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FCL verpasst den Millionensegen
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Die erste, einzige und letzte Torchance der Luzerner gegen YB: Der Kopfball von Pascal Schürpf springt nach dem Bodenkontakt übers Tor. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Meister YB verpasst dem FC Luzern eine 0:4-Abfuhr FCL verpasst den Millionensegen

3 min Lesezeit 25.05.2019, 22:36 Uhr

Fast eine halbe Stunde lebte der Traum der Luzerner von der Teilnahme an der Gruppenphase der Europa League. Dann traf Guillaume Hoarau per Kopf zum 0:1. Von da an wurde es, um es mit den Worten des FCL-Trainers zu sagen, «brutal».

Die Liga übergab den Bernern den Pokal, und so feierten im Rechteck des Stade de Suisse Zehntausende ausgelassen den Meistertitel. Den zweiten für YB in Serie. Drinnen, im Kabinengang, versuchten die Luzerner Worte zu finden für das, was sie zuvor abgeliefert hatten. 0:4 hiess es am Ende, und der FC Luzern durfte froh sein, nicht noch höher verloren zu haben.

Für den FCL heisst das: Platz 5 statt Platz 3 und zweite Qualifikationsrunde statt sichere Teilnahme an der Gruppenphase der Europa League. Ein Unentschieden hätte dem FCL für das Traumziel gereicht. Doch dafür hätte die Leistung eine andere, eine (viel) bessere sein müssen.

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Schürpf durchkreuzt eigenen Plan

«Wir wollten unbedingt in Führung gehen und haben uns darum vorgenommen, die erste Chance zu nutzen», startete Pascal Schürpf seine Analyse. Diese Chance bekam er in der 15. Minute per Kopf, reingemacht hat er sie allerdings nicht. «Ich habe nicht gedacht, dass der Ball so hoch vom Boden aufspringen kann», so die Erklärung des Baslers. Die Kugel flog über die Querlatte.

«Wenn die YB-Maschinerie läuft, dann wird es brutal.»

FCL-Trainer Thomas Häberli

Dazu muss man wissen: Es war die erste und gleichzeitig letzte Chance der Luzerner während der gesamten Spieldauer. «Es war klar, dass alles für uns hätte laufen müssen, um etwas holen zu können. Wir wollten die Standards gut verteidigen, bekamen aber das erste Tor nach einem Freistoss», übte FCL-Trainer Thomas Häberli leise Kritik.

Hoarau nickt den Ball herrlich ein

YB-Turm Guillaume Hoarau demonstrierte, warum er der beste Torschütze der Super League ist. Bei einem Freistoss von Ulisses Garcia gewann er den Zweikampf gegen William Tsiy Ndenge und nickte den Ball mustergültig ein. Es war nicht die erste, nicht die einzige und auch nicht die letzte Torchance für die Berner.

«Wenn die YB-Maschinerie in Gang kommt, dann wird es brutal», so Häberli. Er erinnert daran, wie er als Assistent des FC Basel im September an dieser Stätte gleich mit 1:7 getaucht ist. «Wir müssen überall besser werden, dann können wir hier eines Tages vielleicht mal etwas holen.» Der guten Ordnung halber sei angemerkt, dass sein Vorgänger René Weiler den Young Boys in der Vorrunde die einzige Heimniederlage in der abgelaufenen Saison beigebracht hat.

Ein deutlicher Qualitätsunterschied

Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Zwischen YB und Luzern gab es einen deutlichen Qualitätsunterschied, den der Gastgeber in der zweiten Halbzeit konsequent in Tore ummünzte. Die YB-Fans begannen, sich, ihre Meisterhelden und erst recht jene, die den Klub verlassen, zu feiern.

«Wir müssen in erster Linie froh sein, dass wir nichts mit dem Abstieg zu tun hatten.»

Thomas Häberli

Die FCL-Protagonisten, die sich hinterher den Medien stellten, waren unisono der Ansicht, sie hätten Rang 3 nicht in der letzten Runde verspielt. Eine nachvollziehbare Sichtweise. Zum Beispiel haben die Luzerner bloss 3 von möglichen 12 Punkten gegen den Aufsteiger und Barrage-Teilnehmer Neuenburg Xamax geholt. Aber 24 von insgesamt 46 Punkten in den acht Spielen gegen Absteiger GC und das sechstplatzierte St. Gallen.

FCL muss drei Runden überstehen

«Es war eine Saison mit Problemen», blickte Häberli auf das Abschneiden der Luzerner 2018/19 zurück. «Deshalb müssen wir in erster Linie froh darüber sein, dass wir nichts mit dem Abstieg zu tun hatten.»

Der FCL steigt nun in der 2. Runde der Qualifikationsphase für die Gruppenphase der Europa League ein. Hinspiel ist am 26. Juli, das Rückspiel am 2. August. Drei Runden müsste der FCL überstehen. Ein Unterfangen, das noch aussichtsloser zu sein scheint als ein Punktgewinn gegen YB am Samstagabend. In bislang sechs Anläufen seit 2010 hat der FCL auf europäischer Bühne nicht ein Duell für sich entscheiden können (zentralplus berichtete).

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