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Nachwuchsarbeit macht sich bezahlt
FC Luzern: Die nächsten Talente klopfen an die Tür der 1. Mannschaft

Severin Ottiger besticht auf dem Platz durch sein robustes Spiel.
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Severin Ottiger besticht auf dem Platz durch sein robustes Spiel. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Mit Filip Ugrinic, Lorik Emini und Marco Burch haben sich in der aktuellen Saison gleich drei Nachwuchsspieler nachhaltig in der ersten Mannschaft des FCL etablieren können. zentralplus stellt einige der vielversprechendsten FCL-Talente der nächsten Generation vor und zeigt, warum diese froh sein können, dass Franck Ribery vor zwei Jahren nicht in Luzern gelandet ist.

Es ist als grosser Erfolg für einen Verein wie den FC Luzern zu werten, wenn in einer Saison gleich drei Nachwuchsspieler ihren endgültigen Durchbruch in die erste Mannschaft schaffen. Es ist aber noch abzuwarten, ob am Samstag in Bern gegen YB (20:30 Uhr) auch alle drei auf dem Platz stehen werden.

Ugrinic, Emini und Burch durchliefen alle die Nachwuchsabteilungen des Vereins und werden dem FCL hoffentlich einmal eine nette Ablöse generieren. Für einen Ausbildungsverein wie den FC Luzern ist das überlebenswichtig.

Platz in der Nahrungskette gefunden

Die Luzerner scheinen ihren Platz in der Nahrungskette des Fussballs gefunden zu haben und sind nun drauf und dran, sich als Ausbildungsverein einen Namen zu machen.

Sportchef Remo Meyer scheint in diesem Sinneswandel eine wichtige Rolle gespielt zu haben: Der FCL agiert seit seiner Anstellung auf dem Transfermarkt und im Nachwuchsbereich mit viel mehr Realismus und Pragmatismus als zuvor.

Der (Alb)Traum von Franck Ribéry

Vorbei scheinen die Zeiten, als die Luzerner Verantwortlichen schillernde Namen verpflichteten, um sich noch ein letztes Mal in deren verblassendem Glanz zu sonnen.

Es sind nun nur noch vereinzelte FCL-Aktionäre, die immer noch mit dem Kopf in den Wolken leben und von der Verpflichtung eines Franck Ribéry träumten (zentralplus berichtete).

Dass der Franzose mit seinem ausufernden Lohn und seiner exzentrischen Attitüde aber genau die Demut und den Teamgeist untergraben hätte, welcher die aktuelle Mannschaft so stark macht, wurde bei dieser Milchbüechli-Rechnung grosszügig ausgeblendet.

Der auf Instagram omnipräsente und damals 36-jährige Flügelspieler hätte definitiv viele Trikots verkauft und vor Corona auch für einige Spiele die Allmend gefüllt. Für diesen kostspieligen und kurzfristigen Erfolg hätte man wohl aber die langfristige Entwicklung des gesamten Vereins aufs Spiel gesetzt.

Teurer Nachwuchs statt teuere Stars

So gab es zum Glück im Sommer 2019 kein neues Spielzeug für das Aktionariat, sondern es wurden entwicklungsfähige und hungrige junge Spieler ins Team geholt und gleichzeitig die Nachwuchsteams nachhaltig gefördert.

Remo Meyer scheint in Luzern einen klaren, langfristig ausgelegten Plan zu verfolgen und hat auch den Mut, jungen Spielern einen Platz in der ersten Mannschaft anzuvertrauen. Die Früchte dieser Arbeit erntet er nun bereits und wird das wohl auch in Zukunft noch öfters tun können.

Doch wie heisst der nächste Marco Burch oder der nächste Filip Ugrinic? zentralplus stellt einige der spannendsten FCL-Talente vor.

Thoma Monney, Innenverteidiger

Der 1,88 Meter lange Innenverteidiger wirkt auf den ersten Blick etwas behäbig, bei genauerer Beobachtung ist das aber nur seiner Körpergrösse geschuldet. Monney fällt besonders mit seiner robusten Verteidigungsarbeit auf, hat aber auch eine gute Technik und eine saubere Spielauslösung. Der 19-Jährige gehört schon zum erweiterten Kader von Fabio Celestini und könnte sich bald noch weiter aufdrängen.

