FCL: Banges Warten auf die Rückkehr des Toptorschützen
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Dejan Sorgic will bald wieder für den FC Luzern Tore schiessen. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Sorgic ist der stille Leader und der grosse Abwesende FCL: Banges Warten auf die Rückkehr des Toptorschützen

4 min Lesezeit 12.04.2021, 20:00 Uhr

Mitten im Abstiegskampf muss der FC Luzern auf seinen Topscorer verzichten. Seit einigen Wochen fehlt FCL-Stürmer Dejan Sorgic im Aufgebot von Trainer Fabio Celestini. Ein herber Verlust für die Luzerner, der 31-jährige arbeitet nun seit Wochen an seiner Rückkehr auf den Platz.

«Die ticken doch nicht ganz richtig!», schrie sich ein aufgebrachter FCL-Angestellter seinen Frust von der Seele. Der emotionale Ausbruch des Funktionärs verhallte aber auf den leer gebliebenen Rängen der Allmend.

Zurück blieben einzig die fassungslosen Spieler des FCL und viel Frust. Am vergangenen Samstag hatten sie den sicher geglaubten Punkt gegen den FC Basel in letzter Minute noch aus der Hand gegeben.

Ein Gegentor bringt den FCL ins wanken

Die Analyse des FCL-Funktionärs könnte aber nicht treffender sein. Das FCL-Uhrwerk wirkt auf dem Platz äusserst zerbrechlich, gleichsam einer Uhr müssen jeweils alle Zahnräder ineinandergreifen – oder sie ticken nicht mehr richtig.

Der 1:1 Ausgleichstreffer der Basler war so ein Moment, der die fragile FCL-Uhr aus dem Takt brachte. Celestinis Mannen waren völlig von der Rolle, es folgten sogleich Gegentreffer Nummer zwei und drei.

Ist dieses celestinische Uhrwerk vielleicht zu filigran konstruiert? Können seine Spieler die anspruchsvolle Taktik des Trainers überhaupt umsetzten?

Für Fabio Celestini steht dies ausser Frage: «Man kann mich naiv nennen und sagen, dass ich meine Spieler besser darstelle als sie in Wirklichkeit sind. Es ist aber nun mal so, dass ich grosses Vertrauen in ihre Entwicklung habe und von unserer Mannschaft absolut überzeugt bin.»

Der Toptorschütze fehlt auch im Cup gegen Lugano

Zu beachten ist, dass nun bereits seit einigen Wochen ein essentielles Zahnrad in der FCL-Uhr fehlt. Die Rede ist von FCL-Stürmer Dejan Sorgic. Der Topscorer wird schmerzlich vermisst, obwohl die Luzerner gegen Basel zeigten, dass sie auch ohne ihn Tore schiessen können.

«Deki», wie er von seinen Mitspielern gerufen wird, hat seit dem Auswärtsspiel in Zürich Knieprobleme: «Gegen den FCZ habe ich einen Schlag abgekriegt, das hat sich dann entzündet. In den letzten Tagen geht es aber schon wieder viel besser. Ich hoffe am Mittwoch wieder ins Mannschaftstraining einzusteigen», sagt Sorgic gegenüber zentralplus.

Ein Einsatz am Dienstag im Cup gegen Lugano (17 Uhr) kommt für ihn aber noch zu früh: «Wir haben noch einige wichtige Spiele vor uns, ich hoffe am Samstag gegen St. Gallen wieder dabei zu sein.» Ein herber Schlag für die Cuphoffnungen der Zentralschweizer, der Sommer-Neuzugang ist für den FCL eigentlich unverzichtbar.

Sorgic als erster Verteidiger im Spiel des FCL

Die Nummer Neun des FC Luzern gilt als spielintelligenter Stürmer, der nicht nur das Toreschiessen als seine Aufgabe sieht: «Als Stürmer bist du auch immer der erste Verteidiger. Wir müssen die Gegner früh anlaufen um Fehler zu provozieren. Das ist nicht nur die Aufgabe der Abwehrspieler.»

Seinen laufintensiven und für die Gegenspieler unangenehmen Spielstil haben diverse Trainer geprägt: «Ich habe besonders von Murat Yakin und Marinko Jurendic profitiert. Von ihnen habe ich gelernt, wie ich die Gegenspieler häufiger unter Druck setzen kann.»

Celestini schätzt diese Eigenschaften seines Stürmers sehr: «Seine Defensive Präsenz ist unglaublich. Francesco Margiotta war spielerisch vom selben Schlag, beide arbeiten enorm viel für die Mannschaft.»

Celestini hofft auf ein baldiges Comeback

Trotz seiner zehn Saisontoren läuft es für Sorgic beim FCL aber noch nicht wie geschmiert, er glaubt aber wie sein Trainer an die positive Entwicklung der Mannschaft: «Wir haben einen klaren Weg den wir gemeinsam gehen wollen und sind davon überzeugt. »

Trainer Celestini hofft derweil auf eine schnelle Rückkehr seines Torjägers: «Dejan ist ein sehr spielintelligenter Stürmer der den Ball halten und weiterverarbeiten kann. In der Vorwärtsbewegung ist es essentiell, einen Spieler wie ihn im Team zu haben. Sonst laufen wir jedes Mal in einen Konter.»

Sorgic: Torjäger und Leader beim FCL

Auch als Leader hat sich Sorgic in der FCL-Mannschaft etabliert. Gegen den FCZ führte er die Zentralschweizer sogar als Captain aufs Feld. Für Celestini eine logische Wahl: «Dejan ist kein Mann der grossen Worte, er lässt lieber seine Leistung auf dem Platz für sich sprechen. Das ist seine Art, die Mannschaft mitzureisen und anzuführen.»

Ob Sorgic das fehlende Zahnrad ist, um den fragilen FCL zu stabilisieren, wird sich bald zeigen. Viel Zeit bleibt den Luzernern auf jeden Fall nicht mehr, denn die Abstiegs-Uhr tickt…

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