Feiern bis in die Nacht erlaubt – dank Kopfhörern
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So ausgelassen wie an dieser Silent Party in Amerika könnte es am Funk am See-Festival auch zu und her gehen. (Bild: zVg)

News zum Luzerner Funk am See-Festival Feiern bis in die Nacht erlaubt – dank Kopfhörern

4 min Lesezeit 29.04.2016, 14:55 Uhr

Länger, aber leiser: Nachtschwärmer können am Funk am See-Festival neu bis 2 Uhr 30 feiern. Damit die Lido-Anwohner nicht darunter leiden, greifen die Organisatoren zu einer lärmdämmenden Massnahme, die viel Spass verspricht. Weniger spassig würde es allerdings, wenn das Wetter nicht mitspielt – dann drohen ernsthafte Konsequenzen.

Das diesjährige Funk am See-Festival auf der Lido-Wiese wartet mit ein paar Neuerungen auf, die bei Nachtschattengewächsen für Verzückung sorgen werden.

Zum einen dürfen die Organisatoren vom Radio 3FACH-nahen Verein Open-Air Lido-Wiese das Gelände abends länger öffnen. Und zwar sowohl am Freitag, dem 27., wie auch am Samstag, dem 28. August, jeweils bis 2 Uhr 30. Bei der letzten Durchführung vor zwei Jahren mussten die Besucher um 1 Uhr 30 aus dem Areal komplementiert werden. Um die Nachbarschaft aber nicht unnötig zu beschallen, dürfen die Bands am Freitag nur bis 22 Uhr und am Samstag bis Mitternacht spielen.

2014 rocken Disco Doom die Lidowiese – das trübe Wetter ist gut zu erkennen.

2014 rocken Disco Doom die Lidowiese – das trübe Wetter ist gut zu erkennen.

(Bild: Demian Hartmann)

Es braucht Hunderte von Kopfhörern

Danach jedoch müssen die Festivalteilnehmer nicht auf eine ordentliche Freiluft-Disco verzichten – sofern sie sich etwas über die Ohren stülpen. «Wir organisieren mehrere hundert Kopfhörer für eine Silent-Disco», sagt Yanik Kloter. Kloter ist sowohl beim Radio 3FACH wie auch beim Verein Open-Air Lido-Wiese fürs Marketing zuständig.

Konkret ist geplant: Zwei DJs legen gleichzeitig Musik auf, und zwar unterschiedliche. Einer vielleicht Hip-Hop, der andere Rock. Die Tanzfreudigen schnappen sich einen Kopfhörer und können auf diesem selber einstellen, welchen DJ sie hören wollen. «Das hat den Vorteil, dass die Nachbarn durch die Musik nicht gestört werden», sagt Kloter. Und sehr lustig anzusehen ist es auch, wie sich die Leute komplett unterschiedlich im Rhytmus des jeweiligen Musikstils bewegen.

So lustig kann eine Silent Party sein.

So lustig kann eine Silent Party sein.

(Bild: zVg)

Aufspringen auf den Street-Food-Zug

Zum anderen wollen die Festivalorganisatoren auf den grassierenden Street-Food-Hype aufspringen: Am Samstagmittag soll laut Kloter eine vielfältigere Essens-Auswahl angeboten werden. Auch der Unterhaltungsteil werde etwas ausgebaut. «Wir möchten den Besuchern schon am Samstagnachmittag ein cooles Erlebnis bieten.»

Essensstände wie diesen vom Sedel sollen künftig noch mehr Gewicht erhalten.

Essensstände wie diesen vom Sedel sollen künftig noch mehr Gewicht erhalten.

(Bild: Damian Hartmann)

Ansonsten bleibt sich das Funk am See treu. Vierzehn Bands werden um die Gunst des Publikums buhlen. Davon vier aus Luzern (Wavering Hands, Hanreti, Touch und LCone) und drei aus dem Ausland: Romare aus England, Liss aus Dänemark und Her aus Frankreich. Grosse bekannte Namen sucht man vergebens. Aber Kloter ist überzeugt: «Den einen oder anderen Namen im Line-up wird man in ein paar Jahren auf ganz anderen Bühnen sehen und wird dann wohl kaum mehr am Funk am See spielen; Slow Magic etwa war vor zwei Jahren bei uns und ist jetzt am Openair Zürich zu bewundern.»

Sorge wegen 40’000 Franken Defizit

Die Bandauswahl ist mitunter auch dem engen finanziellen Korsett geschuldet. Denn auf Rosen gebettet ist der veranstaltende Verein nicht. Auch weil das alle zwei Jahre stattfindende Open-Air im Jahr 2014 ein hässliches Loch von 40’000 Franken in die Vereinskasse riss. Grund: Das üble Wetter. «Deshalb sind wir nun extrem darauf angewiesen, dass diesen Sommer das Wetter mitspielt», sagt Kloter. Denn die Rechnung ist banal: Schönes Wetter gleich mehr Besucher, gleich mehr Umsatz an den Bars.

Überlebt das Festival?

Auf diesen Umsatz sind die Macher umso mehr angewiesen, als das Festival am See nach wie vor gratis zu besuchen ist. Rund 13’000 Musikfans lassen sich das im Schnitt nicht entgehen. Etwas Geld kommt sonst nur noch von Sponsoren und Stiftungen rein. Und was passiert, wenn das Funk am See heuer erneut «verschifft» wird? Kloter mag gar nicht daran denken. «Je nachdem müssten wir eventuell Konsequenzen ziehen. Wir müssten überlegen, ob und in welcher Form wir das Open-Air 2018 noch durchführen könnten.» Eine Option sei, dann doch wieder Eintritt zu verlangen, wodurch man mit dem Erlös aus dem Vorverkauf schon mal gewisse Einnahmen sichergestellt hätte. Auch eine Redimensionierung könnte dann allenfalls geprüft werden: Nur noch eine Bühne oder nur noch einen Festivaltag, statt deren zwei.

Auch Mimiks sorgte 2014 für Stimmung.

Auch Mimiks sorgte 2014 für Stimmung.

(Bild: Damian Hartmann)

300 Helfer gesucht

Aber von diesem Szenario lassen sich Kloter und seine Mitstreiter nicht die Vorfreude aufs Funk am See 2016 verderben. Aktuell setzt ein sechsköpfiges OK alles daran, dass am letzten Augustwochenende alles reibungslos funktioniert. Dazu braucht es rund 300 freiwillige Helfer. Wer Interesse hat, kann sich auf der Webseite des Festivals anmelden. «Ohne diese Helfer wäre das Ganze unmöglich zu stemmen», sagt Kloter. Und er garantiert: Wer als Helfer am Start ist, wird eine gute Zeit in einem guten Team erleben. Speziell dann, wenn das Wetter mitspielt.

Hände hoch! Feiernde Festivalbesucher 2014.

Hände hoch! Feiernde Festivalbesucher 2014.

(Bild: Demian Hartmann)

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