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FDP-Vizepräsidentin kehrt SVP-Grüters Komitee den Rücken
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Die Vizepräsidentin der FDP Luzern, Anne-Sophie Morand, bestreitet, dass sie zu einem Austritt aus Franz Grüters Komitee gedrängt wurde. (Bild: Facebook)

Luzerner Liberale wollen Andrea Gmür unterstützen FDP-Vizepräsidentin kehrt SVP-Grüters Komitee den Rücken

4 min Lesezeit 10.07.2019, 05:21 Uhr

Zwei prominente FDP-Frauen haben die Ständeratskandidatur von Franz Grüter (SVP) unterstützt. Nun gab Vizepräsidentin Anne-Sophie Morand den Rücktritt aus dem Komitee bekannt. Sie bestreitet, dass sie unter Druck gesetzt wurde.

Die FDP-Parteileitung will bei den Ständeratswahlen im Herbst eine Liaison mit der CVP eingehen. Das Duo Damian Müller (FDP) und Andrea Gmür (CVP) soll künftig den Stand Luzern im Stöckli vertreten. Die Delegierten werden am 22. August definitiv über das Vorgehen bestimmen.

An den entsprechenden Sitzungen der Geschäftsleitung und der erweiterten Geschäftsleitung seien keine Voten gegen ein gemeinsames Ticket mit der CVP gemacht worden, teilt FDP-Präsident Markus Zenklusen auf Anfrage mit.

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Dies erstaunt. Denn mit Vizepräsidentin Anne-Sophie Morand und Karin Ruckli, Präsidentin der FDP Frauen, waren an dieser Sitzung zwei Frauen dabei, welche aktiv im Komitee von SVP-Kandidat Franz Grüter fungierten. «Die Partei ist für mich nebensächlich. Es ist der Mensch, der für mich zählt», sagte Morand kürzlich zur «Luzerner Zeitung». Ein Austritt sei «kein Thema».

Mittlerweile hat der Wind gedreht: Morand ist aus dem Komitee von Franz Grüter ausgetreten. Es wird darüber spekuliert, dass massiver Druck auf Morand ausgeübt wurde. Von offizieller Seite wird dies jedoch bestritten.

Morand tritt aus, Ruckli bleibt

Parteipräsident Markus Zenklusen sagt: «Anne-Sophie Morand ist dem Komitee beigetreten, bevor sie Vizepräsidentin der FDP wurde. An der angesprochenen Sitzung haben wir die Angelegenheit thematisiert, daraufhin hat sich Morand aus freien Stücken aus dem Komitee von Franz Grüter zurückgezogen.» 

«Es wurde kein Druck auf mich ausgeübt, aus dem Komitee auszutreten.»

Anne-Sophie Morand

Morand sagt: «Die Zusage für die Mitgliedschaft im Unterstützungskomitee von Franz Grüter erfolgte aus freundschaftlichen Gründen sowie aufgrund des grossen, gemeinsamen Interesses für den Bereich der Digitalisierung.» Nun sei die Mitgliedschaft mit der zwischenzeitlichen Funktion als Vizepräsidentin und mit dem Entscheid der Parteileitung nicht mehr vereinbar. «Ich stehe hinter dem Entscheid der Geschäftsleitung», sagt Morand und bekräftigt: «Es wurde kein Druck auf mich ausgeübt, aus dem Komitee auszutreten.» Als Reaktion auf den Zeitungsbericht habe sie zahlreiche Reaktionen erhalten, ihre Mitgliedschaft kritisch hinterfragt und schliesslich einen persönlichen Entschluss gefasst.

«Schlussendlich entscheidet jeder selber über seine Komitee-Mitgliedschaft.»

Thomas Meier, FDP-Kantonsrat

Noch immer Mitglied des Komitees von Franz Grüter ist Karin Ruckli. Sie war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. FDP-Präsident Markus Zenklusen akzeptiert diese Mitgliedschaft: «Wir sind keine diktatorische Partei.» Mit unterschiedlichen Positionierungen umgehen zu können, gehöre zum Tagesgeschäft eines Parteipräsidenten.

FDPler in beiden Komitees

Auch nicht auf der Linie der Geschäftsleitung befindet sich FDP-Kantonsrat Thomas Meier. Der Mitinhaber und CEO des Lehner-Versands in Schenkon wirbt – neben seinem Parteikollegen Damian Müller – auch für den SVP-Kandidaten. Meier sagt: «Franz Grüter wohnt in der Nachbargemeinde.» Als Unternehmer kenne man sich. «Ich kann die Beweggründe der Geschäftsleitung aus wahltaktischen Gründen natürlich nachvollziehen. Schlussendlich entscheidet aber jeder selber über seine Komitee-Mitgliedschaft», sagt Meier. Und sowieso: Die CVP habe ihn im Gegensatz zu Franz Grüter nie um Unterstützung gebeten. Er habe keine negativen Reaktionen seitens der Geschäftsleitung erhalten. «Ich bin halt nur Kantonsrat», sagt er und spielt damit auf die oben beschriebenen Vorgänge an. Kommentieren will er diese nicht.

Fraktionschef Andreas Moser, selbst Teil der Geschäftsleitung, ist hingegen bereits den Komitees von Damian Müller und Andrea Gmür beigetreten. «Die beiden ergänzen sich hervorragend und werden den Kanton ausgewogen vertreten: geschlechter-, regionen- und generationenübergreifend», sagt Moser. Es befänden sich bereits einige gewichtige FDPler im Komitee von Andrea Gmür. «Dies wird sich nach dem Entscheid der DV vom 22. August nochmals verstärken und eine klare FDP-Haltung zeigen», prognostiziert Moser. Dass vereinzelte FDP-Mitglieder Kandidaten aus anderen Parteien unterstützen, komme vor.

Eine interessante Taktik wählt FDP-Kantonsrat Gaudenz Zemp. Der Direktor des KMU- und Gewerbeverbands Luzern (KGL) engagiert sich gleich in allen drei Komitees. Zemp sagt: «Mit meiner Präsenz in den Komitees bringe ich zum Ausdruck, dass alle drei aus KMU-Sicht zu empfehlen und wählbar sind.» Er trete den Komitees also in seiner Funktion als KGL-Direktor bei, wie er es bei einer entsprechenden Parolenfassung oder Wahlempfehlung immer tue. Dass er nur zwei Personen effektiv wählen könne, sei klar, seine private Meinung jedoch nicht von öffentlichem Interesse.

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