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Ferien – für die Katz
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Harmonisches Zusammenleben von Hund und Katze. Ausschlaggebend ist der Charakter der Tiere. Auch dafür, was mit ihnen während des Urlaubs geschehen soll. (Bild: les )

Hochsaison in Luzerner Tierheimen Ferien – für die Katz

4 min Lesezeit 19.07.2015, 05:00 Uhr

Ferienzeit: Viele Luzerner haben seit längerem ihren Sommerurlaub gebucht und verreisen nun mit Kind und Kegel. Hund und Katze bleiben dabei häufig zu Hause. Während etliche Tierhalter sich frühzeitig um das Plätzchen für ihre Haustiere kümmern, gibt es auch andere.

Kurz vor den verdienten Sommerferien ist man gefordert. Die Pflanzen sollten nicht verdorren, der Inhalt des Kühlschranks nicht vergammeln und das Haustier nicht verhungern. Also: Nachbar mit Pflanzengiessen beauftragen, Kühlschrank leeren und den Tiernapf für die nächsten zwei Wochen mit genügend Futter füllen. Naja, der dritte Punkt entspricht nicht den optimalen Ferienvorbereitungen. Denn die Haustiere sind nicht nur auf Futter angewiesen, sondern auch auf frische Luft, ausreichend Bewegung und soziale Kontakte. Eine beliebte Variante ist, die Haustiere während der eigenen Ferien auch in den Urlaub zu schicken.

«Tierhalter, welche sich so verhalten, sind Amateure.»

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Roland Kohler, Chef-Tierpfleger des Tierheims an der Ron

Kater Büebi beäugt die Kamera kritsch (Bild: zvg).

Kater Büebi beäugt die Kamera kritsch (Bild: zvg).

Beim Tierheim an der Ron des Tierschutzvereins Luzern herrscht momentan Hochbetrieb. «Sämtliche Plätze sind bereits seit Mai ausgebucht», sagt Chef-Tierpfleger Roland Kohler. Leider gebe es immer wieder Tierhalter, denen sehr spät in den Sinn kommt, ein Plätzchen für ihr geliebtes Tier zu suchen. In diesem Fall würden die Tierhalter an die umliegenden Tierheime und Tierhotels weitergeleitet. «Es hat mit Egoismus zu tun, wenn man nur an seine Ferien denkt und das Wohl des Haustieres dabei vergisst», so Kohler. Man spürt, dass ihm die Tiere am Herzen liegen. «Tierhalter, welche sich so verhalten, sind Amateure.» Sonstigen kurzfristig organisierten Tieraufenthalten, die unverschuldet entstehen, etwa aufgrund von Krankheit der Besitzer, bringt Kohler wesentlich mehr Verständnis entgegen.

Hund macht gerne Urlaub

Eine Möglichkeit ist natürlich, das Haustier in die Ferien mitzunehmen. Ortsgebundene Tiere wie Katzen und andere Kleintiere sollten zwar zu Hause bleiben, Hunde begleiten ihr Herrchen jedoch gerne. Ausnahmen sind Fernreisen, die aufgrund von Flugzeit und Klimawechsel mehr Stress als Freude bedeuten und dem Hund erspart bleiben sollten, wenn es sich nur um eine kurze Urlaubsreise handelt.

Auch hier gilt, sich frühzeitig mit der tierischen Begleitung auseinanderzusetzen. Mittlerweile gibt es spezialisierte Destinationen, die sich auf die Mitnahme von Haustieren ausgerichtet haben. Insbesondere in Wanderregionen findet man auch hundefreundliche Hotels. Jeder Tierbesitzer kennt den Charakter seines Tieres am Besten und kann beurteilen, was dem Tier zugemutet werden kann.

Tier allein lassen = Verstoss gegen das Tierschutzgesetz

Auch bei der Tierschutzorganisation Vier Pfoten ist die Problematik bekannt. Kampagnenleiterin Lucia Oeschger sagt auf Anfrage: «Es ist Pflicht, sich bereits bei der Anschaffung des Tieres damit zu beschäftigen, was mit ihm während eines Urlaubs geschieht.» Im Idealfall könne das Tier zu Hause in seiner gewohnten Umgebung von dem Tier bekannten Personen betreut werden. Ansonsten sollte man sich frühzeitig um einen professionellen Betreuungsdienst bemühen. Das Tier einfach alleine zu Hause zu lassen, geht laut Oeschger überhaupt nicht. «Damit verstösst man je nach Ausmass und Tierart gegen das Tierschutzgesetz.» Jedes Tier brauche frisches Wasser und regelmässige Kontrollen des Gesundheitszustandes. «Leider kommt es auch immer wieder zu Fällen, wo Haustiere ausgesetzt oder einfach in Heimen abgegeben werden», sagt Oeschger.

