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FCL-Unvermögen verlängert das Job-Playoff für Meyer und Häberli
  • Sport
Der FCL hat das wichtigste Spiel dieser Saison verbockt: Ruben Vargas (vorne), Blessing Eleke (links) und Claudio Lustenberger (rechts). (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Der FC Thun steht im Cupfinal FCL-Unvermögen verlängert das Job-Playoff für Meyer und Häberli

3 min Lesezeit 10 Kommentare 24.04.2019, 00:06 Uhr

Der FC Luzern hat das wichtigste Spiel dieser Saison verloren. Dabei hätte er es gegen einen so bescheidenen Gegner wie den FC Thun unbedingt gewinnen müssen. So bedeutete das 0:1 einen argen Nackenschlag. Vor allem für Sportchef Remo Meyer und Trainer Thomas Häberli.

Um zehn nach zehn war der Luzerner Traum von der ersten Cupfinal-Teilnahme seit 2012 geplatzt. Einige FCL-Spieler kauerten aus lauter Enttäuschung auf dem Rasen der Swissporarena. Sie hatten das nicht geschafft, wovon sie alle geträumt hatten: endlich mal wieder die Chance zu kriegen, einen Pokal zu gewinnen. Darüber definiert sich der FC Luzern in seiner «Vision 2021» explizit.

«Es tut grausam weh», fasste FCL-Mittelfeldspieler Christian Schneuwly seine Gefühlslage ein paar Minuten später in Worte. Sie hatten es selber verbockt. Es war Unvermögen, wie die Luzerner mit ihren Torchancen umgingen. In einem Spiel auf tiefem Niveau entsprangen diese zumeist zufälligen Aktionen, darum hätten sie wenigstens gut und präzise zu Ende gespielt werden müssen. Aber dazu war Thomas Häberlis Team am Dienstagabend in mehreren Szenen nicht in der Lage.

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Das Wehklagen von FCL-Exponenten

Und so kam es, wie es kommen musste: Das Goalieproblem der Luzerner feierte abermals ein unerfreuliches Comeback (zentralplus berichtete). David Zibung irrte nach einem langen Ball der Berner Oberländer im Strafraum umher, und Roy Gelmy schloss die Aktion mit dem goldenen Tor ab. Aus gefühlt zwei Chancen hatten die Gäste praktisch das Optimum herausgeholt. Aber einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.

«Ungerechtigkeiten gehören zum Sport. Wir hatten genug Zeit und Chancen, um den Sieg einzufahren.»

Thomas Häberli, Trainer des FC Luzern

Nach Spielende machte die Kunde die Runde, dass dem 0:1 ein klares Offside vorausgegangen ist. Doch Zibungs Fehlgriff entschuldigt das nicht. Zusammen mit der Auffassung, dass den Luzernern in der 10. Minute bei einem Handspiel von Nicola Sutter im Berner Strafraum ein klarer Penalty unterschlagen wurde, setzte bei ein paar FCL-Exponenten ein Wehklagen ein.

FCL-Aufbruch in bessere Zeiten bleibt aus

Obwohl Thomas Häberli, der mittlerweile entzauberte Zauberlehrling auf dem Trainerstuhl der Luzerner, mit einem Vorstoss in den Cupfinal Werbung für eine Verlängerung seines bloss bis zum Saisonende dauernden Vertrages hätte machen können, war es ihm nicht ums Jammern. Der Ballwiler erkannte zu Recht: «Ungerechtigkeiten gehören zum Sport. Wir hatten genug Zeit und Chancen, um den Sieg einzufahren. Das müssen wir jetzt runterschlucken.»

Er sagte es nicht zuletzt im Wissen darum, dass der Fokus seiner Mannschaft nach dem selbst verschuldeten Ausscheiden im wichtigsten Spiel dieser Saison ab sofort wieder der Fortsetzung der Meisterschaft gelten muss. Und damit der Sicherung des Ligaerhalts. Mit dem Sieg von Neuchâtel Xamax über Meister YB droht dem FCL noch immer der Barrage-Platz. Und am Samstag sind wieder die Thuner zu Gast, die den Luzernern schon vor dem Einzug in den Cupfinal bloss einen Punkt in bislang drei Meisterschaftsspielen zugestanden haben.

