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FCL mit neuem Assistenztrainer – und zum letzten Mal mit Dave Zibung?
  • Sport
In der Vorrunde stand Dave Zibung wieder zwischen den Pfosten. Jetzt wird der Kampf neu lanciert. (Bild: freshfocus/ Martin Meienberger)

FC Luzern startet in Vorbereitung zur Rückrunde FCL mit neuem Assistenztrainer – und zum letzten Mal mit Dave Zibung?

5 min Lesezeit 02.01.2019, 16:12 Uhr

Einen Tag vor Beginn des FCL-Trainingslager in Marbella wird Goalie David Zibung seinen 35. Geburtstag feiern. Der Hergiswiler wird dem Verein, dem er seine ganze Karriere treu geblieben ist, erhalten bleiben. Die Frage ist nur: weiterhin auf dem Platz oder im Büro?

Seit heute hat er wieder ernsthafte Konkurrenz um den Stammplatz zwischen den Torpfosten. Mirko Salvi (24) greift nach überstandener Knieverletzung neu an. Er muss zeigen, dass er mehr drauf hat als das, was ihm bisher gelang. Der Nachfolger des zum FC Basel abgewanderten Jonas Omlin ist in der Vorrunde den Nachweis schuldig geblieben, dass er dem FCL ein fähiger Super-League-Goalie sein kann.

Darum feierte Oldie Zibung in einer Saison, die als seine letzte angedacht war, ein überraschendes Comeback. Seit neun Meisterschaftsspielen hütet er, dessen Vertrag noch bis nächsten Sommer Gültigkeit hat, das Tor der Luzerner. In dieser Zeit hat der FCL 16 Punkte geholt, in den neun vorangegangenen Ernstkämpfen ohne ihn deren neun.

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Eine Statistik, die ohne Wenn und Aber für Zibung spricht. «Ich freue mich darüber, dass ich der Mannschaft mit meiner Persönlichkeit und Fähigkeit, unser Spiel von hinten heraus zu organisieren, helfen konnte», sagt er und relativiert: «Ich werde nie mehr ein Torhüter werden, der die Bälle aus dem Lattenkreuz kratzt. Gerade deshalb war es bitter, dass die wenigen Schüsse, die auf mein Tor kamen, ein paar Gegentore bedeuteten.»

Der perfekte Abschied für Zibung

Aber wie weiter? In seiner 15. Saison mit dem FCL, seit Zibung 2003 Profi wurde, stellt er keine Ansprüche mehr. «Ich muss meine Karriere nicht unbedingt fortsetzen. Aber ich bin bereit dazu, wenn der Trainer das will. Ganz egal, ob er mich nun als Nummer 1, 2 oder 3 sieht», sagt er. Er spüre zwar das Alter und den körperlichen Verschleiss einer langen Karriere auf höchstem nationalen Niveau. Dennoch hält er fest: «Es ist nicht so, dass ich mich am Morgen aus dem Bett quälen muss. Körperlich fühle ich mich gut, ich bin voller Energie. Und mein Job bereitet mir nach wie vor Freude.»

«Es wäre eine grosse Sache, meinen letzten Match am 19. Mai als Cupsieger im FCL-Dress zu beenden.»

David Zibung

Einen konkreten Entwurf von einer gemeinsamen Zukunft wollen die FCL-Verantwortlichen und Zibung im Trainingslager in Marbella erarbeiten. Die entscheidende Frage in diesem Zusammenhang ist: Gelingt es FCL-Sportchef Remo Meyer, einen fähigen und bezahlbaren Super-League-Torhüter zu engagieren? Oder kann Salvi doch noch überzeugen? Oder doch lieber noch ein weiteres Jahr mit Zibung zwischen den Pfosten?

Zibung kann der Zukunftsplanung mit dem FCL ganz gelassen entgegenblicken. Die im Innerschweizer Fussball verdiente Spielerpersönlichkeit und Integrationsfigur besitzt einen ab Sommer 2019 gültigen Anschlussvertrag als FCL-Angestellter. Wenn es nicht mehr weiter geht auf dem Platz, dann hegt er noch einen Traum: «Es wäre eine grosse Sache, meinen letzten Match am 19. Mai als Cupsieger im FCL-Dress zu beenden.» Es wäre sein erster und zugleich letzter Titelgewinn mit dem FCL. Dreimal hat er einen Cupfinal bereits als Verlierer beenden müssen (2005, 2007 und 2012).