Severin Ottiger, Rechtsverteidiger

Der Schweizer U17-Nationalspieler wirkt wie der designierte Nachfolger von Christian Schwegler, der Routinier beendet im Sommer seine Karriere. Auf dem Platz besticht Ottiger durch sein robustes Spiel, seinen Vorwärtsdrang und weiss offensichtlich auch, wo das Tor steht. Am vergangenen Wochenende traf der 18-Jährige beim 6:3-Erfolg gegen die St. Galler U18 gleich doppelt. Der Jungspund überzeugt mit seinen Führungsqualitäten und bringt für sein Alter eine ungewöhnlich professionelle Attitüde mit auf den Platz.

Alejandro und Mauricio Willimann, Mittelfeld

Die in Mexiko City geborenen Willimann-Brüder spielen in der U21 (Mauricio) und in der U18 (Alejandro) bereits zentrale Rollen. Die robusten Ballverteiler und Balleroberer verhalten sich für ihr Alter taktisch bereits sehr geschickt. Beide sind Schweizer Nachwuchs-Nationalspieler.

Ardon Jashari, zentrales Mittelfeld

Aktuell wird Jashari von einer leichten Fussverletzung gebremst, ansonsten wäre er wohl in der U21-Mannschaft von Trainer Sandro Chieffo gesetzt. Der 19-Jährige ist sehr agil und trickreich und holt sich die Bälle auch gerne aus der Tiefe. Mit seinen präzisen Pässen könnte er der nächste talentierte zentrale Mittelfeldspieler aus der Luzerner Talentschmiede sein.

Julian Hermann, zentrales Mittelfeld

Ebenfalls nah an der ersten Mannschaft dürfte sich der Luzerner Julian Hermann befinden. Der 19-Jährige hat nicht erst beim 3:2-Erfolg seiner U21 gegen St. Gallen bewiesen, dass er ein Spiel an sich reissen kann. Mit seiner Übersicht und Dynamik schafft er es immer wieder, seine Mitspieler in aussichtsreiche Positionen zu bringen.

Tyron Owusu, offensives Mittelfeld

Der Sohn des ehemaligen SC Kriens Profi Benson Owusu gehört bereits zum Kader der ersten Mannschaft der Luzerner und gilt als das wohl grösste Talent aus dem Luzerner Nachwuchs. Owusu ist ein athletischer 10er mit einem feinen Fuss und einem guten Gespür für den Raum. Aufgrund dieser Qualitäten haben die Luzerner Verantwortlichen den Rechtsfuss mit einem Profivertrag bis ins Jahr 2023 ausgestattet. Aktuell leidet der 17-Jährige an einer langwierigen Entzündung der Peronealsehne. Wann der Schweizer U17-Nationalspieler wieder auf dem Platz stehen wird, ist noch ungewiss.

Ruben und Ronaldo Dantas Fernandes, offensives Mittelfeld

Ebenfalls zu den grossen Talenten zählen diese beiden Brüder und Schweizer U16-Nationalspieler. Sie sind im offensiven Mittelfeld zuhause und überzeugen durch ihre Dribbelstärke, Agilität und Übersicht, haben aber noch Defizite im taktischen Bereich. Ruben (17) durfte schon mehrmals mit der ersten Mannschaft mittrainieren und überzeugte am vergangenen Wochenende beim 3:2-Erfolg der U21 gegen St. Gallen. Ronaldo (16) spielt aktuell vorwiegend in der U18-Mannschaft die Gegner schwindlig. Vor einigen Jahren versuchte sogar ein portugiesischer Spitzenklub die beiden äusserst talentierten Brüder abzuwerben.

Schon einige Talente sind am grossen Sprung von der U21 in die erste Mannschaft gescheitert. Wir dürfen aber gespannt sein, ob eine dieser Nachwuchshoffnungen bald neben Marco Burch, Lorik Emini und Filip Ugrinic einläuft.

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1 Kommentare
  1. juju, 13.05.2021, 20:03 Uhr

    Spannender Text! Hausaufgaben gemacht 🙂

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