FC Luzern
Vor dem Saisonstart am Samstag

Neuer Vertrag für FCL-Trainer Frick? «Gespräche laufen»

Hinter die gegnerischen Abwehrreihen will jeder Trainer kommen – FCL-Trainer Mario Frick: «Dank meiner Zeit in Italien habe ich einen klaren Plan.» (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Die Abstiegsangst war dem FC Luzern in den letzten drei Spielzeiten eine treue Begleiterin. Nun soll sie verscheucht werden – trotz anspruchsvollem Saisonstart. Die grösste Hoffnung der Luzerner auf dem angestrebten Weg hat einen Namen: Mario Frick (47).

Als die meisten Teilnehmer die Medienkonferenz in der Swissporarena vor dem FCL-Saisonstart am Samstag gegen den Meister FC Zürich bereits verlassen hatten, wurde sie doch noch gestellt: die Frage aller Fragen.

Sie lautete erstaunlich simpel: «Wann verlängern Sie Ihren Vertrag mit dem FCL, Mario Frick?» Der Gesprächspartner von zentralplus brach in Lachen aus, und der wenige Meter daneben sitzende Medienchef Markus Krienbühl fixierte ihn sogleich mit seinem durchdringenden Blick.

«Du brauchst gar nicht so zu schauen. Unsere Wette bezog sich auf den offiziellen Teil», konterte Mario Frick schmunzelnd. Die beiden hatten in der Vorbereitung auf den Medientermin am Dienstagmorgen darauf gewettet, ob es einem anwesenden Medienschaffenden in den Sinn käme, nach einer weiteren Zusammenarbeit zwischen Trainer und Klub über die laufende Saison hinaus zu fragen.

Frick freut sich auf eine Flasche Wein

Bis zum Ende der nächsten Saison 2022/23 ist das aktuelle Arbeitspapier von Mario Frick mit dem FCL gültig. Medienchef Markus Krienbühl konnte sich vor dem Hintergrund, dass sein Klub zusammen mit dem FC Basel die drittbeste Rückrunde 2021/22 gespielt und Mario Frick den FCL in der Barrage gegen Schaffhausen vor dem Fall in die Challenge League gerettet hatte, schlicht nicht vorstellen, dass eine solche Frage ausbleiben könnte. Weit gefehlt: Nun ist er Frick eine Flasche Wein schuldig.

«Ich bin noch nie mit dem FCL in eine Saison gestartet. Und es sollte mittlerweile bekannt sein, für welches Mindset ich stehe.»

FCL-Trainer Mario Frick

Aber wie lautet nun Fricks Antwort auf die Frage nach einer Vertragsverlängerung? «Die Gespräche laufen.»

Eine diplomatische Antwort, die im Fachjargon letztlich nur auf eines hinauslaufen kann: Einer weiteren Zusammenarbeit zwischen dem FCL und Mario Frick steht nichts im Weg. Die mündliche Einigung muss nur noch durch die Unterschriften der Verantwortlichen dokumentiert werden.

Jetzt muss nur noch der FCL-Saisonstart passen

Allerdings muss der FCL den richtigen Zeitpunkt finden, um die frohe Kunde zu verbreiten. Der Start in die nächste Meisterschaft wird dafür der Taktgeber sein. Gelingt der Saisonstart, spricht nichts gegen eine zügige Offizialisierung der neuen Übereinkunft.

Geht er wie in den vorangegangenen drei Spielzeiten aber in die Hosen, gilt es in dieser Angelegenheit nichts zu überstürzen. Schliesslich steht ja auch noch Fricks Vorgänger Fabio Celestini bis im nächsten Sommer auf der Luzerner Gehaltsliste.

Der kommende Saisonstart der Luzerner liest sich wie eine echte Herausforderung. Wegen des Einbaus eines neuen Rasens in der Swissporarena und des Engagements des FC Basels in der Conference League mussten die ersten beiden Heimspiele der Luzerner verschoben werden.

Darum startet der FCL mit zwei Auswärtsspielen gegen den Meister FC Zürich und Cupsieger Lugano in die Meisterschaft. Am Mittwoch darauf folgt das erste Heimspiel gegen GC und vier Tage später das nächste Auswärtsspiel gegen St. Gallen.

Die Wertschätzung des FCL-Präsidenten für Frick

Mit ketzerischer Zunge könnte man zum Schluss kommen, dass alles angerichtet sei für einen weiteren Fehlstart des FCL. Mario Frick kann den Gedankengang zwar nachvollziehen, entgegnet aber: «Ich bin noch nie mit dem FCL in eine Saison gestartet. Und es sollte mittlerweile bekannt sein, für welches Mindset ich stehe.»