Der vorzeitige Ligaerhalt ist der Mindestanspruch an eine FCL-Saison, die seit dem Verpassen des Cupfinals als Enttäuschung abgehakt werden muss. Nur wenn das gelingt, dürfen sich vielleicht Häberli und FCL-Sportchef Remo Meyer leise Hoffnung darauf machen, in ihrem Job bestätigt zu werden. Denn Meyer verband sein Schicksal nach der anderthalb Millionen Franken teuren Entlassung von René Weiler mit seinem Jasskumpel Häberli (zentralplus berichtete).

Trotz Meyers Überzeugung, dass das aktuelle Kader noch besser sei als jenes vor einem Jahr, war bis dato nichts von einem Aufbruch in bessere Zeiten zu sehen. Im Gegenteil.

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10 Kommentare
  1. daneli wurst, 26.04.2019, 12:18 Uhr

    wenn selbst die redaktion der vollen überzeugung ist, es laufe alles absolut im rahmen, wenn nonstop mit flapsig-respektlosen phrasen (jasskumpel, zauberlehrling, ect.) um sich geworfen und totengräber-stimmung verbreitet wird, obschon der fcl bloss 3 punkte rückstand auf den 3. rang hat, welcher – sollte basel seiner favoritenrolle im cupfinal gegen thun gerecht werden – zur teilnahme an der europa-league gruppenphase berechtigt (was mitunter dem grössten club-erfolg seit 27 jahren gleich käme), dann verstehe ich sehr gut, dass sich herr ineichen nicht all zu viele gedanken machen muss, was er so in die tasten haut. mit welchen tiraden er wohl erst auffahren darf, wenn es effektiv mal schlecht läuft? bin gespannt. aber es geht ja weniger um den inhalt, denn um die klicks. und diese generiert herr ineichen mit seinem stil. dies zeigt auch diese kommentarflut hier wieder. gratulation, eine echte bereicherung für die medienvielfalt.

  2. René Baumann, 25.04.2019, 13:36 Uhr

    Geschätzter Herr Hug, da ich seit über 4 Jahren nicht mehr beim FCL arbeite, erschliesst es sich mir nicht, weshalb Sie das in Ihrer Antwort erwähnen müssen. Ich bin auch seither mit seinen Berichten nicht zufrieden, sie sind mehrheitlich tendenziös und auf den Mann gezielt. Sei es beim FCL, EVZ oder den Krienser Handballern. Speziell auch beim Beispiel des neuen FCL-CEO’s. Wer mit grosser Regelmässigkeit die Fähigkeit anderer Personen in Frage stellt, wird irgendwann unglaubwürdig. Unter Medienvielfalt stelle ich mir vor, dass man ein Thema aus anderen Blickwinkeln betrachtet und untersucht als bei der Konkurrenz. Das erhoffe ich mir von Zentralplus, weil es bei der LZ seit Jahren bezüglich FCL stets nur in eine Richtung geht. Früher hat das mit LNN, Tagblatt und Vaterland bestens funktioniert.

    1. Redaktion Christian Hug, 25.04.2019, 14:09 Uhr

      Geschätzter Herr Baumann, wir mögen Transparenz. Und wenn Sie Andreas Ineichens Vergangenheit ansprechen, ist es aus meiner Sicht nur recht und billig, auch Ihre damalige Rolle zu nennen.
      Wir nehmen Ihre Kritik durchaus ernst. Es war und ist nicht die Strategie von zentralplus, auf Personen zu zielen, sondern Vorgänge zu begleiten und zu hinterfragen. Dass gerade in der Politik, Kultur oder im Sport auch Personen kritisch beleuchtet werden, liegt in der Natur der Sache, ist aber nicht Konzept. Was wir jedoch nicht tun: Erst andere Medien analysieren und dann je nach Berichterstattung eine andere Sicht oder Blickwinkel einnehmen. Vielmehr berichten wir über Themen so, wie wir dies für richtig und angemessen erachten, unabhängig von allfälligen Mitbewerbern.

