Franz Zemp tritt als Pfarreileiter und Seelsorger zurück
  • Gesellschaft
Franz Zemp will sich nächstes Jahr beruflich neu orientieren.

Bekannter Luzerner Geistlicher geht per Ostern 2021 Franz Zemp tritt als Pfarreileiter und Seelsorger zurück

2 min Lesezeit 6 Kommentare 06.08.2020, 13:22 Uhr

Der Pfarreileiter vom Maihof – Pfarrei St. Josef will sich neu orientieren. Auch seine Arbeit als Seelsorger des Vereins Kirchliche Gassenarbeit gibt Franz Zemp ab.

Die Pfarrei Maihof verliert ein bekanntes Gesicht: Franz Zemp tritt als Leiter zurück, wie es im aktuellen Pfarreiblatt heisst. Noch bis Ostern 2021 bleibt Zemp in seinem Amt, dann will er sich beruflich neu orientieren. Auch seine Aufgabe als Seelsorger beim Verein Kirchliche Gassenarbeit, die er 2015 übernommen hatte, gibt er per Ende März 2021 ab.

Während der rund 25 Jahre, in denen er für die Katholische Kirche Stadt Luzern tätig war, eckte Zemp auch schon mal an. So kritisierte er beispielsweise 2015 die Kirchenoberen, nachdem die Bischöfe von Chur und Lausanne einen Pfarrer aus Bürglen aus der Pfarrei werfen wollten, weil dieser in der Kirche ein lesbisches Paar gesegnet hatte (zentralplus berichtete).

Seelsorger und Geistlicher – ein Spannungsfeld

Zemp kannte eine andere Welt: «Wir Seelsorgende stehen hier in einem Spannungsfeld. Einerseits gibt’s die strenge katholische Lehre, andererseits die realen Probleme und Herausforderungen der Leute, die zu uns kommen. Ich bin der Meinung, dass die Kirche für die Leute da sein muss», sagte er 2015 im Interview mit zentralplus.

Nicht nur in der Kirche, auch in der Gassenküche wird Zemp eine grosse Lücke hinterlassen. Fünf Jahre lang hat er die Menschen, die dort ein und aus gehen, begleitet, ihnen zugehört, mit ihnen gelacht, ihnen die Ängste zu nehmen versucht und ihnen Trost gespendet. «Ich möchte mich für die Gerechtigkeit und den Schutz einzelner Menschen einsetzen», sagte Zemp. Dabei musste er selbst oft miterleben, wie die Sucht Leben zerstörte (zentralplus berichtete).

Das alles lässt Franz Zemp nun hinter sich. Wer seine Nachfolge antritt, ist noch nicht bekannt, wie aus dem Pfarreiblatt zu entnehmen ist.

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6 Kommentare
  1. Meier-Machen, 06.08.2020, 16:23 Uhr

    Herr Bündler, haben Sie sich auch schon gefragt, was Jesus Christus eigentlich wollte und was er uns aufgetragen hat? Nämlich uns einzusetzen für Arme, Kranke, Gefangene, Randständige: Das hat er uns aufgetragen. Und das ist der Sinn des Christentums, der Sinn auch unserer katholischen Kirche. „Ich bin gekommen, dass sie das Leben haben und es in Fülle haben“ und „liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ sind die Worte Jesu. Und – ja, das ist Sozialarbeit, auch Diakonie genannt. Dazu gehören auch die Verkündigung, die Liturgie und die Gemeinschaft. Beten und sich besinnen ist genau so nötig. Das war nun eine kleine Aufklärung über den christlichen Glauben.

  2. Paul Bründler, 06.08.2020, 13:58 Uhr

    > «Wir Seelsorgende stehen hier in einem Spannungsfeld. Einerseits gibt’s die strenge katholische Lehre, andererseits die realen Probleme und Herausforderungen der Leute, die zu uns kommen.“

    Die Konzentration auf Letzteres ist der Untergang der Kirche, denn das ist Sozialarbeit und geht auch ideologisch den Weg von Linksgrün.
    Was dabei verloren geht ist die Spiritualität und die ist doch eigentlich der Kern von Religion.
    Wenn sich Geistliche verhalten wie Politiker, dann wählt man sie auch ab wie solche, indem man aus der Kirche austritt.
    Viele Leute wissen gar nicht mehr, wofür die eigentlich stehen.
    Ich habe oft ein Bedürfnis nach Beten und Besinnung, aber mit sozialistischen NGO-Pfarrern möchte ich nichts zu tun haben.
    Ich verstehe auch nicht, warum sich Teile der Kirche sich bei links anbiedern. Diese füllen das Kirchengestühl sicher nicht.
    Wahrscheinlich gilt auch für die Kirche: „Get Woke, Go Broke“

    1. CScherrer, 06.08.2020, 14:37 Uhr

      Vermutlich lieber eine Kirche wie diese im tiefsten Mittelalter war! Gottesfürchtig und bibelfest. Für sie gibt es wohl noch das Fegfeuer und das Zölibat ist das Mass aller Dinge. Rückwärtsgewandter und an Frustration nicht zu überbietender Kommentar. Was soll das Gelaber von linksgrün? Sie sollten sich vielmehr überlegen, wie die römisch-katholische Kirche zur Spiritualität zurückfindet. Gerade diese Kirche sollte sich wohl nicht zu weit aus dem Fenster lehnen und sich langsam aber sicher in Demut üben. Und wegbeten können auch sie die Sauereien der römisch-katholischen Kirche nicht. Mann, Mann!

    2. Paul Bründler, 06.08.2020, 15:57 Uhr

      @Scherrer: Sie sollten auf Ihre Wortwahl und Ihren Stil achten und argumentieren für meinen Geschmack zu oft „ad hominem“ (Habe ich nicht nur hier beobachtet).

      Ja natürlich: „Gottesfürchtig und bibelfest“ was soll Kirche und Religion denn sonst sein?
      Wenn sie das nicht ist, dann ist sie überflüssig. Vielleicht ist sie das ja auch.
      Für das, was Sie meinen, haben wir jedenfalls den Sozialstaat.

    3. Sandra, 06.08.2020, 17:24 Uhr

      Radikales Gedankengut ist nie der Natur des Menschen entsprechend! Egal aus welcher Richtung! Es ist unreflektiert und schliesst alles andere aus!
      Dieses dient dem Individuum als reines Zugehörigkeits- bzw. ich-bin-wichtig-gefühl den es sonst nicht finden kann. Herdentiere..
      Das hat nichts mit christlichen Werten zu tun! Wer denkt andere Leben Religion „falsch“ denkt radikal..

    4. CScherrer, 07.08.2020, 09:45 Uhr

      @Paul Bründler: Nein!

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