FCL-Talent Ugrinic: «Der Trainer rüttelt mich wach»
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Filip Ugrinic (oben) bei seiner Lieblingsbeschäftigung: Er bejubelt mit Yvan Alounga (links) und Ibrahima Ndiaye das 1:0 im letzten Spiel gegen Sion. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Jetzt zeigt er sich wieder von seiner besten Seite FCL-Talent Ugrinic: «Der Trainer rüttelt mich wach»

4 min Lesezeit 04.12.2020, 16:42 Uhr

Er hat alle Anlagen, um eine schöne Fussballkarriere zu machen. Aber im Kopf stimmte es bei Filip Ugrinic nicht immer. Nun nimmt der 21-Jährige seinen vierten Anlauf im FCL, um ein Leistungsträger zu werden. Unter Fabio Celestini könnte ihm der Durchbruch nun endlich gelingen.

Eigentlich war er in diesem Sommer der achte Neuzugang für FCL-Trainer Fabio Celestini. Weil sie sich nicht kannten, obwohl Filip Ugrinic seine Premiere im FCL-Dress schon im Oktober 2016 unter Markus Babbel beim 0:3 in Basel gegeben hatte.

Doch als Celestini mit Beginn dieses Jahres den abstiegsbedrohten FCL übernahm, spielte Ugrinic in Holland beim Erstligisten FC Emmen. Ausgeliehen seit dem vorangegangenen Sommer, weil seine Karriere unter dem damaligen FCL-Trainer Thomas Häberli ins Stocken geraten war (zentralplus berichtete).

Er habe sich sofort bei seinen früheren Spielern erkundigt, wie es denn so sei, unter Fabio Celestini zu arbeiten, erzählt Filip Ugrinic. «Und ich bekam ausschliesslich Positives zu hören.»

Deshalb war für ihn nach dem Corona-bedingten Saisonabbruch in Holland klar: «Ich will zurück zum FCL, das habe ich meinem Berater klargemacht.»

Er kann offensiv viel Gutes bewirken

Aktuell scheint es die richtige Entscheidung gewesen zu sein, um seiner Karriere einen neuen Kick zu geben. «Meinen ersten Kontakt mit Fabio Celestini hatte ich im Verlauf der letzten Saison im FCL-Training. Mir war es wichtig, nach dem Saisonabbruch fit zu bleiben», sagt Ugrinic.

«Fabio Celestini holt aus jedem Spieler ein Maximum heraus, weil er jeden Einzelnen von uns unermüdlich antreibt.»

FCL-Mittelfeldspieler Filip Ugrinic

Es ist kein Wunder, dass es dem 21-jährigen Rückkehrer auf Anhieb gelang, einen Trainer wie Fabio Celestini, der sein Team Fussball spielen und nicht arbeiten lassen will, von seinen Qualitäten zu überzeugen. Filip Ugrinic, und darüber gibt es keine zwei Meinungen, kann vieles.

Der beidfüssige Mittelfeldspieler ist vielseitig einsetzbar. Technisch und physisch stark. Und mit einem guten Schuss erst recht gefährlich auf den letzten 30 Metern vor dem gegnerischen Tor.

Ein sensibler Charakter

Doch der Kopf machte bei Ugrinic bislang nicht mit. Der Sohn serbischer Eltern, der den Schweizer Pass besitzt, gilt als sensibler Charakter. Als Babbel beim FCL Geschichte war, ging es unter seinem Nachfolger Gerardo Seoane ein erstes Mal bergab.

Unter dem fordernden und gnadenlos kommunzierenden René Weiler bekam er deutlich mehr Auslauf in den Ernstkämpfen, bevor er bei Thomas Häberli wieder zwischen Stuhl und Bank fiel.

«Fabio Celestini interessiert sich dafür, wie jeder Spieler als Mensch tickt.»

Was ist denn jetzt anders, dass wir aktuell den wohl besten Filip Ugrinic im FCL-Dress sehen? Er, der im linken Mittelfeld Vorkämpfer Pascal Schürpf verdrängte, sagt, dass er jeden Tag etwas Neues lernen könne. «Der Trainer legt seine ganze Kraft in die Entwicklung der Mannschaft. Fabio Celestini holt aus jedem Spieler das Maximum heraus, weil er jeden Einzelnen von uns unermüdlich antreibt.»

Weiche Faktoren für Ugrinic wichtig

Doch entscheidend wird bei Ugrinic die mentale Komponente für seinen jüngsten Aufschwung sein. Die weichen Faktoren in der Zusammenarbeit zwischen Spieler und Trainer.

Er sagt, dass der Trainer viel mit den Spielern rede. «Er interessiert sich dafür, wie jeder als Mensch tickt. Wir funktionieren ja nicht alle gleich. Darum wollte Fabio Celestini in Einzelgesprächen wissen, was jeder braucht, um besser zu werden.»

Und was hat Filip Ugrinic darauf geanwortet? «Bei mir gibt es ab und zu einen Konzentrationsbruch im Spiel. In solchen Fällen rüttelt mich jetzt Fabio Celestini wach.»

«Ich habe lernen müssen, dass das die falsche Denkweise ist.»

Bei acht Einsätzen in der laufenden Meisterschaft, sechs davon von Beginn weg, steht der polyvalent einsetzbare Mittelfeldspieler bei einem Treffer und einer Torvorlage. Er hat noch Luft nach oben. Sein Kopfballspiel beim Torabschluss müsse noch besser werden, auch sein Zweikampfverhalten in der Rückwärtsbewegung, gibt er zu.

Sein neuer Fokus

Filip Ugrinic ist wie dafür gemacht, im kommenden Sommer der nächste Millionentransfer des FC Luzern zu werden. Weil die sportliche Führung davon überzeugt ist, ihn zu einem Leistungsträger der Luzerner machen zu können, ist sein Vertrag schon vor Beginn der laufenden Meisterschaft um ein weiteres Jahr bis 2022 verlängert worden.

Selbst wenn Filip Ugrinic sagt, dass er irgendwann mal in den Top-5-Ligen Europas spielen will, ist das Zukunftsmusik, von der er jetzt nichts hören mag. «In früheren Jahren habe ich mir Gedanken darüber gemacht, was Ende Saison sein könnte. Ich habe lernen müssen, dass das die falsche Denkweise ist. Mein Fokus gilt nur noch dem nächsten Spiel.»

Der 21-Jährige wird am Sonntag schon sein 61. Meisterschaftsspiel für den nach zwei Siegen aufstrebenden FCL machen. Gegen Leader YB mit Meistertrainer Gerardo Seoane.

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