  3. René Baumann, 25.04.2019, 08:19 Uhr

    Ich kann mich den anderen Kommentaren nur anschliessen. Jede Woche das gleiche Lied, mit haltlosen Unterstellungen wie “Jasskumpel” und “verband sein Schicksal”. Der Journalist muss nicht Personalpolitik machen, das versuchte er schon bei der LZ und unterstellte verschiedenen Funktionären Unfähigkeit und forderte deren Abgang. Am Ende musste er selber gehen. Dass Zentralplus nun auf der gleichen Schiene fährt, ist nur lächerlich. Beitrag zur Medienvielfalt sieht anders aus…

    1. Redaktion Christian Hug, 25.04.2019, 11:26 Uhr

      Geschätzter Herr Baumann, als damaliger Kommunikationschef des FCL kann ich mir durchaus vorstellen, dass Sie mit den Berichten von Andreas Ineichen bei der LZ nicht immer zufrieden waren. Doch was Medienvielfalt mit Kritik an Funktionären zu tun haben soll, erschliesst sich mir nicht. Ist diese nicht zulässig, weil sie nur von einem Medium ausgeübt werden darf? Oder stört es Sie, wenn mehrere Medien ähnliche Kritik üben und sehen Sie dadurch die Vielfalt gefährdet?

  4. Ja Rofi, 24.04.2019, 15:26 Uhr

    Immer diese Schwarzmalerei und das ewige “Häberli und Meyer müssen blad liefern”… Hören wenigstens Sie damit auf Herr Ineichen!
    Klar ist der Fussball ein schnellebiges Business, aber Ziel des FC Luzern soll/muss unbedingt sein, konstant zu arbeiten. Ich glaube Remo Meyer macht seine Arbeit nicht schlecht. Aktuell stehen mit Sidler, Vargas, Ndenge, Schulz und Eleke Spieler auf dem Platz, die spielerisch überzeugen und noch jung sind. Genau das muss das Ziel des FCL sein. Irgendwann wird man diese Talente weiterverkaufen können!
    Titel sind wünschenswert, aber es braucht halt auch Glück. Gestern war die Leistung ungenügend und kein wirklicher Plan erkennbar. Aber solche Tage gibt es.
    Sie Herr Ineichen machen sich lächerlich, wenn sie dauernd ins selbe Horn blasen, wie ihr Kollege von der LZ! Es scheint als hätten Sei noch eine Rechnung offen mit dem FCL…

  5. daneli wurst, 24.04.2019, 11:16 Uhr

    zentralplus war gestartet, um sich vom stil der lz abzugrenzen. zumindest in bezug auf die berichterstattung rund um den fcl, kopiert zentralplus aber genau diesen. herr ineichen und herr wyrsch arbeiten zwar nicht mehr zusammen, aber immer noch mit ähnlichen methoden und auf derselben polemischen panik-schiene. von wegen “enttäuschung”: der fcl bereitet vielen fans (zumindest sportlich) freude. dieses team ist intakt, auch wenn es gestern leiderleiderleider nicht geklappt hat mit dem grossen wunsch, in den cupfinal einzuziehen. der fcl steht auf einem europa-league-quali-runde-rang – das (offizielle – und von vielen fans heissgeliebte) saisonziel ist also per dato erreicht. gar die erstmalige direkte qualifikation für die europa-league-gruppenphase ist immer noch möglich. vielleicht sollten gewisse herren mal ihre ansprüche (an team und den journalismus) überdenken.

    1. Roman Häberli, 24.04.2019, 11:39 Uhr

      «Der FCL bereitet vielen (zumindest sportlich) Freude». Dass ich nicht lache. Das war schlicht und einfach ein Grottenkick im wichtigsten Spiel des Jahres. Den FC Thun muss man einfach in jedem Spiel bezwingen. Basta!

    2. Redaktion Christian Hug, 24.04.2019, 14:38 Uhr

      zentralplus setzte sich nicht das Ziel, sich von anderen Medium abzugrenzen, sondern einen Beitrag an die Medienvielfalt zu leisten. Oder, wie es damals hiess: «Mit selbst recherchierten Geschichten will das neue Medium über die politisch, 
wirtschaftlich, gesellschaftlich und kulturell wichtigen Themen aus den Regionen Luzern
 und Zug berichten. Nebst Hintergrundberichterstattung und Analyse wird ein Schwerpunkt 
auch auf Blogs und Newsticker gelegt». Diesem Ziel fühlen wir uns bis heute verpflichtet.

  6. Pedro Lehmann, 24.04.2019, 10:45 Uhr

    Es sind noch 6 Runden zu spielen, man empfängt am Samstag nochmals Thun, zu welchem man aufschliessen kann mit einem Sieg. Die sind auf Platz 3 (ok, Tordifferenz spricht gegen uns).
    Aber der ständige Miesepeter Ineichen spricht von einer enttäuschenden Saison. Ganz ehrlich, das einzig enttäuschende ist Mal für Mal ihr Journalismus!