FCL: Vertragsverlängerung mit Trainer Celestini ist richtig und wichtig
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Der eingeschlagene Weg wird weitergeführt werden: Trainer Fabio Celestini und der FCL verlängern ihre Zusammenarbeit bis 2023. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Klares Signal vor dem ersten Ernstkampf im 2021 FCL: Vertragsverlängerung mit Trainer Celestini ist richtig und wichtig

3 min Lesezeit 3 Kommentare 02.02.2021, 05:00 Uhr

Es ist zu einer wiederkehrenden Mission geworden: der FCL und sein Kampf gegen den Abstieg. Am Donnerstag im Heimspiel gegen Servette geht der nächste Vorhang auf. Das Schauspiel wird zum Crash-Test für die FCL-Führung, Trainer Fabio Celestini und die seit Sommer neu implementierte Fussballphilosophie. Eine Analyse.

Um die sportliche Situation des FC Luzern zu verstehen, reicht der Blick auf die aktuelle Tabelle der Super League nicht aus. Vielmehr muss das Rad der Zeit um ziemlich genau ein Jahr zurückgedreht werden.

Damals hat FCL-Sportchef Remo Meyer den Trainerneuling Thomas Häberli nach gut zehn Monaten und gegen die Meinung der meisten Medienschaffenden gefeuert.

Absolut zu Recht sah er keine Entwicklung der Luzerner. Weder als Mannschaft noch als Einzelspieler. Das konnte keine verlockende FCL-Perspektive für die auf Attraktivität ausgerichteten Sponsoren und Zuschauerinnen sein.

Also holte Meyer in sportlicher Not Fabio Celestini als neuen Übungsleiter (zentralplus berichtete). In den ersten fünf Spielen vor Ausbruch der Corona-Krise Anfang März 2020 holte der Romand seinerzeit 13 Punkte und verscheuchte das Abstiegsgespenst auf Anhieb von der Allmend.

Weitere Zusammenarbeit muss passen

Jetzt ist die sportliche Ausgangslage abermals eine vergleichbare wie vor einem Jahr und letztlich dennoch eine total andere: Der FCL soll sich mit voller Überzeugung seit Sommer 2020 von einer Fussball arbeitenden hin zu einer Fussball spielenden Mannschaft entwickeln.

Das entspricht dem Wesen und Wirken von Cheftrainer Fabio Celestini. Eine Strategie, die vom Sportchef Remo Meyer in tiefster Seele unterstützt wird (zentralplus berichtete).

Darum ist es logisch und richtig, dass die Zusammenarbeit zwischen dem FC Luzern und Fabio Celestini um zwei Jahre verlängert worden ist. Das passt. Vielmehr: Es muss passen.

Die FCL-Truppe mit ihren Desperados hat zweifellos spielerisches Potenzial (zentralplus berichtete), – das trifft gleichsam auf den 40-jährigen Sportchef Remo Meyer und 45-jährigen Trainer Fabio Celestini zu.

Jegliches Jammern ist zwecklos

Die Verlängerung der Zusammenarbeit mit dem wichtigsten Angestellten vor dem ersten Spiel in diesem Jahr gegen Servette ist aber ein wichtiges Signal an die FCL-Spieler. Schliesslich verdienen diese ihr Brot auch in aktuell schwierigen Zeiten nicht in erster Linie mit Arbeiten, sondern mit Spass am Spielen (zentralplus berichtete).

Getreu dem Motto: Der FCL setzt weiterhin auf Celestini, seine Art der Führung und seine Vorstellungen von Fussball. Punkt.

Jammern einzelner Spieler ist in Luzern zwecklos. Weder im Büro des Sportchefs noch hinter dem Rücken des Trainers. In letzter Konsequenz heisst das: Die Mission Ligaerhalt des FC Luzern kann nur dann gelingen, wenn Fabio Celestini und Remo Meyer die gleiche Sprache sprechen.

FCL-Abstieg droht trotz aller schönen Perspektiven

Trotz all der zurzeit rosarot scheinenden Perspektiven darf man eines nicht ausser Acht lassen: Die weiterführende Zusammenarbeit des FC Luzern mit Fabio Celestini ist ein riskantes Spiel. Schliesslich droht der Abstieg des Klubs in wenigen Monaten. Tritt dieser Fall ein, wird Celestinis Glaubwürdigkeit obsolet werden.

Tatsache in nächster Zeit ist: Die Punkte des FC Luzern im Kampf um den Klassenerhalt müssen erst mal eingefahren werden. Dabei ist es unerheblich, wie schön sich das sportliche Konzept der dafür verantwortlichen FCL-Protagonisten liest.

Fatal ist, sich durch die aktuelle Tabellenlage der Luzerner in falscher Sicherheit wiegen zu lassen. Fabio Celestinis Mannschaft besitzt einen Rückstand von drei Punkten auf das achtplatzierte Sion – bei zurzeit drei Spielen weniger.

Und sie hat mit 13 Punkten exakt zwei Zähler und zwei Spiele mehr auf dem Konto als der FC Vaduz, der den direkten Abstiegsplatz in die Challenge League belegt.

Das sind Fakten. Nur deren Fortgang bestimmt letztlich darüber, wie die sportliche Zukunft des FC Luzern und dessen aktuelle Verantwortliche aussehen werden.

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3 Kommentare
  1. CScherrer, 02.02.2021, 07:45 Uhr

    Das ist grundsätzlich alles richtig und dennoch verlängert Luzern den Vertrag ohne Not. Man hätte auch das Ende der Saison oder den definitiven Erhalt der Klasse abwarten können. Die vergangenen Jahr zeigen ein anderes Bild. Es ist also durchaus im Bereich des Möglichen, dass der FC Luzern in die Barrage gehen wird. Zumal keine Weiterentwicklung einzelner Spieler fest zu stellen ist. Ob dies das richtige Zeichen an die Spieler ist, wage ich mal zu bezweifeln. Die aktuelle Platzierung rechtfertigt eine Vertragsverlängerung sicher nicht.

    1. Philipp, 02.02.2021, 07:59 Uhr

      Ein Trainer mit auslaufendem Vertrag kann im Abstiegskampf einen Unruheherd darstellen, welcher einem das Genick brechen kann. Daher ist die Verlängerung zu diesem Zeitpunkt richtig und ein wichtiges Zeichen an die Spieler. Die Marschrichtung ist klar!

    2. CScherrer, 02.02.2021, 09:31 Uhr

      @Philipp: Da können Sie durchaus recht haben. Auf der anderen Seite bedeutet es auch, dass man in Luzern auch ohne die Erwartungen erfüllt und die Leistung erbracht zu haben, mit einem neuen Vertrag belohnt wird. So ist die vorzeitige Vertragsverlängerung nur eine Absicherung für den Betroffenen bis 2023, nicht aber für den FC Luzern. Dies ist störend und wiederholt sich unter Herr Meyer schon wieder.

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