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FC Luzern: Wilde Gerüchte um Mirco Stierli
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Mirco Stierli dementiert die Gerüchte des «Blicks» energisch. (Bild: Martin Meienberger)

Walter Stierlis Sohn steht ungewollt im Blickpunkt FC Luzern: Wilde Gerüchte um Mirco Stierli

4 min Lesezeit 06.07.2016, 15:28 Uhr

Walter Stierlis Sohn Mirco wird neuer CEO des FC Luzern. Dieses Gerücht hat der «Blick» lanciert – doch laut Mirco Stierli ist es komplett falsch.

Es geht mal wieder was beim FC Luzern.«Der FC Luzern hat wieder einen Stierli als Boss. Mirco Stierli wird neuer CEO», titelt der «Blick am Abend» diesen Mittwoch. Das wäre eine sehr interessante Personalie. Wäre.

Wir erinnern uns: Anfang Jahr wurden zuerst Sportchef Rolf Fringer und kurz darauf Assistenztrainer Roland Vrabec rausgeschmissen. Dann musste Anfang Juni auch FCL-Präsident Ruedi Stäger den Hut nehmen. Der neue starke Mann beim FCL heisst seither Phlipp Studhalter. Der Luzerner Anwalt ist nun nicht mehr nur Präsident der FCL-Holding, sondern auch des Clubs.

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Vater Stierli gilt auch als Vater des Stadions

Bislang sitzt Mirco Stierli «nur» im Verwaltungsrat der Swisspor-Arena Events AG. Diese vermarktet den FCL und das Stadion. In dieser AG ist Stierli in einem Kleinpensum unter anderem dafür verantwortlich, neue Firmen als Sponsoren für den FCL zu aquirieren. Da würde es natürlich passen, dass er zum Geschäftsführer des FCL befördert würde.

«Ich wurde für dieses Amt vom FCL gar nie angefragt.»

Mirco Stierli

Doch am Gerücht ist nichts dran, wie Mirco Stierli auf Anfrage von zentralplus mit Nachdruck betont: «Ich wurde für dieses Amt vom FCL gar nie angefragt. Zudem für mich klar ist, dass ich mich auf mein Familienunternehmen, die S&P Insurance, konzentrieren will.» Diese Firma führt Mirco zusammen mit seinem Vater und einem Geschäftspartner (siehe Box). Würde Mirco Stierli den neuen 100-Prozent-Job beim FCL annehmen, müsste er das Familienunternehmen verlassen. «Aber das ist kein Thema, diese Firma ist meine Zukunft.»

Mirco Stierli ist der Sohn von Walter Stierli, der von 2005 bis 2012 Präsident des grössten Innerschweizer Fussballclubs war. Stierli gilt als «Vater» der neuen Swissporarena, er hatte massgeblichen Anteil an der Realisation des 2011 eingeweihten Stadions.

2013 übergibt Mirco Stierli Ivo Furrer, CEO Swiss Life Schweiz, als neuem Co-Sponsor ein Präsent zum Vertragsabschluss. (Martin Meienberger/meienberger-photo.ch)

2013 übergibt Mirco Stierli Ivo Furrer, CEO Swiss Life Schweiz, als neuem Co-Sponsor ein Präsent zum Vertragsabschluss. (Martin Meienberger/meienberger-photo.ch)

(Bild: Martin Meienberger)

Das Amt des Geschäftsführers/CEO soll beim FCL wieder eingeführt werden. Denn vor Ruedi Stägers Antritt im Dezember 2013 hat Thomas Schönberger diesen Job jahrelang ausgeübt. Dann aber dachten sich die FCL-Verantwortlichen, Stäger könne gleichzeitig Präsident und CEO sein. Und Schönberger verliess Luzern Richtung FC Zürich.

Harte Schicksalsschläge für Familie

Mirco Stierli arbeitet im Betrieb seines Vaters Walter Stierli, der S&P Insurance Group AG mit Sitz in Kriens. Firmengründer Walter Stierli ist dort Verwaltungsratspräsident, sein Sohn Mitinhaber und Geschäftsführer für die Bereiche Finanzen und Personalwesen. Die gesamte Holding wird seit Anfang 2011 von Mirco Stierli und Markus Thumiger geführt.

