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Findet Lino Martschini mit neuen Partnern sein Glück?
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Der EVZ braucht mehr von ihm: Lino Martischini, hier im Eisatz gegen den SC Bern. (Bild: Felix Klaus)

EV Zug: Umstellung in den Sturmlinien Findet Lino Martschini mit neuen Partnern sein Glück?

3 min Lesezeit 24.10.2017, 12:43 Uhr

Drei Meisterschaftsniederlagen in Serie und der wenig überzeugende Sieg gegen Kloten im Cup am Sonntag haben einige Defizite, die der EVZ zuvor dank starken Resultaten kaschieren konnte, offen zutage treten lassen. Sorgenkind ist nach wie vor der Sturm – die zu grosse Abhängigkeit von der Paradelinie. Andere Leistungsträger müssen aus dem Schatten treten.

Wir haben an dieser Stelle bereits des öfteren Lobgesänge auf die tollen Leistungen der Toplinie um die Neuzugänge Stalberg und Roe angestimmt, aber kritisch darauf hingewiesen, dass deren Darbietungen die Angriffs-Ladehemmungen anderer potentieller offensiver Tenöre überstimmen. Die zu grosse Abhängigkeit von der Toplinie, die bisher 20 der 42 Zuger Tore erzielt hat, und deren Power-Play-Formation wurde in der letzten Woche offensichtlich, als Lammer, Roe und Stalberg gegen Lausanne und Langnau weitgehend glücklos blieben.

Dass es ausgerechnet Lammer war, der mit dem unbedeutenden Treffer gegen Langnau die über zweistündige Torflaute beenden konnte, ist äusserst bezeichnend. Ob der Sieg gegen Kloten im Cup als Trendwende angesehen werden kann, mag zumindest infrage gestellt werden. Denn die Zuger vermochten gegen den inferioren Prügelknaben der Liga über weite Strecken nicht zu überzeugen. Schliesslich konnten sie es dummen Strafen des Gegners und dem effizienten Power-Play, das auch in der Liga weiterhin zum Besten gehört, verdanken, doch noch in den Cup-Viertelfinal gestolpert zu sein.

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Leistungsträger mit Ladehemmung

Die Zuger sind trotz der momentanen Baisse im vierten Rang klassiert, weshalb kein Grund zur Panik besteht. Dennoch ist klar, dass die anderen Linien ihre Torproduktion unbedingt erhöhen müssen. Obwohl die Leistungen von Stürmern nicht ausschliesslich an ihrer Punkteausbeute gemessen werden sollten, dürfte man von Martschini und McIntyre dennoch mehr als ihre je zwei Treffer erwarten.

Sie erfüllen ihr Rendement wie Kast sowie Senteler, die erst je ein Tor verbuchen konnten, bei weitem nicht. Der letztjährige Topscorer Martschini ist denn auch mit seinem Saisonstart nicht zufrieden: «Ich bin zu wenig gelaufen. Mein Ziel ist es, in jedem Spiel ein paar Chancen zu kreieren und Abpraller zu provozieren. Das ist mir anfangs nicht gelungen, ich habe zu wenig an den Spielen teilgenommen.»

Zu wenige Schüsse und Abschlusspech

Ein Blick auf die Statistiken untermauert, dass Martschinis magere Ausbeute mit der geringeren Anzahl an Abschlüssen und Schusseffizienz zusammenhängt – wie bei McIntyre, Senteler und Kast. Traditionell gehört der 24-Jährige zu den häufigsten Schützen, letzte Saison führte er die Zuger mit 3,58 Schüssen pro Partie an – übrigens auch in den Playoffs mit 3,9 Schüssen pro Partie.

Diese Saison schiesst er pro Spiel nur noch 2.07 Mal auf das gegnerische Tor. Dies, gepaart mit viel Abschlusspech – seine Schusseffizienz von 6,45 Prozent liegt deutlich unter dem Mittel der letzten drei Qualifikationen – als jeweils über 12 Prozent seiner Schüsse im gegnerischen Netz zappelten – führt zu seiner mageren Ausbeute von zwei Treffern nach 15 Spielen.

Gefragt ist Dominanz

Aufgrund von Martschinis üblicherweise weit höheren Schusseffizienz ist – jedenfalls aus mathematischer Sicht – davon auszugehen, dass diese mittelfristig wieder aufs gewohnte Niveau zurückkehren wird. Mehr Grund zur Sorge bereitet die tiefere Anzahl an Schüssen.

Diese hängt weniger mit Glück oder Pech zusammen, sondern mit dominanten Auftritten während den Einsätzen. Martschini versucht deshalb, diese wieder zu erhöhen. «In den letzten Spielen konnte ich wieder mehr kreieren. Ich muss aber noch schneller schiessen und noch mehr Zug auf das gegnerische Tor entwickeln.»

Sorgen neue Linien für mehr Gefahr?

Coach Kreis hat dieses Wochenende erstmals bei personellem Vollbestand in der Offensive die Linien umgestellt. Klingberg spielte neben McIntyre und Suri, während Martschini neu mit Senteler und Diem respektive Kast auflief. Der Flügelstürmer zieht eine positive erste Zwischenbilanz: «Wir haben viel probiert und uns Chancen erarbeitet.» Zwar fehlten noch einige Automatismen, doch das Trio sei «gut genug, um uns anzupassen.»

Den nächsten Beweis hierfür können sie heute Abend in der Reprise gegen Kloten liefern. Vielleicht wird sich Martschinis Game-Winning-Goal im Cup nun befreiend auswirken.

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