FCL schirmt neuen Assistenztrainer ab

3 min Lesezeit 25.02.2016, 18:15 Uhr

Der FC Luzern hat nur drei Tage nach der Entlassung des Co-Trainers Roland Vrabec einen Nachfolger gefunden. Der Verein bestätigte am Donnerstagabend die Gerüchteküche: Patrick Rahmen vom FC Biel heisst der Neue. Er wird aber vorerst von den Medien abgeschirmt. Und kriegt nur einen Mini-Vertrag.

Am vergangenen Dienstag gab der FC Luzern die Freistellung von Assistenztrainer Roland Vrabec (41) bekannt. Als Grund wurde ein gestörtes Vertrauensverhältnis mit Chef-Trainer Markus Babbel genannt. Hintergrund: Sportchef Rolf Fringer wollte Vrabec im Sommer anstelle von Babbel als Trainer installieren (zentral+ berichtete). Der Rest ist bekannt: Sowohl Fringer als auch Vrabec sind ihren Job los.

Bieler Cheftrainer mit FCL-Familienvergangenheit

Nun ist der FCL mit der Suche nach einem Vrabec-Nachfolger extrem schnell fündig geworden. Wie es verschiedene Medien bereits vermutet haben, heisst der neue Mann an Markus Babbels Seite ab sofort Patrick Rahmen. Der FCL bestätigte die Verpflichtung des 46-Jährigen am Donnerstagabend.

Patrick Rahmen war bis diesen Donnerstag Cheftrainer des Challenge-Ligisten FC Biel.

Rahmen? Der Name ist auf der Luzerner Allmend nicht neu. Patrick Rahmens Vater Bruno (67) war einst als Libero FCL-Captain und anschliessend von 1983 bis 1985 Trainer bei den Zentralschweizern in der Nationalliga A, weiss die NLZ.

Der FCL hat Rahmen einen Vertrag bis Ende der laufenden Saison unterbreitet – also nur bis Ende dieser Rückrunde. Zu seinem ersten Einsatz kommt Rahmen diesen Freitag beim Abschlusstraining. Dieses findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Der FCL schirmt den Neuling offenbar bewusst ab. So schreibt er in seiner Mitteilung weiter: «Wer die Gelegenheit zum persönlichen Austausch mit Patrick Rahmen wahrnehmen will, hat nach der Medienkonferenz vom 4. März vor dem Auswärtsspiel gegen YB die Möglichkeit dazu.»

Rahmen nimmt seine Arbeit in einer ausgesprochen angespannten Atmosphäre auf. Wenn der FCL diesen Sonntag auswärts gegen Sion nicht punktet und dann im schlimmsten Fall am Mittwoch im Cupspiel gegen Lugano auch noch auf die Kappe bekommt, wird die Luft für Trainer Babbel und Präsident Stäger immer dünner.

Umgekehrt könnte aber mit zwei Siegen in den nächsten Tagen auch endlich wieder etwas Ruhe in den Verein zurück kehren.

Alles brennt in Biel

Wobei: Rahmen kommt selber aus einem höchst ungemütlichen Umfeld. Der FC Biel schuldet seinen Gläubigern zwischen einer halben und einer Million Franken. Die Spieler- und Trainerlöhne für den Monat Januar sind nicht bezahlt, wie «Blick» berichtete. In der Winterpause hat Biel-Präsident Carlo Häfeli angesichts des Finanzdesasters ein halbes Dutzend Spieler (u.a. Pak, Kololli) verkauft. ex-Trainer Rahmen musste mit einer Rumpfmannschaft in die Rückrunde starten. Jetzt hattte er offenbar genug und zog die Reissleine.

Sein Nachfolger in Biel bis Ende Saison wird Petar Aleksandrow. Der ehemalige Torschützenkönig von Xamax und Aarau war bisher Assistent von Patrick Rahmen. Davor war Aleksandrow ebenfalls Assistent in St. Gallen, bei GC – und beim FCL gewesen.

Beim HSV und FC Basel gearbeitet

Patrick Rahmen hat aber auch vor seinem kurzen Einstand bei Biel – von Mai 2015 bis Februar 2016 – eine bewegte Vergangenheit. Zuerst als Fussballspieler für den FC Basel, BSC Young Boys Bern, SR Delsberg sowie für den FC Solothurn aktiv. Für Basel schoss er 21 Tore in 86 Spiele.

Ab 2000 war Rahmen Trainer beim SC Dornach. Dieses Amt hatte er bis zum 1. Dezember 2004 inne, um dann einen Tag später den Trainerposten bei der U-18 des FC Basel zu übernehmen. 2007 wurde er laut Wikipedia Trainer der zweiten Mannschaft des FC Basel (U-21).

Seit 17. Oktober 2011 war er Co-Trainer beim deutschen Bundesligisten Hamburger SV. Dort war er der Co-Trainer von Thorsten Fink, der zuvor Trainer der Profimannschaft des FC Basel war. Am 17. September 2013 wurde Rahmen nach der Entlassung von Fink freigestellt, bis ein neuer Cheftrainer gefunden ist.

Im August 2014 wurde bekannt, dass Rahmen «Cheftrainer Jugend-, Leistungs- und Übergangsbereich» beim HSV wird. Am 16. September 2014 wurde er zudem Co-Trainer vom neuen Cheftrainer der Profis Josef Zinnbauer. Er gab den Posten des Nachwuchscheftrainers später an Sebastian Harms ab. Am 22. März 2015 wurde Rahmen gemeinsam mit Zinnbauer von seinen Aufgaben freigestellt.

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