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FCL-Trainer Markus Babbel: «Bei uns gibt es keinen Stinkstiefel!»
  • Sport
FCL-Trainer Markus Babbel (Bild: keystone)

Mit Galgenhumor aus der Krise FCL-Trainer Markus Babbel: «Bei uns gibt es keinen Stinkstiefel!»

3 min Lesezeit 1 Kommentar 03.11.2017, 16:25 Uhr

Cheftrainer Markus Babbel nahm heute Stellung zur sportlichen Situation des FC Luzern. Dass die Pressekonferenz ausgerechnet im Keller der Swissporarena stattfand, hat aber wohl nichts mit der momentanen Position des FCL zu tun.

Wenn der Keller der Super-League-Tabelle ebenso einladend wäre wie der Presseraum in den Katakomben der Swissporarena, gäbe die herrschende sportliche Situation des FCL wohl kaum zu reden. Doch seit der 0:1-Niederlage gegen Lugano am vergangenen Sonntag ist der FCL das Schlusslicht der Super League. Das sportliche Aushängeschild der Zentralschweiz hat die rote Laterne von den Tessinern übernommen.

Ein Schelm, wer nun an eine Krise denkt. «Die Situation ist sicher nicht so, wie wir sie uns zu Beginn der Saison vorgestellt haben», sagt Cheftrainer Markus Babbel. Von Krisenstimmung scheint allerdings keine Spur zu sein. 

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«Arbeiten so wie immer»

«Die Mannschaft ist vollkommen intakt», sagt Babbel. Die Spieler zeigten ihm jeden Tag, dass sie alles dafür geben würden, möglichst schnell aus der ungemütlichen Lage herauszukommen. «Wir arbeiten so wie immer», sagt er. Dass in einer Situation wie der jetzigen genauer hingeschaut, kritische Fragen gestellt und kritisiert werde, ist für Babbel selbstverständlich, wie er sagt. «Wenn’s, läuft ist es natürlich viel ruhiger», sagt er.

Markus Babbel scheint vollkommen überzeugt, dass die Spieler sich der Lage bewusst sind. «Wir haben keinen einzigen Stinkstiefel in der Mannschft. Alle geben vollen Einsatz, um sportlich wieder erfolgreich zu sein», so Babbel. Der FC Luzern ist seit nunmehr neun Spielen sieglos.

Vorteilhafte Tabellenlage!?

Babbel versucht, der aktuellen Lage möglichst viel Gutes abzugewinnen. Dass sich der FC Luzern in den letzten Wochen in eine bedenkliche Situation manövriert hat, hat für Babbel somit durchaus auch Vorteile. «Wir sind nun die Jäger und haben nichts mehr zu verlieren», sagt er. Wie bereits nach dem schwachen Spiel gegen Lugano.

«Die momentane Situation ist auch eine Chance. Vor allem für die jungen Spieler.»

Markus Babbel, FCL-Trainer

Fast mantrahaft versucht Babbel, im Keller des Stadions der Lage im ungemütlichen Tabellenkeller möglichst viel Gutes abzugewinnen. «Gerade jungen Spielern bietet unsere sportliche Situation viele Chancen», so Babbel. «Sie können sowohl als Sportler als auch als Menschen von der Situation profitieren», zeigt er sich überzeugt. «Vor allem, wenn wir mit der Situation professionell umgehen und da wieder rauskommen, können sie auch als Menschen viel lernen. Und dadurch wachsen», so Babbel.

Erwartungen werden enttäuscht

Natürlich sei die Situation im Tabellenkeller nicht das, was man sich erhofft habe, betont Babbel. Denn in der Mannschaft stecke das Potenzial, am Ende der Saison zwischen den Plätzen 5 bis 8 platziert zu sein. «Alles, was darüber liegt, wäre geradezu sensationell», sagt er.

«Hätte ich gesagt, dass wir mit dieser Mannschaft um den Titel spielen, hätte ich das Ziel verfehlt.»

Markus Babbel, FCL-Trainer

Der fünfte Schlussrang am Ende der letzten Saison und die Teilnahme an der Qualifikation für die Europa League hätten im Umfeld der Mannschaft sicher eine gewisse Euphorie geweckt, sagt Babbel. Diese werde nun getrübt. Man müsse aber auch realistisch bleiben.

Babbel spricht die vielen gewichtigen Abgänge an. Die Verluste von Topscorer Marco Schneuwly (Sion) und Spielmacher Markus Neumayr (Kasimpasa Istanbul) hätten die Mannschaft sicherlich geschwächt, moniert Babbel. Babbel steht jedoch komplett hinter der Mannschaft und ist vom eingeschlagenen Weg einer Verjüngung des Teams überzeugt.

Babbel mit Galgenhumor

Zu seiner Person will Babbel keine Aussagen machen. Insbesondere spüre er weiterhin das Vertrauen der Fans, so Markus Babbel.

«Wenn ich Sportdirektor wäre, würde ich Markus Babbel nicht entlassen.»

Markus Babbel, FCL-Trainer

Er zeigt sich überzeugt davon, dass das weitere Umfeld des FCL seine bisherige Arbeit schätzt und die erfolgreich gestalteten vergangenen Saisons nicht vergessen hat. Auf die Frage, was er tun würde, wenn er in der Situation von FCL-CEO Marcel Kälin wäre, antwortet er lapidar: «Wenn ich der CEO wäre, würde ich Markus Babbel nicht entlassen.» Vielleicht hilft ja eine Prise Galgenhumor aus der momentanen sportlichen Lage.

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1 Kommentare
  1. Priska Häller, 04.11.2017, 16:01 Uhr

    Für den FCL ist es positiv, dass Schneuwly und Neumayr gegangen waren. Ihre Verträge wären wahrscheinlich nicht mehr verlängert worden, weil Sie zu alt sind. Das man schon ein Jahr vorher die Verträge verlängert ist fahrlässig und für den FCL ein zu grosses Risiko. Herr Gaugler hat nicht immer die Interessen des FCL vertreten. Costa war ein Fehltransfer. Wenn der FCL am Sonntag verliert, so müssen Babbel und Rahmen entlassen werden. Es ist offensichtlich, dass das Vertrauen zwischen den Trainern und der Mannschaft nicht mehr vorhanden ist. Das kann man nicht mehr mit den vielen Spielerwechsel begründen. Die Aussagen von Babbel und die Mannschaftsaufstellungen sind manchmal fragwürdig. Der neue Trainer muss ein Schweizer mit Super-Leagueerfahrung sein. Herr Kälin und Herr Meyer sind für den FCL die richtigen Personen.