FC Luzern
Erste Pleite für die Ostschweizer im 2022

FCL schlägt St. Gallen nach grossartigem Spektakel

Der FCL-Siegtorschütze zum 3:2 über St. Gallen schreit sich die Freude aus dem Leib: Ibrahima Ndiaye. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Was war das für eine Show! Nach zweimaligem Rückstand besiegt der FC Luzern den FC St. Gallen mit 3:2. Das ist ein Luzerner Mutmacher für die weiteren Aufgaben im Kampf um den Ligaerhalt.

Es war eine der unterhaltsamsten Halbzeiten vor der Pause, die der FC Luzern unter der Ägide von Trainer Mario Frick gezeigt. Ausgerechnet gegen den FC St. Gallen, die beste Mannschaft der laufenden Rückrunde, haben die Luzerner so viel Offensivdrang gezeigt wie kaum je zuvor.

Doch das Zwischenresultat war das gleiche wie in den vorangegangenen drei Spielen. Der FCL lag zurück. Wie gegen Lugano und GC hat er sich einen frühen Rückstand eingefangen. Der FC St. Gallen führte 1:0.

0:1 nach Intervention des VAR

Auch dieses Mal fiel der Verlusttreffer auf unnötige Art und Weise. Betim Fazliji köpfelte eine ungefährlich scheinende Flanke an den Arm von Mohamed Dräger. Schiedsrichter Sandro Schärer entschied erst auf Corner, wurde dann aber per Funk vom Video Assistant Referee (VAR) angewiesen, sich die Szene nochmals auf dem am Spielfeldrand stehenden Bildschirm anzuschauen.

Wie zumeist in solchen Fällen kam der Unparteiischen auf seinen Entscheid zurück und pfiff Penalty. Victor Ruiz schob den Ball in der 13. Minute an FCL-Goalie Marius Müller, der in die rechte Torecke abtauchte, vorbei.

Diese Spielentwicklung war keine zwingende. Nach dem Schreckensmoment zum Start – Jérémy Guillemenot hämmerte den Ball nach Ardon Jasharis Ballverlust acht Sekunden nach dem Anstoss über die Latte – übernahm der FCL die Initiative.

Luzerns schnelles 1:1 wegen Offside aberkannt

In der vierten Minute setzte sich Nikola Cumic nach einer Flanke Martin Frydeks auf der rechten Strafraumseite durch und prüfte St. Gallens Goalie Lawrence Zig in der nahen Ecke.

Wenig später war die Situation nach einer Frydek-Flanke eine praktisch identische. Aber dieses Mal nahm Dräger den Ball direkt ab und sah, wie dieser am weiten Pfosten vorbei flog.

Auch das 0:1 steckte der FCL scheinbar locker weg. Kurz danach setzte sich der steil geschickte Asumah Abubakar über rechts durch und bediente Marko Kvasina, der zum 1:1 traf. Doch der Jubel blieb den Luzernern und ihren Fans und der fast 13'500 Zuschauern im Hals stecken. Abubakar startete im Abseits, und das war den Unparteiischen nicht entgangen.

1:1 nach zweiter Intervention des VAR

Dräger und Abubakar vergaben später noch zwei weitere Chancen aus aussichtsreicher Position. Aber auch Marius Müller hinderte Guillemenot mit einer Parade daran, die Führung der St. Galler auszubauen.

In der 56. Minute vergab Kvasina eine weitere ausgezeichnete Gelegenheit, die Partie endlich auszugleichen. Und das auf sträfliche Art und Weise. Eine gut getimte Flanke Drägers brachte der hochaufgeschossene Österreicher mit dem Kopf nicht an Zigi vorbei. Genau für das Verwerten solcher Kopfball-Chancen hat ihn der FCL in der Winterpause geholt. Denn viel mehr Kompetenzen hat Kvasina bislang nicht zeigen können.

Aber das langersehnte 1:1 fiel doch noch. Und nach ähnlichem Muster wie das 0:1. Erst ein Handspiel im Strafraum der Ostschweizer. Dann Schiedsrichter Schärer, der vom VAR darauf hingewiesen wird und auf Elfmeter entscheidet.

Marvin Schulz, der in der Innenverteidigung aushalf, nahm Anlauf. Und sah, wie Zigi seinen Versuch an den Pfosten lenkte. Den Nachschuss brachte Schulz über die Torlinie.

Das Beste der Luzerner zum Schluss

Die Stimmung in der Swissporarena erreichte ihren Höhepunkt. Doch das Spektakel sollte erst noch seinen Lauf nehmen. Nachdem der für Dräger eben erste eingewechselte Silvan Sidler den Ball auf Dejan Sorgic durchsteckte, musste sich Zigi strecken, um den Abschluss des FCL-Stürmers in Corner zu lenken.

Zunächst folgte aber ein weiterer Nackenschlag für die Luzerner. Einen Fehlpass von Filip Ugrinic bestrafte Betim Fazliji in der Folge mit dem 2:1. in der 83. Minute. Wieder sah es danach aus, als belohnte sich der FCL nicht für seinen Aufwand.

Aber weit gefehlt. Dejan Sorgic haut den Ball zwei Minuten Später ins hohe Eck zum abermaligen Ausgleich. Und dann brechen in der Nachspielzeit alle Dämme auf der Allmend. Eine Flanke von Ugrinic spediert Ibrahima Ndiaye per Kopf ins Netz zum 3:2.

Der einzige Wermutstropfen der Geschichte? Nach dem 1:0-Sieg von GC in Genf bleibt der Rückstand der Luzerner sechs Runden bei fünf respektive sechs Punkten (wegen des schlechteren Torverhältnisses) auf Platz 8.

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