Dank der Hundechippflicht habe die Anzahl Aussetzungen in den letzten Jahren abgenommen. Hundehalter könnten innert Kürze identifiziert und auch bestraft werden. «Auch bei Katzen wäre eine Chippflicht wünschenswert», sagt Kohler vom Tierheim an der Ron. Findelkatzen und junge Katzen, die bei ihm ins Tierheim kommen, werden kastriert und gechippt, bevor ein neuer Platz vermittelt wird.

Roland Kohler, Chef-Tierpfleger, liegt das Wohl der Tiere sehr am Herzen (Bild: zvg).

Roland Kohler, Chef-Tierpfleger, liegt das Wohl der Tiere sehr am Herzen (Bild: zvg).

Asoziale Tiere kommen in Einzelhaft

Das Tierheim an der Ron bietet Platz für 90 bis 100 Ferienhunde und 110 bis 120 Katzen. Dazu beheimatet das Tierheim noch Nager, Reptilien und Vögel. Die Tiere werden nach den Vorschriften des schweizerischen Tierschutzes gehalten und von einem grossen Team an Tierpflegern betreut.

Das Tierheim an der Ron bietet Unterschlupf für die Haustiere, deren Halter in den Urlaub reisen (Bild: zvg).

Das Tierheim an der Ron bietet Unterschlupf für die Haustiere, deren Halter in den Urlaub reisen (Bild: zvg).

Die Katzen werden in Achter- und Hunde in Zweierzimmern gehalten. «Wir schauen natürlich, dass die Tiere zueinander passen», erklärt Kohler. Die Tiere hätten es gut untereinander. Gibt es allerdings solche, die charakterlich nicht mit anderen zusammenleben können, wird eine andere Lösung gesucht. Betroffen sind insbesondere Freigänger-Katzen, welche durch die Anwesenheit von Artgenossen in Stress geraten. «Solche Tiere kommen in Einzelhaft», sagt Kohler und lacht dabei. Schliesslich sei das Tierheim eher Hotel als Gefängnis.

Katzen sind sensibler als Hunde

Voller Stolz präsentiert «Charly» seine weisse Brust (Bild: zvg).

Voller Stolz präsentiert «Charly» seine weisse Brust (Bild: zvg).

Der Kontakt mit den Kunden, die ihre Tiere ins Tierheim in die Ferien geben, sei ganz unterschiedlich. «Es gibt Kunden, die nachfragen, wie es um ihr Tier steht, und solche, die es einfach am Ende ihrer Ferien wieder abholen.» In Notfällen würden die Tierhalter informiert. Auch hinterlasse der Tierhalter die Adresse seines Tierarztes, falls ein medizinisches Problem auftauchen sollte. «Dies passiert jedoch selten», so Kohler. Zusätzlich verfügt das Tierheim über einen eigenen Tierarzt, der zweimal pro Woche vorbeischaut und jederzeit für Notfälle erreichbar ist.

Krambambuli freut sich über Menschenkontakt (Bild: zvg).

Krambambuli freut sich über Menschenkontakt (Bild: zvg).

Und wie gehen die Tiere mit der neuen Umgebung und der Trennung von ihrem Herrchen um? «Bei Hunden ist das sehr selten problematisch. Sie passen sich schnell an und gewöhnen sich auch rasch an die Mitarbeiter des Tierheimes.» Viermal pro Tag werde mit den Hunden gespielt, was diesen natürlich Spass bereite. «Katzen sind eher anfällig. Es gibt sehr ängstliche Katzen, die sich wirklich kaum bewegen und sich verkriechen.»

 

Leider darf zentral+ keine Fotos der «Ferien-Tiere» zeigen. Dies bräuchte das Einverständnis der Tierhalter – welche wir natürlich nicht im Urlaub stören wollen. Büebi, Charly und Krambambuli leben fix im Tierheim an der Ron.

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