Fast-Food-Mitarbeiter putzten die Luzerner Altstadt
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Am Freitagmorgen kam einiges an Abfall zusammen. (Bild: zvg)

Clean-Up-Day von US-Gigant Fast-Food-Mitarbeiter putzten die Luzerner Altstadt

3 min Lesezeit 1 Kommentar 18.09.2021, 18:35 Uhr

Mitarbeiter von Mc Donald’s putzten am frühen Samstagmorgen die Luzerner Altstadt. Dass sich das Unternehmen der Müllproblematik annimmt, ist nicht nur aus Sicht des Marketings angemessen. Entsprechend erfreut zeigt man sich bei der Stadt.

Am frühen Samstagmorgen waren für einmal nicht die Mitarbeiter des Luzerner Strasseninspektorats in den Gassen Luzerns unterwegs, sondern eine Truppe der US-Fast-Food-Kette Mc Donald’s. In Koordination mit der Stadt Luzern sammelten rund 45 Mitarbeiter der sechs Filialen im Kanton anlässlich des vom Unternehmen organisierten «Clean-Up-Day», gegen 30 Kilogramm achtlos liegen gelassenen Abfall auf, wie es in einer Mitteilung heisst. Zwischen 6 und 8 Uhr sei man unterwegs gewesen, so das Unternehmen.

«Auch wir mögen saubere Strassen, deshalb begegnen wir dem Gesellschaftsphänomen Littering. Unsere Massnahmen gehen in zwei Richtungen: Erstens versuchen wir die Entstehung von Littering zu vermeiden und zweitens räumen wir auf», lässt sich Karl Fritz, McDonald’s-Lizenznehmer in Luzern, zitieren.

Soziale Verantwortung oder Marketing?

Gemäss dem US-Giganten investiere man in der Schweiz jährlich gut 74’000 Arbeitsstunden in solche Aktionen. Um etwas gegen den Abfall zu unternehmen, stelle man auch freiwillig Abfalleimer in der Öffentlichkeit auf, spanne mit den Behörden zusammen und versuche, das Verpackungsmaterial zu reduzieren.

Dass sich Mc Donald’s der Umweltproblematik annimmt, ist allerdings nicht neu. Seit Jahren setzt sich das Unternehmen auf diese Weise in Szene. So wurde vor einiger der Hintergrund des Logos, zumindest in der Schweiz, von rot auf grün geändert und man wirbt immer wieder mit der angeblichen Nachhaltigkeit der angebotenen Produkte.

Dass sich die Kette um Abfall kümmert, erscheint indes nicht nur aus Sicht des Marketings angebracht, sondern auch aus der Optik der Stadtbewohner. Viele können sich wohl an die Bilder aus dem Lockdown im letzten Frühling erinnern, als die Verpackungen von Mc Donald’s nicht unwesentlich dazu beitrugen, dass die öffentlichen Güselchübel an neuralgischen Orten hoffnungslos überfüllt waren (zentralplus berichtete). Dass der Betrieb der Fast-Food-Restaurants Auswirkungen auf den öffentlichen Raum hat, scheint man offensichtlich erkannt zu haben.

Eine Gruppe war am Löwengraben unterwegs. (Bild: zvg)

Stadt begrüsst die Aktion

Bei der Stadt Luzern begrüsst man die morgendliche Putzaktion. «Am Clean Up Day setzen lokale Aufräumaktionen ein Zeichen gegen Littering und für eine saubere Schweiz. Im Engagement gegen Littering braucht es jede und jeden», heisst es aus dem Stadthaus auf Anfrage. Dank der Koordination habe sie auch definitiv einen Nutzen und es musste nur ein kleiner Aufwand investiert werden.

Ganz so früh wie die Mitarbeiter der Stadt mussten die Mc-Donald’s-Angestellten aber nicht aus den Federn. Denn die Profis beginnen je nach Arbeitstätigkeit jeweils zwischen 4.30 und 6 Uhr in der Früh. Die Arbeitspläne der städtischen Mitarbeiter seien auf die Aktion abgestimmt worden, schreibt die Stadt.

Erinnerst du dich noch an diese Bilder vom Frühling? Dass die US-Fast-Food-Kette mitunter einiges zum Abfall im öffentlichen Raum beiträgt, ist offensichtlich.

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1 Kommentare
  1. Michel von der Schwand, 20.09.2021, 09:02 Uhr

    Netter Marketing-Gag, welcher jedoch das Problem nicht löst. Im Gegenteil: Der Spassgesellschaft wird ein falsches Signal gesandt. Zudem sollte sich «The Big M» mal ernsthaft überlegen, wie nachhaltig der Schrott überhaupt ist. Eine direkte Beteiligung an die Gesundheitskosten (u.a. an die Prävention etc.) wäre eine Alternative. «The Big M» verursacht Adipositas und kostet den Prämienzahler eine ziemlich grosse Stange Geld. Gehört für mich wie das Rauchen zu den Prämientreiber. Kommt noch die ganze Fleischindustrie dazu. Im Vergleich dazu ist diese Putzaktion nur ein lahmer Marketing-Furz. Mehr nicht.

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