FC Luzern
Wie sieht das Luzerner Kader 2022/23 aus?

FCL-Sportchef Meyer ruft Poker um Filip Ugrinic aus

Geht mit Filip Ugrinic auch der gefährlichste FCL-Offensivspieler, nachdem mit Marvin Schulz (rechts) schon der beste Einzelspieler in der Barrage offiziell verabschiedet worden ist? (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Der FCL signalisiert Bereitschaft, über einen Verkauf von Filip Ugrinic (23) zu verhandeln. Selbst mit einem Super-League-Konkurrenten. Aber wer den gefährlichsten Offensivspieler des FC Luzern holen will, muss ein paar Millionen lockermachen können. Doch was heisst ein Verkauf für den FCL?

Es ist Tag 1 nach dem im Barrage-Rückspiel gesicherten Ligaerhalt auf der Allmend (zentralplus berichtete). Eine Berner Firma ist daran, den Rasen in der Swissporarena abzutragen. Um danach ein neues, ebenes Grün zu verlegen.

Drinnen, im Bauch des Stadions, geht es darum, wie die Mannschaft des FC Luzern neu aufgeforstet werden soll. Denn eines ist sicher: Eine Lotter-Saison wie die letzte darf es nicht mehr geben.

Bekannt ist: Mit Marvin Schulz verliert der FCL nach fünf Jahren einen vielseitig einsetzbaren, wuchtigen und torgefährlichen Spieler. Luzerns bester Einzelspieler in der Barrage ist unmittelbar nach dem Erreichen des Ligaerhalts im Beisein der begeisterten Fans offiziell verabschiedet worden (zentralplus berichtete).

Auch die FCL-Konkurrenz darf zuschlagen

Der Abgang des 27-jährigen Deutschen wird für den FCL nicht so leicht zu kompensieren sein. Aber es könnte für die Luzerner faustdick kommen, falls auch noch Filip Ugrinic weiterziehen sollte. Er ist der Antreiber im Mittelfeld und mit neun Toren und acht Assists der torgefährlichste FCL-Offensivspieler. Ohne seine Ideen und Durchschlagskraft hätte es kaum zum Ligaerhalt gereicht.

«Letztlich ist es eine Frage des Preises.»

FCL-Sportchef Remo Meyer

Selbstredend ist ein Spieler seiner Güteklasse auch der höher dotierten Konkurrenz aufgefallen. Im letzten Sommer schloss FCL-Sportchef Remo Meyer noch einen Transfer zu einem Konkurrenten in der Super League aus. Das ist nun nicht mehr der Fall.

Damit hat er im In- und Ausland den Poker um Filip Ugrinic ausgerufen. Wer den 23-Jährigen posten will, muss wohl mehr als die zwei Millionen lockermachen. Diesen Marktwert hat das Fussball-Portal Transfermarkt veranschlagt. Schliesslich hat der Vertrag von Filip Ugrinic mit dem FCL noch zwei weitere Jahre Gültigkeit bis 2024. «Letztlich ist es eine Frage des Preises», bestätigt Remo Meyer.

Das rechnet der FCL-Sportchef Ugrinic hoch an

Remo Meyer rechnet es Filip Ugrinic hoch an, dass «er seinen Vertrag zu einem Zeitpunkt verlängert hat, als es uns gar nicht lief. Das hätte nicht jeder gemacht.» Im August letzten Jahres verlängerte der Spieler seinen auslaufenden Vertrag um zwei weitere Jahre.

«Ich will einen Fussball, der für den Gegner schwer auszurechnen ist.»

Der FCL-Sportchef will aber auch mit sich reden lassen, weil es zu berücksichtigen gilt, was der Spieler für den Klub geleistet habe. Und Remo Meyer will auch den menschlichen Aspekt nicht ausser Acht lassen.

Eigentlich tönt alles danach, als sei der Transfer von Ugrinic beschlossene Sache. Aber die Frage ist auch: Kann sich der FCL den Wegzug seines offensiv wichtigsten Einzelspielers sportlich überhaupt leisten?

Sieht Ugrinic für sich eine Zukunft im Frick-Fussball?

Ohne Ugrinic und Schulz hat das Luzerner Angriffsspiel, das in 36 Meisterschaftsspielen 52 Tore erzielte, nicht mal mehr annähernd Super-League-Niveau. Also muss auch wieder kräftig in die Offensive investiert werden. Zumal auch der aktuelle FCL-Sturm keine gegnerische Verteidigung in Angst und Schrecken versetzt.

Der Frage, ob er sich im nächsten Sommer-Transferfenster vor allem auf die Rekrutierung von offensivem Personal fokussiere, weicht Remo Meyer aus: «Es wird in sämtlichen Reihen Veränderungen geben.» Das Transferfenster in der Schweiz wird am 10. Juni öffnen und am 31. August schliessen.

Die weitere Karriereplanung von Filip Ugrinic wird einen Hinweis darauf geben, ob die Hochbegabung für sich eine Chance zur persönlichen Weiterentwicklung im kampfbetonten Fussball von Mario Frick, der das Mittelfeld gerne mit langen Bällen überbrücken lässt, sieht.

Meyer verlangt von seinem Trainer Flexibilität

Ein Fussball, der dem Gusto des Zentralschweizer Publikums entspricht. Das belegen die steigenden Zuschauerzahlen seit dem Jobantritt von FCL-Retter Mario Frick im letzten Winter (zentralplus berichtete).

Erwartet Remo Meyer eine Weiterentwicklung des Fussballs unter Mario Frick in der nächsten Saison, in der es keinen direkten Absteiger geben wird? Bei der Anstellung von Fabio Celestini lancierte er das verlockende Projekt, den FCL einen moderneren Fussball spielen lassen zu wollen.

Jetzt sagt Remo Meyer: «Ich verlange einen mutigen, dynamischen, kampfbetonten und zielstrebigen Offensivfussball. Einer, der für den Gegner schlecht auszurechnen ist. Ich wünsche mir, dass der Trainer diese Flexibilität besitzt.»

Für Remo Meyer bricht in der Zwischensaison die entscheidende Phase an. Eine weitere Saison wie die letzte wird seine Jobsicherheit akut gefährden.

Verwendete Quellen
  • Gespräch mit FCL-Sportchef Remo Meyer
  • Statistik von Filip Ugrinic via Transfermarkt

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