Auch bei einem Karrierenende Zibungs gilt es in Marbella sein künftiges Einsatzgebiet im FCL zu definieren. Auf der Hand liegt eine Zusammenarbeit mit ihm als Goalietrainer. Zibung sagt, dass er das Level 1 und 2 im Sack habe. «Aber für die Super League brauche ich Level 3, und der nächste Kurs beginnt frühestens im Sommer.» Aber er kann sich auch eine Zukunft abseits des Rasens vorstellen. «Marketing und Verkauf haben mich schon immer interessiert.»

Manuel Klökler neuer FCL-Trainerassistent

Mit Beginn der Vorbereitung des FC Luzern auf die Rückrunde nimmt ein neues Gesicht im Trainer-Team die Arbeit auf. Der 44-jährige Deutsche Manuel Klökler ist ein Vertrauter von Cheftrainer René Weiler und ersetzt Michael Silberbauer (neu Cheftrainer beim Pacific FC in Kanada). Klökler, der beim FCL schon während zwei Wochen reingeschnuppert hatte, arbeitete mit Weiler bei Schaffhausen, Aarau und dem 1. FC Nürnberg in der 2. Bundesliga. Auch Thomas Binggeli, bisher schon FCL-Assistent, kennt der gebürtige Konstanzer.

Kökler für Videostudium verantwortlich

«Manuel weiss, was ich von ihm erwarte», sagt Weiler. Aber was heisst das konkret? Klökler sei für das Videostudium verantwortlich, er assistiere im Mannschaftstraining und übernehme Einzeltrainings. «Darüber hinaus hat er eine wichtige Rolle im Dialog mit den Spielern. Ich vertraue meinen Mitarbeitern und lasse ihnen grösstmöglichen Freiraum zur eigenen Entwicklung», hält Weiler fest.

«Wenn ich etwas nicht ausstehen kann, dann sind es Ja-Sager um mich herum.» 

René Weiler

Wie sich Klökler und Binggeli die tägliche Arbeit aufteilen, das werde im FCL-Trainingslager in Marbella (11. bis 18. Januar) genau definiert. «Zum Glück sind wir ja nicht unterbeschäftigt», sagt Weiler mit einem Schmunzeln und verweist darauf, dass europäische Topklubs nahezu zehn Köpfe im Trainer-Team beschäftigten.

Bleibt noch die Frage nach dem Führungsprinzip Weilers: Lässt der FCL-Cheftrainer Inputs zu Taktik und Personalfragen von seinen beiden Assistenten zu? Weiler entgegnet schier entrüstet: «Hätte ich taktische Schwächen, könnte ich den Job beim FCL wohl kaum ausführen.»

 

Hört Weiler auf seine engsten Mitarbeiter?

Bloss: Darauf zielte die Frage gar nicht ab. Sondern: Gibt Weiler seinen nächsten Mitarbeitern die Gelegenheit, ihre Meinung frei zu äussern? Und wenn ja: Denkt er darüber nach? Oder sind Binggeli und Klökler nur dazu da, die Hütchen auf dem Platz seinem Befehl entsprechend hinzustellen?

Weiler, ein überaus unterhaltsamer Kommunikator, fasst sich an die Stirn und sagt: «Wenn ich etwas nicht ausstehen kann, dann sind es Ja-Sager um mich herum.» Das sei etwas, was ihn am Verhalten vieler Schweizer Politiker aufrege. «Im Trainer-Team reflektieren wir viel zusammen. Aber letztlich liegt es an mir, für unsere Entscheide Verantwortung zu übernehmen. Und im Fussball passiert vieles unmittelbar, da bleibt gelegentlich keine Zeit für tiefgreifende Überlegungen.» Das nennt man dann wohl Bauchgefühl.

Übrigens: Über die Länge des Vertrages mit Manuel Klökler gab der FCL offiziell nichts bekannt.

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