FCL-Sportchef Meyer kündigt neuen Vertragsabschluss mit Trainer Celestini an
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Was FCL-Sportchef Remo Meyer von seinem Trainer und Team in diesem Jahr gesehen hat, gefiel ihm: «Wir spielten eine gelungene Rückrunde.» (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Zudem sucht der FCL drei neue Spieler FCL-Sportchef Meyer kündigt neuen Vertragsabschluss mit Trainer Celestini an

3 min Lesezeit 1 Kommentar 05.08.2020, 16:42 Uhr

Drei neue Spieler für den FC Luzern und Fabio Celestini, der in den nächsten Tagen mit einem neuen und über die nächste Saison hinaus gültigen Vertrag ausgestattet werden soll. So planen die Verantwortlichen die sportliche Zukunft der Luzerner.

Der Cup-Viertelfinal, den der FCL am Donnerstag um 18 Uhr in der Swissporarena gegen den alten und neuen Meister YB austragen wird (zentralplus berichtete), ist eine Zugabe. Diese kann höchstens noch in positivem Sinne etwas ändern an der Bilanz, die die sportliche Abteilung der Luzerner zum eigenen Abschneiden in der Corona-Meisterschaft gezogen haben.

28 Punkte in 18 Spielen hat der FCL unter dem seit Anfang Jahr neuverpflichteten Fabio Celestini geholt. Das ist gleichbedeutend mit Platz 4 in der Super League des laufenden Kalenderjahres. «Mit Blick auf die Tabelle hatten wir schnell kein Problem mehr, darum lief alles ruhig ab», sagt der Trainer, der den FCL in Abstiegsnot und mit einem happigen Anfangsprogramm vor der Brust übernommen hat (zentralplus berichtete).

Eine Verstärkung pro Mannschaftsteil

Nach der erfolgreichen Mission Ligaerhalt geht es nun darum, Phase 2 in Fabio Celestinis Wirken mit dem FCL zu zünden. Die Mannschaft trotz Corona-Krise also so zu formen, damit sie sich schrittweise seinen Vorstellungen von gepflegtem Fussball annähern kann.

Der 44-jährige Romand sagt darum: «Wir wollen unsere spielerische Qualität erhöhen, es in Zukunft besser machen mit dem Ball am Fuss.»

Er zielt darauf ab, das Spiel künftig besser kontrollieren statt nach einem Ballgewinn bloss schnell umschalten zu können. «Wir müssen lernen, den Ball unter gegnerischem Druck besser von hinten herauszuspielen.»

«Wir müssen uns intelligent verhalten, damit wir in der nächsten Vorrunde keine Probleme bekommen.»

FCL-Trainer Fabio Celestini

Deshalb will Fabio Celestini gerne «drei, vier Zuzüge machen, die auf verschiedenen Positionen mehr technische Qualität» mit sich bringen. Und natürlich ist Persönlichkeit in jedem Fall unabdingbar (zentralplus berichtete).

Wahrscheinlich stellt sich Celestini in jedem Mannschaftsteil mindestens einen technisch beschlagenen Akteur als Verstärkung vor. Den brasilianischen Offensivspieler Ryder Matos, dessen Leihe Ende August ausläuft, sähe er gerne weiterhin in seinem Team.

Meyer: Keine grossen Sprünge

Das Schweizer Transferfenster ist in dieser Woche aufgegangen und endet am 12. Oktober, einen Monat nach dem Start in die neue Super-League-Saison. Celestini weiss: «Wir müssen uns intelligent verhalten, damit wir in der nächsten Vorrunde keine Probleme bekommen. Ein guter Start in die bevorstehende Meisterschaft wird unerlässlich sein.»

«Nach aktuellem Stand ist mir nicht bekannt, dass uns ein aktueller Kaderspieler verlassen will.»

