FCL-Fans wollen Verkauf von Saisonabos boykottieren
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Die FCL-Fans haben das Warten auf Antworten satt. (Bild: ain)

«Erst Klarheit schaffen» FCL-Fans wollen Verkauf von Saisonabos boykottieren

3 min Lesezeit 4 Kommentare 25.06.2020, 14:11 Uhr

Auch wenn das Thema durch die Coronakrise etwas in den Hintergrund geraten ist, vom Tisch ist es noch lange nicht: der Knatsch in der FCL-Führung. Die Fans wollen nun endlich Antworten – und weigern sich deshalb vorerst, ein Saisonabo zu kaufen.

Der FCL hat erst kürzlich seine Fans dazu aufgerufen, eine Saisonkarte zu kaufen. Das, obwohl nicht klar ist, wie es im Hinblick auf das Coronavirus weitergeht. Der Club hofft, dass sich die Fans mit dem Verein solidarisieren (zentralplus berichtete).

Doch die sind alles andere als gewillt, dem Aufruf einfach so zu folgen. In einer Mitteilung schreibt die Dachorganisation der FCL-Fans (USL), dass sie erst klare Verhältnisse schaffen wolle. Die Zukunft des FCL sei unsicher. Bereits wurde über einen möglichen Verkauf des Clubs ins Ausland diskutiert. Wie zentralplus im Mai erfahren hat, ist die Suche nach einem neuen Investor in vollem Gange. Ein Name wurde bisher noch nicht genannt.

Fans wollen Verkauf ins Ausland verhindern

Bei Gesprächen habe die USL auf ihre Nachfrage lediglich folgende Antwort erhalten: «Wir können derzeit nichts ausschliessen.» Das macht den Fans Sorgen. «Eine Aussage, die das Risiko, dass der FCL an irgendwelche Oligarchen, Scheichs oder Finanzhaie verscherbelt wird, alles andere als entkräftet.»

Der Verein führt zahlreiche Beispiele anderer Clubs ins Feld, bei denen ausländische Investoren das Ruder übernommen haben. «Für uns ist es elementar, dass dieser Kelch an unserem FCL vorübergeht. Unser Fussballclub muss eigenständig und lokal verankert bleiben. Ein Verkauf an Spekulanten und profitgetriebene Grossinvestoren ist für uns daher ein Schreckensszenario, das es um jeden Preis zu verhindern gilt.»

Erst Klarheit, dann Abokauf

Doch auch innerhalb der FCL-Führungsriege kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen (zentralplus berichtete). «Von daher begrüssen wir, dass im Aktionariat eine Lösung angestrebt wird. Diese lässt nun allerdings bereits wieder über sieben Monate auf sich warten, ohne dass auch nur geringste Tendenzen erkennbar wären.»

«Um finanziell überleben zu können, ist der FCL auf die Unterstützung von Allen angewiesen.»

Philipp Studhalter, FCL-Präsident

Die Fans stellen den Sinn eines Saisonabo-Kaufs deshalb infrage. «In unseren Augen ist daher jetzt der Zeitpunkt gekommen, die Fakten auf den Tisch zu legen! Wir fordern von Club und Aktionariat endlich Klarheit, an was oder wem wir uns zukünftig orientieren können», lautet deshalb die Forderung der USL. Erst dann könne man wieder nach vorne blicken. «Bis dahin ist für uns klar, dass wir mit dem Kauf der Saisonkarte 20/21 noch zuwarten werden. Das empfehlen wir auch allen anderen FCL-Fans und -Sponsoren, denen die Zukunft unseres FCL am Herzen liegt.»

Studhalter appelliert an Solidarität

Und was sagt man bei den FCL-Oberen dazu? «Klarheit über die strategische Zukunft ist Voraussetzung dafür, dass der FCL die Planung in verschiedenen Bereichen vorantreiben kann. Ebenso ist es für den Klub entscheidend, dass die Werte, welche den FC Luzern ausmachen, beibehalten und in die Zukunft geführt werden», schreibt Präsident Philipp Studhalter auf Anfrage.

Der Club sei darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass die Aktionäre im September 2020 eine Lösung der Aktionärssituation präsentieren werden (zentralplus berichtete). An die kritischen Fans hat Studhalter eine Botschaft parat. «Um finanziell überleben zu können, ist der FCL auf die Unterstützung von Allen angewiesen – und wir hoffen, dass sich unsere Fans weiterhin hinter den Verein stellen und sich für die kommende Saison ihre Abo Card sichern werden.»

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4 Kommentare
  1. Buchmann Armin, 25.06.2020, 21:25 Uhr

    Die USL ist nicht die Dachorganisation der FCL Fans, sondern ein unabhängiger Fan Club

  2. Tonald Drump, 25.06.2020, 14:51 Uhr

    Warum soll ich mich mit dem FCL solidarisieren, wenn ich ihm genauso egal bin? Fakt ist, dass er mich um mehr als einen Drittel des bisherigen Saisonabo betrügt, wenn ich kein neues kaufe und dem Verein somit noch mehr Geld in den Allerwertesten schiebe! Leute, liest endlich die AGB’s durch…… Falls bis Weihnachten keine Fans zugelassen werden, so werdet ihr noch mehr beklaut! Die AGB’s sind dermassen einseitig verfasst, dass ihr das alleinige Risiko trägt. Daher empfehle ich euch, KEINE AboCard mehr zu kaufen. Falls Ihr ohne FCL nicht sein könnt, dann kauft Tagesticket nach Bedarf. Da man ja tendenziell meistens 1 – 2 Spiele pro Saison verpasst und auf Gurkenspiele wie je 2x gegen Thun, Servette, Lugano, Sion oder nächste Saison Lausanne verzichten kann, kommt es eh günstiger und ihr seid so viel flexibler. Hört endlich auf mit Ausreden wie Vereinsliebe. Genau jetzt merkt man, dass ihr dem Verein genauso egal seid und nur als Geldesel dient.

    1. Mooo, 25.06.2020, 16:33 Uhr

      Richtig! Scheinst ja ein echter Fan zu sein, immer schön solidarisch. Kannst ja mal anrufen vielleicht zahlen sie Dir dein Drittel Geld zurück. FCL schwimmt ja nur so im Geld. Ist halt wie im Fussball, mal gewinnst Du mal verlierst Du……..

    2. Heinz A. Bossert, 26.06.2020, 22:11 Uhr

      Absolut richtige Einschätzung! Bis heute habe ich nicht einmal eine Information als AboCard-Besitzer erhalten… Ungenügend und unverständlich! An diese Wichtigtuer: Das ist einfach nur „schäbig“. Statt AboCards des FCL im Wert von jährlich über 2000 Franken gibt es andere Sportanlässe zu unterstützen – mit professionellem Hintergrund… ADIOS…

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