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FCL-Machthaber Alpstaeg bricht sein Schweigen
  • Sport
Ein Bild vom Sommer 2015: Wenige Monate später bricht der Konflikt zwischen Bernhard Alpstaeg und der Gruppe um Marco Sieber im FCL-Aktionariat los. (Bild: Daniela Frutiger/freshfocus)

Seine drei zentralen Botschaften zum FC Luzern FCL-Machthaber Alpstaeg bricht sein Schweigen

3 min Lesezeit 3 Kommentare 12.02.2020, 15:48 Uhr

Zum ersten Mal seit Bekanntwerden des Zerwürfnisses im FCL-Aktionariat Ende Oktober äussert sich Mehrheitsaktionär Bernhard Alpstaeg gegenüber der Öffentlichkeit. Aber er holt nicht den verbalen Prügel aus dem Sack, sondern stimmt Töne an, die man sich aus seinem Mund nicht gewohnt ist.

Die Online-Plattform «nau.ch» hat den als FCL-Verwaltungsrat zurückgetretenen Bernhard Alpstaeg an diesem Mittwoch zum Mittagessen ins Restaurant Uto Kulm eingeladen – und der 74-Jährige stimmte zu. Das Video-Interview wird bis am Freitag in verschiedenen Folgen ausgestrahlt.

Die Frage ist: Warum redet Alpstaeg jetzt plötzlich, nachdem er monatelang zu den Vorwürfen der ihm feindselig gestimmten Aktionärsgruppe um Marco Sieber eisern geschwiegen hat (zentralplus berichtete)?

Sein Mediensprecher Bruno Affentranger erklärt: «Ein Video bringt am besten rüber, wie Alpstaeg spricht, wie er tickt und wie er lebt. Ein gefilmtes Gespräch ist unmittelbar und ehrlich. Ausserdem handelt es sich hier um ein junges Medium mit einer Technik, die interessiert. Deshalb hat Bernhard Alpstaeg diese Anfrage wahrgenommen.»

Alpstaeg verzichtet auf Gegenangriff

Aber was hat der FCL-Machtinhaber überhaupt zu sagen? Eine Retourkutsche an die «Sieberianer» ist ausgeschlossen. Es würde den Grundsatz des runden Tisches, den der FCL im November ins Leben gerufen hat (zentralplus berichtete), torpedieren. Denn die Streithähne haben mit Unterschrift bekräftigt, dass sie zum Wohle des FC Luzern nur noch gemeinsam informieren wollen.

«Vor allem aber entschuldigt sich Bernhard Alpstaeg im Namen aller Aktionäre bei den Klubvertretern, den Fans und allen, denen der Klub am Herzen liegt.»

Mediensprecher Bruno Affentranger

Affentranger, der das Gespräch an einem Nebentisch überwachte, sagt: «Im ersten Teil geht es um die sportliche Situation beim FCL.» Da läuft es ja mit drei Siegen in drei Rückrundenspielen rund. «Der Reporter wollte wissen, ob Sportchef Remo Meyer gehen muss, wenn der Erfolg auch unter Fabio Celestini ausbleiben sollte.» Und was war Alpstaegs Antwort? «Dass das nicht sein Business ist, darüber zu befinden», so Affentranger.

Der zweite Teil des Videointerviews dreht sich um das FCL-Aktionariat und mögliche Lösungen für die Zukunft. Affentranger: «Er sagt nur, was aus seiner Sicht war. Vor allem aber entschuldigt er sich im Namen aller Aktionäre bei den Klubvertretern, den Fans und allen, denen der Klub am Herzen liegt.» Alpstaeg sage, dass es dabei um viel Geld und die Egos gehe, doch nun nur noch um eine gemeinsame Lösung für die Zukunft. Es sind Worte, die Alpstaeg schon im Januar bei seiner Ansprache während des Friendship Dinners des FCL an die geladenen Gäste richtete.

Wenn Alpstaegs Zunge lockerer wird

Alpstaeg ist es auch wichtig zu sagen, dass «alle Aktionäre die Finanzierung des Klubs bis September 2021 per Unterschrift zugesichert und ihren Anteil bereits eingezahlt haben», wie Affentranger betont. Das sei nicht mal beim FC Basel der Fall.

Und darüber hinaus will sich Alpstaeg künftig daran halten, stufengerecht zu kommunizieren. Das heisst: Er will sich nicht mehr mit markigen Worten zum Tagesgeschäft des FC Luzern äussern.

Selbstverständlich wird Alpstaegs Zunge aber auch lockerer während des Videodrehs. «Aber nur, wenn es um Fragen zu seiner Person geht», so Affentranger.

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3 Kommentare
  1. Raffaele, 14.02.2020, 15:06 Uhr

    «Vor allem aber entschuldigt sich Bernhard Alpstaeg im Namen aller Aktionäre bei den Klubvertretern, den Fans und allen, denen der Klub am Herzen liegt.» , sagt der Affentranger.
    Wer die Videos, welche bei mir massivste Fremdscham auslösten, gesehen hat, hört aber von Alpstäg folgendes: „Die Buben haben gestritten und das ist etwas überbordet“, oder „Das musste jetzt mal sein und das hat ja auch nicht geschadet, oder? Und im Augenblick ist es in Ordnung und es bleibt so.“
    Einsicht? Null. Entschuldigung? Noch weniger. Die beiden Herren in der Videoserie feiern sich vielmehr selbst, kritische Fragen werden nicht gestellt. Sehr sehr dumpfe Unterhaltung und eine Verunglimpfung des FCL und seiner Fans.

  2. CScherrer, 12.02.2020, 17:06 Uhr

    Affentranger ist ein lustiger Zeitgenosse. Mit seinem überflüssigen Hochglanzmagazin, gesponsert von Wirtschaftsparteien FDP, SVP und GLP überflutet er die Stadtbevölkerung mit Nonsens. Und jetzt hat er einen weiteren lukrativen Nebenjob gefunden. Er versucht sich als Dompteur eines Patrons, der sich nicht zähmen lässt. Noch hat er Alpstaeg unter Kontrolle, da er am Nebentisch das Interview überwacht. Lustig wird es, wenn der Blick dann den Alpstaeg anruft und der Affentranger sitzt nicht neben ihm. Er merkt nicht, dass er vom Grandseigneur vorgeführt wird. Was machen gewissen Herren nicht alles um in den Medien wichtig zu erscheinen. Ich finde das lustiger als jede Sitcom. Weiter so.

    1. Dunning-Kruger, 13.02.2020, 06:54 Uhr

      Richtig und scharfsinnig analysiert. Und die beeindruckenste Leistung diesbegüglich ist, dass offensichtlich bereits durch die Konstruktrue der „starken Stadtregion“ der nächste Streich geplant ist. Affentrangers Magazin hat jedenfalls den Faden bereits aufgenommen und in einer Sonderauflage (2018/2019) die Gretchenfrage betr. weiteren Gemeindefusionen bereits wieder als wichtig, richtig, unumgänglich und förderlich eingeworfen! Unglaublich – da kann man sich nur noch verwundert die Augen reiben, wenn man sich an das Fiasko „starke Stadtregion“ zurückerinnert. Teilweise wurde die Vorlage vom Souverän mit über 80% der Stimmen abgeschmettert. Bei Affentranger und seinen Auftragggebern herrscht wohl geistige Umnachtung, diese heisse Eisen jetzt bereits wieder anfassen zu wollen.

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