, Wünsche und Forderungen formuliert und vorgetragen werden. Im Vorfeld wurden auch Sprachnachrichten gesammelt, die dazwischen in Schlaufe liefen.

«Es geht bei diesem Anlass aber vor allem darum, mit einer möglichst breiten Bevölkerung in Kontakt zu kommen und sich auszutauschen», sagte etwa Mitorganisatorin Kathrina Mehr. Eine für den Abend vorgesehene Party im Neubad musste aus den bekannten Gründen abgesagt werden.

«Der Europaplatz hat sich aber als echter Glücksgriff entpuppt», sagt Mitorganisatorin Steffi Boo auf Anfrage. «Der Ort sorgte für einen extrem vielfältigen Mix an Menschen, die bei uns hereinschauten. Insbesondere auch viele, die nicht schon auf das Thema oder unsere Organisation sensibilisiert waren.» Vom Säugling bis zur 80-jährigen Seniorin und von der Ur-Luzernerin bis zur Touristin, hätten sich – auch unter den strengen Schutzmassnahmen – viele spontane Begegnungen und Gespräche ergeben.

Der Kampf muss weitergehen

«Wir haben lange diskutiert, ob wir den Anlass überhaupt durchführen sollen», sagt Boo rückblickend. «Letztlich war es uns aber wichtig, ein Zeichen zu setzen, dass wir – gerade auch in dieser schwierigen Zeit – weiter arbeiten und auf unsere Anliegen aufmerksam machen müssen.»

Entsprechend ist heute schon klar, dass es auch im kommenden Jahr, wenn sich etwa das Frauenstimmrecht auf nationaler Ebene zum fünfzigsten Mal jährt, Aktionen in Luzern folgen werden.

Das geschah seit dem 14. Juni 2019 in Luzern in Sachen Gleichstellung:

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