FC Luzern
«Mehr als 52 Prozent» fordern eine Veränderung

Breite Front aus FCL-Fans formiert sich gegen Alpstaeg

Ein Bild vom Sommer 2015: Wenige Monate später brach der Konflikt zwischen Bernhard Alpstaeg und der Gruppe um Marco Sieber im FCL-Aktionariat los. Wie wir wissen ist dies nicht der letzte Knatsch. (Bild: Daniela Frutiger/freshfocus)

Mehrheitsaktionär Bernhard Alpstaeg will an einer ausserordentlichen Generalversammlung den gesamten FCL-Verwaltungsrat abwählen lassen. Er macht mit seinen Aussagen und Forderungen Feuer im Dach auf der Allmend. Nun formieren sich die Fans unter dem Titel «zäme meh als 52 Prozent».

Am 3. November ist beim FCL eine ausserordentliche Generalversammlung geplant. Ein Traktandum ist die gesamte Abwahl des Verwaltungsrats um Präsident Stefan Wolf. Diese Forderung kommt von Mehrheitsaktionär Bernhard Alpstaeg und sorgt für ordentlich Zoff auf der Allmend (zentralplus berichtete), und zwar bei den Fans und dem FCL selbst.

So hat sich beispielsweise Mit-Aktionär und Vize-Präsident Josef Bieri gegenüber der «Luzerner Zeitung» geäussert: «Wir hoffen, dass Bernhard Alpstaeg doch noch zur Einsicht kommt, was er mit diesem Vorgehen alles zerstören würde.» (zentralplus berichtete)

Eine breite Front formiert sich gegen Alpstaeg

Der Wind gegen den Mehrheitsaktionär frischt jetzt massiv auf. So formieren sich nun Fans des FCL unter dem Titel «zäme meh als 52 Prozent». Der Verbund schreibt in einer Medienmitteilung: «Die aktuellen Geschehnisse offenbaren einmal mehr exemplarisch, was am FCL-Konstrukt grundlegend falsch und gefährlich ist: dass eine einzige Person alles entscheiden kann. Über die Köpfe aller anderen hinweg.»

Der Verbund formuliert drei Hauptziele:

  • Abkehr vom Mehrheitsaktionärs-Modell
  • Festhalten am aktuellen Verwaltungsrat
  • Stärkung der Mitentscheidungsrechte aller FCL-Fans

Auch werden im Schreiben die FCL-Fans aufgefordert, am 3. November auf die Allmend zu kommen, wo am Abend die ausserordentliche Generalversammlung stattfinden wird, die wohl in die Geschichte des Vereins eingehen wird.

Wer steckt hinter «zäme meh als 52 Prozent»?

Es werden wohl viele diesem Aufruf folgen. Der Verbund spricht den Fans aus dem Herzen. Wer steckt aber hinter «zäme meh als 52 Prozent»? Einen konkreten Namen gibt es auf Nachfrage von zentralplus nicht. Also haben wir bei den Fans nachgefragt.

Ein grosser Fan ist Luki Linder, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Henrik Belden. Er steht seit Jahren mit Haut, Haar und Gitarre hinter seinem Fussballverein und unterstützt auch den Verbund «zäme meh als 52 Prozent» aktiv. Wer diese Vereinigung gegründet hat, kann er uns auch nicht verraten. «Ich weiss nicht, wer genau hinter der Aktion steckt, aber ich weiss, dass sehr viele FCL-Fans verschiedenster Couleur im Verbund sind.»

«In meinen Augen ist die Zeit gekommen für Herrn Alpstaeg, den Platz frei zu machen für neue Leute.»

Luki Linder, FCL-Fan

Dass sich innerhalb kurzer Zeit viele Fans zusammengeschlossen haben, freut Luki Linder. «Es zeigt einmal mehr auf, was für eine grossartige, kreative und leidenschaftliche Fanszene rund um den FCL herrscht. So geht Herzblut für seinen Verein. Ich bin stolz, ein kleiner Teil davon zu sein. Es zeigt für mich Fankultur und Verbundenheit auf höchster Ebene.»

Fans schockiert über Alpstaegs Aussagen

Dass Alpstaeg auf der Allmend für derart Turbulenzen sorgt, stösst den Fans sauer auf. Es überrascht gleichzeitig, da der FCL vor nicht allzu langer Zeit in einer meisterlichen Euphorie steckte. So schreibt der Verbund: «Quasi über Nacht herrschen auf der Allmend daher wieder Chaos statt Euphorie, Zwietracht statt Einheit, Gegeneinander statt Miteinander.»

Auch Luki Linder findet klare Worte über das Handeln des Mehrheitsaktionärs: «Ich bin schockiert und traurig, was Bernhard Alpstaeg für eine One-Man-Show fährt. Für mich kommt das aus dem Nichts. Es ist hinlänglich bekannt, dass der FCL, wie er heute ist, kein Problem hätte, den Ausstieg von Bernhard Alpstaeg aufzufangen.» Es würden genügend Leute aus der Innerschweiz bereitstehen, um für den FCL in die Bresche zu springen und den Club auf breiten Schultern abzustützen. «Das ist mein Wunsch von ganzem Herzen.»

FCL steht vor einer spannenden Generalversammlung

Die Fan-Seele kocht auf der Allmend und so wird es wohl an der ausserordentlichen Generalversammlung spezielle Szenen geben. Es ist zu erwarten, dass die Anhänger des Clubs lautstark gegen Bernhard Alpstaeg ein Zeichen setzen werden.

Die Angst, dass der Mehrheitsaktionär tatsächlich den gesamten Verwaltungsrat spicken könnte, ist berechtigt. «Er hat 52 Prozent, theoretisch kann er das», sagt Linder gegenüber zentralplus. Und weiter: «Aber ich appelliere hier direkt an Bernhard Alpstaeg, dass er zur Gesinnung kommt und unseren geliebten FCL durch eine solche Handlung nicht an die Wand fährt und die gute Arbeit, die geleistet worden ist von Stefan Wolf und seinem Team nicht zunichte macht und den FCL zehn Jahre zurückwirft. In meinen Augen ist die Zeit gekommen für Herrn Alpstaeg, den Platz frei zu machen für neue Leute.»

Bleibt zu hoffen, dass die Fans des FCL bald wieder laut werden können, weil sie ihren Club auf dem Fussballplatz unterstützen. Mögen, wie es Henrik Belden gesungen hat, die Fans bald wieder mit ihrem «blau-wiise Schal» in der Allmend sitzen.

Verwendete Quellen
  • Mail an Verbund «zäme meh als 52 Prozent»
  • Telefonat mit Luki Linder
  • Medienmitteilung «zäme meh als 52 Prozent»
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