FCL will Lucas Alves halten – kommt Pirmin Schwegler?
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Mit Luzerns Interims-Captain Lucas Alves auf dem Rücken feiert Torschütze Blessing Eleke am Samstagabend das 2:0 gegen Titelverteidiger YB. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Sportchef Remo Meyer plant nächste Saison FCL will Lucas Alves halten – kommt Pirmin Schwegler?

4 min Lesezeit 05.02.2020, 10:27 Uhr

Er führte den FC Luzern bei den beiden Siegen zum Rückrundenstart als Captain aufs Feld und stand in bisher 20 Meisterschaftsspielen in der Startformation – aber sein Vertrag läuft aus. Nun steht Lucas Alves (27) vor einer Verlängerung der Zusammenarbeit. Und Pirmin Schwegler vor einer Rückkehr zu seinem Stammklub?

Der Mann ist eine Wucht: Nicht nur wegen seiner Körpergrösse von über 1,90 Metern. Er räumt kompromisslos ab, wer sich in die Nähe des Luzerner Kastens wagt. Tore zu verhindern, ist sein Job. Aber der kopfballstarke Lucas Alves schaltet sich bei Balleroberung auch gerne in den Gegenangriff ein.

So wie beim Siegtor im ersten Rückrundenspiel gegen Zürich (3:2). Seine spielerische Klasse setzt ihm dabei zwar gewisse Grenzen. Aber die Leidenschaft für das, womit er sein Geld verdient, ist sein unermüdlicher Motor. Das verschafft ihm Präsenz auf dem Platz.

Selbst Fabio Celestini, ein Verfechter des technisch und taktisch gefälligen Fussballs, zeigte sich vor dem zweiten Sieg der Rückrunde gegen YB beeindruckt: «Alves gibt an jedem Arbeitstag mindestens 100 Prozent. Seine Einstellung reisst die Teamkollegen mit.»

Meyer: «Verhandlungen laufen»

Wenn der aus einfachsten Verhältnissen stammende Brasilianer will, ist eine Vertragsverlängerung über diesen Sommer nur noch Formsache. FCL-Sportchef Remo Meyer bestätigt auf Anfrage von zentralplus: «Wir befinden uns in Verhandlungen. Er ist eine Leaderfigur mit hoher Präsenz auf dem Platz.» Das Transferfenster in der Schweiz ist noch bis zum 17. Februar offen.

«In seinem Alter ist die Gesundheit das Wichtigste.»

FCL-Sportchef Remo Meyer über Christian Schwegler

Lucas Alves arbeitet seit Januar 2017 für den FCL, der am Sonntag (16 Uhr) zum Auswärtsspiel in Neuenburg antreten wird. Auf den auf einem abstiegsbedrohten Platz liegenden Gegner weisen die Luzerner 9 Punkte Vorsprung auf.

Kann Schweglers Körper noch?

Der in der Teamhierarchie wichtigste Spieler, der im aktuellen FCL-Kader einen per Saisonende auslaufenden Vertrag besitzt, ist Christian Schwegler. Er ist bei Jobantritt von Trainer Fabio Celestini Anfang Januar zum neuen Captain befördert worden. Doch seine Luzerner Teamkollegen konnte er in dieser Funktion und Verantwortung noch nicht aufs Feld führen, weil er am Knie verletzt ist und infolgedessen noch krank wurde.

Bedeutet die Beförderung, dass der im Juni 36 Jahre alt werdende Christian Schwegler noch ein weiteres Jahr als Profi anhängt? «Innerhalb von zwei Jahren hatte er jetzt zwei happige Knieverletzungen. In seinem Alter ist die Gesundheit das Wichtigste. Wir sind im Austausch über seine berufliche Zukunft. Es ist aber zu früh, um zu sagen, in welche Richtung es gehen wird», sagt Meyer. Die FCL-Verantwortlichen wollen Schwegler nach dessen Karriereende im Klub in noch zu definierendem Aufgabengebiet weiterbeschäftigen (zentralplus berichtete).

Ein starkes Signal ans Klubumfeld

Selbst wenn Christian aufhören sollte, könnte der FCL nächste Saison einen Schwegler im Kader haben – seinen jüngeren Bruder Pirmin (32) nämlich. Der frühere Bundesliga-Profi hat einen auslaufenden Vertrag mit den Western Sydney Wanderers. Der defensive Mittelfeldspieler wäre im Sommer ablösefrei zu haben.

«Spieler mit FCL-Vergangenheit sind bei uns immer auf dem Radar.»

Remo Meyer über Pirmin Schwegler

Meyer signalisiert Interesse an einer Verpflichtung: «Pirmin Schwegler ist eine Persönlichkeit, die eine eindrückliche Karriere gemacht hat. Spieler mit FCL-Vergangenheit sind bei uns immer auf dem Radar.»

Eine Verpflichtung von Pirmin Schwegler wäre ein starkes Signal ans Klubumfeld im Sinne eines Aufbruchs in eine sportlich bessere Zukunft (zentralplus berichtete).

Kauft der FCL Matos von Udinese ab?

Und wie geht es mit Ryder Matos weiter? Der Brasilianer, der in der Vorrunde jeweils nur von der Ersatzbank aus ins Spielgeschehen eingreifen konnte, blüht unter Fabio Celestini auf. In seinen beiden Einsätzen von Beginn weg im 2020 hat er schon viel Gutes bewirkt (zentralplus berichtete).

«Ryder Matos zahlt das in ihn gesetzte Vertrauen zurück.»

Der Leihvertrag des 26-Jährigen läuft Ende Saison aus, der FCL kann den schnellen Offensivspieler von Udinese Calcio auf der Basis einer Kaufoption definitiv übernehmen. Meyer sagt: «Er hatte sechs schwierige Monate mit wenig Chancen, sich zeigen zu können. Nun zahlt er das in ihn gesetzte Vertrauen zurück. Auch bei ihm ist die Tendenz offen.»

Wird der Krienser Jan Elvedi zum Thema?

Defensivbeisser Simon Grether (27), Mittelstürmer Shkelqim Demhasaj (23), Aussenläufer Eric Tia (23) und Goalie David Zibung (36) befinden sich hingegen auf Abschiedstour. Hätten sie überzeugen und Potenzial für eine berufliche Zukunft in Luzern aufzeigen können, wäre ihr am Saisonende auslaufender Vertrag bereits verlängert worden. Zibung wird nach seinem Karriereende in anderer Funktion für seinen Stammklub weiterarbeiten.

Mit dem Abgang von Innenverteidiger Lazar Cirkovic wird der FCL aller Wahrscheinlichkeit nach noch aktiv auf dem Transfermarkt. Eine Option könnte dabei SCK-Verteidiger Jan Elvedi (23) werden, der Zwillingsbruder von Gladbach-Söldner und Nationalspieler Nico.

Sein Trainer Bruno Berner traut Jan Elvedi zu, sich in der höchsten Spielklasse etablieren zu können (zentralplus berichtete). Und mit Fabio Celestini beschäftigt der FCL einen Trainer, der Spieler weiterentwickeln kann. Meyer, selber immer wieder Zaungast in Kriens, will sich nicht in die Karten schauen lassen: «Ich kommentiere keine Namen.»

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