FCL muss 7’000 Franken Busse für illegale Cupfeier zahlen
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Aus verschiedenen Gründen in die FCL-Cup-Sause involviert: Stadtpräsident Beat Züsli (l.) und Justizdirektor Paul Winiker. (Bild: Screenshot SRF, bic)

Stapi und SVP-Winiker kommen ohne Strafe davon FCL muss 7’000 Franken Busse für illegale Cupfeier zahlen

3 min Lesezeit 6 Kommentare 24.08.2021, 14:29 Uhr

Die Staatsanwaltschaft Luzern hat die Untersuchung wegen der FCL-Cupfeier abgeschlossen. Der FCL-Präsident wird als Hauptverantwortlicher der illegalen Feier mit einer Geldbusse bestraft. Der Club hat den Strafbefehl akzeptiert.

Das Kapitel der illegalen FCL-Cupfeier wird geschlossen. Die Staatsanwaltschaft Luzern hat die Untersuchung gegen den FC Luzern abgeschlossen, wie sie am Dienstag mitteilt. Im Juli erstattete die Luzerner Polizei Anzeige gegen die FC Luzern Innerschweiz AG bezüglich der unbewilligten Feierlichkeiten anlässlich des Cupsiegs (zentralplus berichtete). Es wurde in der Zwischenzeit untersucht, ob sich der FCL mit der Durchführung der Feier strafbar gemacht hat.

Die Staatsanwaltschaft kommt zum Schluss: Die Cupfeier mündete in einer verbotenen Veranstaltung. Insbesondere darum, weil sich die Siegermannschaft vom FC Luzern auf dem Balkon der Messehalle unnötig und übermässig lange präsentiert hätte. Und mit der Installation einer Musikanlage inklusive Mikrofon dazu beitrug, dass der Anlass als «Gross-Veranstaltung» ohne Bewilligung zu beurteilen sei.

Der Präsident vom FC Luzern muss deshalb als Hauptverantwortlichen wegen der Durchführung einer verbotenen Veranstaltung eine Busse von 7’000 Franken bezahlen. Zudem hat er die Verfahrenskosten zu tragen. Der Strafbefehl ist rechtskräftig.

Keine Untersuchungen gegen FCL-Fans

Am 24. Mai haben rund 10’000 Personen an der illegalen Cupsause in der Stadt Luzern teilgenommen. Viele Fans haben sich vor dem Messegelände spontan für eine Siegesfeier versammelt. Die Staatsanwaltschaft hat dennoch keine Feststellungen gemacht, dass sich weitere Personen bezüglich der unbewilligten Feier verantwortlich gemacht haben. Darum wurden auch keine Strafverfahren gegen einzelne Fans und sonstige Teilnehmerinnen eröffnet.

Wenn man von mehreren tausend Teilnehmenden ausgehe, so wäre ein solches Vorgehen «unverhältnismässig», begründet die Staatsanwaltschaft. Das betrifft offensichtlich auch den Luzerner Stadtpräsidenten Beat Züsli und Regierungsrat Paul Winiker. Ersterer hatte die spontane Balkonfeier ermöglicht, Winiker nahm selber an den Feierlichkeiten teil. Unabhängige Rechtsexperten sahen gegenüber zentralplus beide in der Verantwortung.

Der ehemalige FC Luzern Spieler, Kudi Müller, links, und der Luzerner Regierungsrat Paul Winiker, rechts, feiern den Cupsieg mit den FC Luzern Fans vor der Messe Luzern.

Auf Nachfrage von zentralplus präzisiert Staatsanwaltschafts-Sprecher Simon Kopp, es sei gegen keine der beiden eine Strafanzeige eingereicht worden. Da der SVP-Regierungsrat «nur» an der Feier teilnahm, und die Strafverfolgungsbehörden im Nachhinein keine Personen für die Teilnahme büssen, wäre dies gemäss Kopp bei Paul Winiker nicht verhältnismässig gewesen.