In der Tat ist es der 47-jährige Liechtensteiner, der die Hoffnung der Luzerner auf eine sportlich bessere Zukunft personifiziert. «Wir haben in der Winterpause mit Mario Frick den Trainer gefunden, der zu uns passt und den Ligaerhalt garantiert», betont FCL-Präsident Stefan Wolf.

Die Namen der bisherigen Luzerner Neuzugänge haben bislang keine so hohe Strahlkraft wie der von Mario Frick. Mit Stürmer Joaquin Ardaiz, Verteidiger Pius Dorn und Mittelfeldspieler Nicky Beloko sind drei Spieler zum FCL gestossen, die ihr Geld zuletzt in der Challenge League verdient haben. Und der zentrale Mittelfeldakteur Jakub Kadak vom slowakischen Erstligisten Trencin war nur wenigen Fussballexperten in Luzern bislang ein Begriff (zentralplus berichtete).

FCL-Premiere von Kadak frühestens gegen Lugano

Auch wenn FCL-Sportchef Remo Meyer in Aussicht stellte, noch einen Stürmer und Innenverteidiger bis zum Schliessen des Transferfensters am 31. August verpflichten zu wollen, ist Mario Frick schon jetzt glücklich mit der Transferkampagne.

«Nicky Beloko kann mit seiner Dynamik und Zweikampfstärke zur Überraschung dieser Saison und zu einem zweiten FCZ-Doumbia werden.»

Mario Frick

Frick hegt nämlich grosse Hoffnungen in die Neuverpflichtungen: «Nicky Beloko kann mit seiner Dynamik und Zweikampfstärke zur Überraschung dieser Saison und zu einem zweiten FCZ-Doumbia werden. Joaquin Ardaiz war der beste Goalgetter und Pius Dorn der zweitbeste Vorlagengeber in der vergangenen Challenge-League-Saison. Und Jakub Kadak ist der beste Goalgetter unter den Mittelfeldspielern in der slowakischen Meisterschaft.»

Es braucht allerdings noch etwas Geduld bis zur FCL-Premiere von Jakub Kadak. Weil sich ein Transfer abzeichnete, hatte der 21-Jährige nach Angaben seines neuen Arbeitgebers in den letzten drei Wochen bloss noch Laufübungen absolviert. «Jakub Kadak wird frühestens im zweiten Spiel gegen Lugano einsatzbereit sein», so Frick.

Der Trainer der Luzerner fühlt sich gerüstet, die Mannschaft bereits unter den aktuellen Voraussetzungen weiterentwickeln zu können. «Meine Ideen von offensiven und defensiven Spielprinzipien habe ich seit Beginn meiner Zeit in Luzern reingebracht. Die Basis dafür ist die Athletik, und die Spieler haben in der Sommervorbereitung super gearbeitet», sagt er.

Der bärbeissige Konter von Mario Frick

Aber wie lassen sich seine Ideen betreffend Weiterentwicklung auf dem Fussballplatz erkennen? «Ich will den Frick-Kick 2.0», sagt er bärbeissig. Es ist sein Konterangriff auf eine Einschätzung von zentralplus zu Beginn seines Wirkens in Luzern.

Mario Frick liegt der Vorwurf, dass er sein offensives Glück nicht selten mit langen Bällen suche, offensichtlich schwer auf dem Magen. Darum hält er dagegen: «Das stimmt nicht. Selbst YB schlägt mehr lange Bälle als wir.»

Seine Idee von offensivem Fussball ist es, «mit Speed und Dynamik hinter die gegnerischen Abwehrreihen zu gelangen.» Unter den Trainern ist es die Königsdisziplin, der eigenen Mannschaft zielführende Ideen für offensive Problemlösungen an die Hand zu geben. Sie unterscheidet gute von weniger guten Berufskollegen.

«Ich habe einen klaren Plan, was diese Herausforderung betrifft», betont Mario Frick. «Dabei profitiere ich von den Trainerfüchsen während meiner Zeit als Profi in Italien. Zudem gehörte der FCL schon in der letzten Rückrunde zu den besten Super-League-Teams bei der Anzahl Torschüsse aufs gegnerische Tor.»

Aus heutiger Sicht gibt es keinen Grund, an seinen Worten zu zweifeln. Die Wahrheit allerdings liegt – wie immer – auf dem Platz.

Verwendete Quellen
  • FCL-Medienkonferenz am Dienstag.
  • Persönliches Gespräch mit FCL-Trainer Mario Frick.

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