Die Familie Stierli musste sehr harte Schicksalsschläge hinnehmen. 2003 nahm sich Sohn Reto das Leben, 2009 tat es ihm Sohn Claudio gleich. Im grossen Interview mit zentralplus sagte Stierli dazu: «Die eigenen Kinder zu verlieren, ist etwas vom Schlimmsten, das einem passieren kann. Es war vielleicht eine Flucht für die Verarbeitung, dass ich mir danach für den Stadionneubau ein sehr grosses Arbeitspensum aufgeladen habe.»

Stäger holte zu wenig Sponsoren

Doch Stäger erfüllte die an ihn gerichteten Erwartungen zu wenig. Es gelang ihm in seinem 60-Prozent-Pensum nicht, den FCL finanziell wieder auf gesunde Beine zu stellen. «Es ist mir nicht in genügendem Ausmass gelungen, Mäzene zu finden, die dem FCL finanziell unter die Arme greifen. Das habe ich unterschätzt», räumte Stäger ein (hier gehts zum Artikel).

Mehr Gelder aufzutreiben wäre aber dringend nötig: Jährlich fehlen in der Vereinskasse rund 2 Millionen Franken. Diese werden jeweils vom FCL-Verwaltungsrat rund um Hauptaktionär und Stadion-Namensgeber Bernhard Alpstaeg, Philipp Studhalter, Samih Sawiris, Marco Sieber, Josef Bieri und Hans Schmid gedeckt. Davon hat der Verwaltungsrat aber genug.

Ruedi Stäger und Philipp Studhalter geben den Medien Auskunft.

Ruedi Stäger und Philipp Studhalter geben den Medien Auskunft.

(Bild: lwo)

Oder wie es Philipp Studhalter an Stägers Absetzungs-Pressekonferenz sagte: «Wir haben eine sensationelle Saison hinter uns. Nun aber müssen wir uns auch langfristig entwickeln. Ich will den ganzen Club überblicken und versuchen, mehr Effizienz hinzubringen.» Laut Studhalter kamen die FCL-Bosse auch zur Einsicht, dass «der FCL nicht in einem 60-Prozent-Pensum geführt werden kann».

Gefragt sind mehr Sponsoren

Nun soll es also nicht Mirco Stierli, sondern ein anderer mit der Firmen- und Wirtschaftswelt gut vernetzter Profi richten. Der FCL-Verwaltungsrat führt diesbezüglich schon länger Abklärungen. Wie Studhalter kürzlich gegenüber zentralplus sagte, liegt es klar am neuen Geschäftsführer, mehr Sponsoren und Investoren an Bord zu holen. Das ist zweifellos eine Herkulesaufgabe. Denn mit den ständigen Schlagzeilen rund um den Club ist es nicht einfach, Geldgeber von einem Investment für den FCL zu überzeugen.

«Vom ‹Blick› hat nie jemand bei mir nachgefragt.»

Mirco Stierli

Jedoch wäre der Zeitpunkt dafür günstig. Der FC Luzern nimmt bekanntlich mal wieder eine Anlauf, um in der Europa League durchzustarten. Eine Qualifikation für die Gruppenspiele würde in der Öffentlichkeit für viel Goodwill sorgen – und 2,5 Millionen Franken Einnahmen dank der Antrittsgage.

Geehrt und genervt

Mirco Stierli sind die Gerüchte um seine Rolle beim FCL einerseits unangenehm. «Das verunsichert die Geschäftskunden und Mitarbeiter bei der S&P Insurance.» Diese gelte es nun aufzuklären. Andererseits ehre es ihn auch, dass er für das Amt des FCL-CEO gehandelt werde. «Das heisst, dass man es mir zutrauen würde.»

Wie der «Blick» auf die Falschmeldung gekommen ist, kann sich Stierli nicht erklären: «Zumal von dort nie jemand bei mir nachgefragt hat.» Er nimmts jedoch mit Humor und sagt: «Ich werde mir nun eine Ausgabe der Zeitung organisieren und den Beitrag einrahmen und aufhängen.»

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