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Leserbrief zu den Sparmassnahmen bei der Kultur «Fataler Kahlschlag in der Kulturförderung»

2 min Lesezeit 19.07.2017, 08:43 Uhr

Die Grossstadträte Judith Wyrsch (GLP), Adrian Albisser (SP), Christov Rolla (Grüne) kritisieren die geplante Streichung der Kulturförderbeiträge um 800’000 Franken. Dieser Schritt schade nicht nur der Kulturlandschaft sondern sei auch schlecht für das Gewerbe, schreiben die Parlamentarier in ihrem Leserbrief.

Mit höchstem Befremden haben wir dem Voranschlag zum Kantonsbudget 2017 entnommen, dass 800’000 Franken an Kulturförderbeiträgen per sofort ersatzlos gestrichen worden sind. Und für die nächsten Jahre sieht es keinesfalls besser aus. Das ist keine Reduktion – das ist ein Kahlschlag mit katastrophalen Folgen für die kulturelle Breite und Tiefe in unserem Kanton.

«Kulturleben attraktiv für Wirtschaftsstandort»

Es hat wohl kaum jemand etwas gegen das Ziel, Luzern zu einem wirtschaftsfreundlichen Standort zu machen. Gerade deshalb aber irritiert uns, dass die freischaffende Kultur offenbar nur noch als Belastung für das Budget gesehen und behandelt wird. Denn ein blühendes Kulturleben wirkt sich erwiesenermassen sehr attraktiv auf einen Wirtschaftsstandort aus.

Wer die Wertschöpfung der Kultur unterschätzt, verkauft sich unter Wert und gibt seinen Charakter preis. Wenn der Kanton die Fördergelder dafür jetzt zusammenstreicht, wenn Kultur hier zwar noch studiert, aber nicht mehr ausgeübt werden kann, dann bluten nicht nur Kulturschaffende und Kulturinteressierte, dann ist auch das private Gewerbe betroffen.

Politischer Gesinnungswandel gewünscht

Nicht wenige Papeterien und Copyshops, Musikgeschäfte und Stoffläden, Schreinereien und Elektrofachgeschäfte, Hotels und Beizen bekommen diesen Kulturstopp deutlich zu spüren. Von den Kulturinstitutionen und -veranstaltern quer durch den Kanton ganz zu schweigen.

Wir erwarten, dass die Streichung dieser Förderbeiträge rückgängig gemacht wird. Und wir wünschen uns einen politischen Gesinnungswandel, damit der Kanton seiner selber verschriebenen Strategie, ein «lebendiger Kulturkanton» zu sein, gerecht wird. Andernfalls gibt es nicht die geringste Garantie, dass nach der freien Szene bald auch die grossen Kulturbetriebe, die Museen, die Bibliotheken und letztlich das Überleben der Kultur in unserem Kanton bedroht sind.

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