Frage um Lärmschutz von Kriens geht ans Bundesgericht
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Hat das Geld für seine Klage zusammenbekommen: Dominik Hertach. (Bild: zvg)

Spendenaufruf war erfolgreich Frage um Lärmschutz von Kriens geht ans Bundesgericht

2 min Lesezeit 1 Kommentar 02.10.2020, 14:24 Uhr

Die Luzernerstrasse in Kriens wurde lärmsaniert – auf dem Papier. Laut ist es immer noch. Initianten haben nun genug Geld gesammelt, um den Fall vor Bundesgericht zu ziehen. Sie erhoffen sich einen nationalen Präzedenzfall.

«Ich bin überwältigt», sagt Dominik Hertach in einer Medienmitteilung. Er ist Anwohner und Geschäftsinhaber an der Luzernerstrasse in Kriens und hat innerhalb von nur einer Woche 29’000 Franken gesammelt. Damit ist das Sammelziel praktisch erreicht und Hertach kann mit seiner Lärmklage ans Bundesgericht gelangen.

Über 60 Personen hätten Beträge zwischen 20 und 5000 Franken gespendet, wie Hertach schreibt. «Und zwar nicht nur aus Kriens, sondern der ganzen Region und sogar national, aus Zug, Zürich oder Vaduz.» Mit im Boot seien zudem die VCS-Sektionen Luzern, Solothurn, Ob- und Nidwalden, Zug und Lichtenstein oder der Stadtluzerner Quartierverein Hirschmatt-Neustadt.

Juristischer Vorzeigefall

Doch, wozu eine Klage? Die Luzernerstrasse in Kriens überschreitet die Lärmschutzwerte. Gemäss Stadt habe eine Lärmsanierung stattgefunden – zu laut ist es aber immer noch. Die Luzernerstrasse sei dabei nicht der einzige Fall. Gemäss Hertach seien rund 70’000 Personen im ganzen Kanton von solchen Nicht-Sanierungen betroffen (zentralplus berichtete).

Hertach und andere Anwohner der Luzernerstrasse wollen diese «Papiersanierungen» nun einklagen. Und mit den Spendengeldern können sie das jetzt auch. Sollte die Klage vom Bundesgericht gutgeheissen werden, hätte das Präjudizwirkung für alle «Papiersanierungen» in der Schweiz, so Hetrach weiter.

Das Thema bewegt

Hertach, der auch als Geschäftsführer des VCS Luzern amtet, wertet den raschen Erfolg seiner Spendensammlung als ein klares Zeichen dafür, dass das Thema Lärmschutz den Leuten unter den Nägeln brennt. «Sehr viele Leute sind betroffen und wollen die vorsätzliche Untätigkeit des Kantons Luzern – und anderer Kantone – nicht mehr hinnehmen.»

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1 Kommentare
  1. Hp. Käslin, 02.10.2020, 19:18 Uhr

    Traurig und ein Armutszeugnis für die Umweltpolitik, vorab der Mitteparteien, dass echte Verbesserungen der Lebensqualität gerichtlich eingeklagt werden müssen. Weil sich sonst wenig bewegt. Das haben wir auch schon beim Diesel-Betrug der Autoindustrie erlebt. „Old habits die hard“, aber zu hoffen ist, dass diese zuerst sterben, und nicht wir…

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