FCL-Sportchef Remo Meyer

FCL-Sportchef Remo Meyer hält fest, dass «wir klare Ideen und ein paar Sachen aufgegleist haben betreffend personeller Weiterentwicklung der Mannschaft». Aber er betont auch, dass sie keine grossen Sprünge machen könnten (zentralplus berichtete).

Wie viel der Sechste der abgelaufenen Meisterschaft ins neue Kader investieren kann, hängt massgeblich davon ab, welche Spieler der FCL in der laufenden Transferperiode sinnstiftend verkaufen kann (zentralplus berichtete). Diesen Zusammenhang bestätigt Meyer und sagt: «Nach aktuellem Stand ist mir nicht bekannt, dass uns ein aktueller Kaderspieler verlassen will.»

Gegenseitige Wertschätzung

Für das sportliche Wohl des FC Luzern scheint aber genauso entscheidend, dass einer längerfristig verpflichtet werden kann, dessen aktueller Vertrag bis zum Ende der nächsten Saison Gültigkeit hat: Fabio Celestini ist aktuell das wahrscheinlich spannendste Trainerprojekt in der Super League und auf den Radar der Liga-Titanen gekommen (zentralplus berichtete).

«Wir werden den Deal nach dem nächsten oder übernächsten Cupspiel zusammensitzen und auf einen neuen Deal hinarbeiten.»

Remo Meyer

Vor diesem Hintergrund hat eine Vertragsverlängerung auch bei Remo Meyer eine grosse Dringlichkeit erhalten: «Fabio und ich schätzen uns gegenseitig sehr. Wir empfinden unsere Zusammenarbeit als überaus positiv und zufriedenstellend», sagt der sportliche Leiter der Luzerner. Und: «Fabio hat wieder Emotionen ins Team gebracht, er hat eine klare Vorstellung von Fussball und ist authentisch.»

Ist die Medienmitteilung betreffend Vertragsverlängerung also schon verfasst? Meyer lacht und sagt: «Wir werden nach dem nächsten oder übernächsten Cupspiel zusammensitzen und auf einen neuen Deal hinarbeiten.»

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1 Kommentare
  1. CScherrer, 07.08.2020, 12:52 Uhr

    Scheinbar lernen die Verantwortlichen beim FC Luzern nicht aus ihren Fehlern. Natürlich hat Fabio Celestini eine gute Arbeit geleistet. Der aktuelle Vertrag läuft bis zum Ende der nächsten Saison. Konkret bedeutet dies, dass Celestini bis zum 30. Juni 2021 Trainer des FC Luzern sein wird. Eine Entlassung würde auch bedeuten, dass Luzern den Lohn „nur“ bis zum 30. Juni 2021 bezahlen müsste – sofern Celestini keinen neuen Arbeitgeber findet.
    Es ist tatsächlich nicht ganz nachvollziehbar, warum dieser Vertrag nun über die kommende Saison hinaus verlängert werden soll. Dazu gibt es keinen Grund. Die Verantwortlichen können durchaus bis zum Ende der Hinrunde warten.
    Was passiert, wenn der FC Luzern katastrophal in die neue Saison startet? Auf Grund der aktuellen Situation muss mit allen Szenarien gerechnet werden. Auf Grund der Anzahl verletzten Spieler sehe ich den Start in die neue Saison eher kritisch.
    Was passiert in einem solchen Fall? Wie reagiert Meyer? Empathie hat der Sportchef noch nicht bewiesen. Will heissen, dass Celestini dann schnell weg ist.
    Celestini ist nun einer der interessanten Trainer in der Schweiz. Scheinbar ist das Jacobacci beim FC Lugano auch. Gerber und Schneider beim FC Thun arbeiten auch sensationell zusammen. Man ändert die Meinung, wie die Unterhosen. So gesehen kann es auch durchaus sein, dass Celestini in vier bis fünf Monaten nicht mehr so ein interessanter Trainer mehr ist. Und man muss dann wohl oder übel auf den stillen Arbeiter im Hintergrund zurückgreifen.

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