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Auch gegen Stadtpräsident Beat Züsli (SP) wurde nicht direkt ermittelt. Aber es wurde untersucht, inwiefern weitere Personen für die illegale Feier verantwortlich gemacht werden können. Da die Staatsanwaltschaft nicht die Balkonfeier an sich als strafrechtlich relevant einstuft, sondern die Art und Dauer der Sause auf der Allmend-Terrasse, ist Züsli aus dem Schneider.

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6 Kommentare
  1. Anzeige im Sand verlaufen?, 25.08.2021, 11:44 Uhr

    Mit Erstaunen lese ich heute in der Zeitung, wonach Herr Kopp mitteilt, dass betreffend der Vorkommnisse im Vögeligärtli keine Anzeige gemacht wurde. Aber am 26.5.2021 lesen wir bei Zentralplus: «Die Wärchbrogg, die das Bistro in der ZHB betreibt, beziffere den materiellen Schaden auf annähernd 6000 Franken, so Flämig im Medienbericht weiter. Diesen Schaden bringe man auch entsprechend zur Anzeige.» Was läuft denn nun in dieser Sache weiter? Oder hat die Wärchbrogg (bzw. die ZHB) nun doch keine Anzeige erstattet?

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    1. Redaktion Redaktion zentralplus, 25.08.2021, 21:08 Uhr

      Danke für den Input. zentralplus-Möglichmacher können unter jedem Artikel Ideen für Storys einreichen. Die Community wählt danach, welche umgesetzt werden sollen. Noch kein Möglichmacher? Hier mehr erfahren!

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  2. Leo, 25.08.2021, 09:14 Uhr

    Säuhäfeli, Säudeckeli. Immer wenn Amtsvertreter und Kantonskollegen involviert sind kommen plötzlich von den Kantonsjuristen unsinnige Winkeladvokatenargumentationen à la fehlende Verhältnismässigkeit zum Vorschein, während dieselbe bei Privatpersonen, wenn der verfolgte Zweck die Mittel heiligt, nie eine Rolle spielt und die Staatsanwaltschaft Luzern stets gerne unverhältnismässig vorgeht. Ein Regierungsrat nimmt nicht einfach nur als Privatperson an einer Feier teil.

    Lustig auch, muss die Luzerner Staatsanwaltschaft einen Spindoktor beschäftigen.

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  3. schaltjahr, 25.08.2021, 08:59 Uhr

    Ein sehr guter Beitrag vom Einhorn Schlachthaus dem nur noch Beizufügen ist, dass sich nun niemand mehr Wundern muss wieso das Vertrauen in die Behörden und in die Gerichte immer weiter schwindet ..

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  4. Gruesse vom Einhorn Schlachthaus, 24.08.2021, 14:47 Uhr

    Eine Privatperson bezahlt bei Zuwiderhandlung gegen die Maskenpflicht einen Strafbefehl von insgesamt CHF 570.– (inklusive CHF 300.– Gebühren). Der FCL lächerliche CHF 7’000.–. Ich finde, die Verhältnismässigkeit ist hier auf krasse Art und Weise nicht gegeben. Und die Politiker sind natürlich und selbstverständlich wieder fein raus und gehen straffrei aus. Da fällt mir spontan eine Liedzeile ein: «They’re judging their own asses!» Das Märchen von «vor dem Gesetz sind alle gleich» ist millionenfach widerlegt. Bloss eine dummdreiste Illusion, eine schelmische Inszenierung.

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    1. Michel von der Schwand, 25.08.2021, 09:18 Uhr

      Die Antwort finden Sie in den wichtigen VIP-Lounges der swisspor-Arena. Keiner will es sich nehmen lassen mit der C-Prominenz in der Presidents-Lounge ein Cüpli schlürfen zu dürfen. Da tritt niemand dem Anderen auf den Schlips. Zu wichtig ist es für gewisse Protagonisten, dass man sie oben in der Lounge entdeckt. Machen Sie sich mal schlau, wer da so im Beirat sitzt. Da finden sich Nationalräte und auch Regierungsräte. Merksch öppis?

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