FC Luzern
Zum 22. Mal zuerst im Rückstand

FC Luzern verdient sich Ruf als Comeback-König

In der Schlussphase hat der FCL (rechts Marko Kvasina gegen St. Gallens Matej Maglica) das beste Team der Rückrunde noch bodigen können. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Passend zum Thema österliche Auferstehung steht der FC Luzern gegen den FC St. Gallen nach zweimaligem Rückstand wieder auf – und holt sich am Ostermontag den Last-Minute-Sieg. Punkto Moral verdient er deshalb Bestnoten.

Der FCL hat in den letzten drei Spielen jedes Mal zuerst im Rückstand gelegen – und holte sich trotzdem insgesamt fünf Punkte. Diese Tendenz, die Partie nach frühen Gegentoren nicht aufzugeben, spricht für den Kampfgeist der Mannschaft und für den Zusammenhalt, den Mario Frick beim Kader geweckt hat. Und dies, obwohl Frick erst noch die Mentalität seines Teams bemängelt hat (zentralplus berichtete).

Strahlende Spieler und Trainer

Der Cheftrainer meinte nach der Partie, dass der FCL das Glück auf seiner Seite gehabt hatte, um trotz erneuten Rückschlägen und Fehlern das Spiel noch drehen zu können. Luzern konnte mit GC mitziehen und drei sehr wichtige Punkte zu Hause behalten. Nach so einer Leistung sei es schwierig, unzufrieden zu sein mit der Teamleistung, so Frick.

Auch die Spieler standen nach der Partie strahlend für die Fragen der Presse bereit und machten grosse Komplimente an die Mannschaft. Marvin Schulz und Denis Simani schwärmten beide von der Atmosphäre im Team und der herausragenden Moral, welche die gesamte Truppe durch ein Wechselbad der Gefühle trage.

Selbstkritik muss sein

Also Ende gut, alles gut? Nicht ganz. Wie auch an vergangenen Spieltagen war sich der FCL erneut selbst der grösste Feind. Wieder ging es lange, bis die Luzerner das Tor fanden. Trotz sehr viel Arbeitsaufwand über fast die gesamte Spielzeit erzielte der FCL über die ersten 75 Minuten keinen Ertrag. Das Team machte zu wenig aus den Möglichkeiten und Spielanteilen.

Und wie beurteilen die Spieler die Leistung der Mannschaft selbst? Simani meinte, dass sie nicht genau wüssten, wieso es oftmals nicht von Beginn an klappe und weshalb sie abermals einen frühen Rückstand hätten hinnehmen müssen. «Der Aufwand, der vom FC Luzern betrieben wird, um unsere Tore zu erzielen, ist um Welten grösser als derjenige des FC St. Gallen. Trotzdem wird es am Schluss wieder so knapp.»

Eine gute Begründung zu den Startproblemen fehlte nach der Partie auch dem Trainer. Frick sagte, dass sie zu viele Fehler machten, dem Gegner zu viel anböten und im eigenen Angriff zu inkonsequent seien. Am Schluss zählen aber hauptsächlich die drei Punkte. «Nach einem Spiel wie diesem gehen alle Fans zufrieden nach Hause und kommen auch gerne wieder.»

Sieg des FC Luzern gegen FC St. Gallen kommt von der Bank

Eine Erklärung scheint zu fehlen, wieso es der Offensive nicht so recht gelingen will, ernsthafte Torchancen zu generieren und daraus Kapital zu schlagen. In der ersten Hälfte schaffte der FCL den wichtigen Ausgleich nicht, obwohl die Mittel da waren.

So rückte Nikola Cumic auf die 10er-Position nach und ersetzte den ausgefallenen Samuele Campo. Der 23-Jährige hatte deutlich mehr Zugriff aufs Spiel und schien mehr Affinität zum offensiven Mittelfeld zu haben als zur Sturmspitze. An Möglichkeiten, sein Können zu zeigen, schien es eigentlich nicht zu fehlen.

Die Tore fielen allerdings erst, nachdem Frick wie bereits in den letzten Spielen auch einen Systemwechsel vorgenommen hatte, durch mehrere Einwechslungen. Filip Ugrinic stiess zu Ardon Jashari ins defensive Mittelfeld. Varol Tasar und Ibrahima Ndiaye rückten nach aussen und brachten Tempo über die Flügel. Dejan Sorgic ersetzte zudem Marko Kvasina als alleinige Sturmspitze. Mit den frischen Kräften schien der Knoten gelöst zu sein und der FC Luzern zwang sich zu seinem Glück.

Der Torjubel des Trainers beim 3:2-Siegtreffer durch Ndiaye stand sinnbildlich für diese Erleichterung. Frick stürmte auf den Rasen und feierte ausgelassen mit Spielern und Staff auf dem Spielfeld. Der FC Luzern setzte mit dem Sieg ein Ausrufezeichen im Abstiegskampf und hinterliess mit dem Mutmacher den Eindruck, dass fast jede Herausforderung zu schaffen ist. Ob es nun die Relegation sein wird oder nicht.

Verwendete Quellen
  • Matchbesuch in der Swissporarena
  • Gespräche mit Mario Frick, Denis Simani und Marvin Schulz
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