Fasnacht in Luzern: Polizei traf auf leisen Monstercorso und lobt Bevölkerung
  • Regionales Leben
Auch wenn das Herz blutete, die Fasnacht 2021 war in Luzern für einmal kein buntes Treiben. (Bild: bic)

Fazit zum Aschermittwoch Fasnacht in Luzern: Polizei traf auf leisen Monstercorso und lobt Bevölkerung

3 min Lesezeit 10 Kommentare 17.02.2021, 11:42 Uhr

Die Lozärner Fasnacht blieb dieses Jahr wegen des Veranstaltungsverbots aus. Einige Herzblutfasnächtler konnten dennoch nicht untätig zuhause sitzen. Im Grossen und Ganzen gibt es aber viel Lob für die Luzerner.

Die zahlreichen Ermahnungen und Aufrufe der Behörden und Vereine haben Wirkung gezeigt: Die Luzerner haben dieses Jahr grösstenteils auf die Fasnacht verzichtet. Wegen Corona und dem damit verbundenen Veranstaltungsverbot waren alle Anlässe abgesagt. Dennoch hatte die Luzerner Polizei über die Fasnachtstage hin und wieder eingreifen müssen.

In der Stadt Luzern sei es vereinzelt zu Menschenansammlungen gekommen, wie es im Fazit der Polizei heisst. Die Beamten hätten den direkten Dialog gesucht oder mit Lautsprecherdurchsagen interveniert. Die Anordnungen seien grösstenteils sehr gut befolgt worden. Am Schmutzigen Donnerstag mussten allerdings zwei Personen vorübergehend festgenommen werden – aufgrund ihres Alkoholpegels und ihres Verhaltens. Vereinzelt hat die Polizei auch Bussen ausgeteilt. Ein Take-away-Betrieb wurde geschlossen, weil er ohne Bewilligung alkoholische Getränke ausgeschenkt hatte.

Auch am Samstag trafen sich einige Menschen in der Altstadt. Die Polizei musste zwei Personen vom Kornmarkt wegweisen, weil sie den Platz trotz mehrmaliger Aufforderung nicht verlassen wollten. Ausserdem mussten zwei weitere Take-aways geschlossen werden, weil die Gäste die Produkte nicht mitnahmen, sondern vor Ort konsumierten. Das führte zu einer Menschenansammlung (zentralplus berichtete).

Monstercorso am Güdisdienstag

Während der Güdismontag ruhig verlief, musste am Dienstag erneut eine Person vorläufig festgenommen werden. Sie hatte sich der Anordnung der Polizei widersetzt und wollte sich weder ausweisen noch kontrollieren lassen. Am Abend schliesslich fand doch noch ein kleiner Monstercorso statt – allerdings deutlich leiser als gewohnt. Einem Aufruf folgend liefen rund 50 Personen summend die Strecke ab, wie die Polizei schreibt. Sie wurden auf die geltenden Bestimmungen aufmerksam gemacht, die auch eingehalten wurden. Gegen 21 Uhr musste die Polizei jedoch auf dem Mühlenplatz intervenieren, weil sich rund 40 Personen versammelt hatten. Sie verliessen den Platz schliesslich auf Anordnung der Polizei.

Im restlichen Kanton Luzern wurden die Bestimmungen ebenfalls gut eingehalten. In mehreren Gemeinden mussten kleinere Veranstaltungen und Treffen aufgelöst werden, wofür die meisten Verständnis gezeigt hätten. In Kriens musste ein Take-away-Betrieb ebenfalls vorübergehend geschlossen werden, weil sich davor eine Ansammlung bildete.

Lob für Fasnächtler und Polizisten

Dass sich die Luzerner so gut an das Veranstaltungsverbot hielten, freut nicht nur die Polizei. «Wir Fasnächtler haben die Reifeprüfung im Kanton Luzern bestanden – solidarisch und verantwortungsvoll», wird Regierungsrat Paul Winiker in der Mitteilung zitiert. «Mein Dank geht an die Zünfte, Fasnachtsgesellschaften und Guugenmusigen. Sie haben mit ihren Aufrufen, in diesem Jahr auf die Fasnacht zu verzichten, massgeblich zum guten Gelingen beigetragen.» Mit den kreativen Ideen der Gruppen, etwa virtuell zu feiern, habe man auch nicht ganz auf die Fasnacht verzichten müssen. Auch die Polizei habe professionell reagiert.

Während sich die Luzerner vorbildlich verhielten, sah dies im Kanton Schwyz anders aus. Dort feierten am Montagmorgen rund 1’000 Fasnächtler oft ohne Maske und mit ungenügendem Abstand in Einsiedeln. Dafür wurden Teilnehmer und Behörden schweizweit kritisiert (zentralplus berichtete).

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10 Kommentare
  1. CScherrer, 17.02.2021, 14:51 Uhr

    Eigentlich hat das Ganze nur etwas aufgezeigt: Diese Fasnachts-Fetischisten und Dauerwerbesendungs-Moderatoren von Tele 1 sind nur noch zum Fremdschämen. Unsäglich was aus einem Kulturgut geworden ist. Getopt von der Wey Zunft, die am Güdis Montag Orangen verteilt und sich darüber empört, dass sie von der Polizei zurecht gewiesen wird. Es scheint, dass gewisse nicht nur zu Corona ihr Hirn ausgeschaltet haben. Peinlicher geht dieser Sauglattismus ein paar Möchtegerne-Sauglatten nicht.

    1. Fasnächtler, 19.02.2021, 08:47 Uhr

      Ein klassischer „Aargauer“…

    2. CScherrer, 22.02.2021, 08:05 Uhr

      @Fasnächtler ?

  2. Paul Bründler, 17.02.2021, 12:20 Uhr

    Kommt drauf an, ob man Obrigkeitshörigkeit als „Vorbild“ betrachtet.
    Ich tue das nicht. Ich nehme mir die Einsiedler als Vorbild.
    Und bevor Sie sich empören: Das Stichwort heisst „Kontrollillusion“. Es gibt überhaupt keinen Beweis, dass der Lockdown irgend etwas mit den „Fallzahlen“ zu tun hat. Es gibt aber Studien die Beweisen, dass kein Zusammenhang besteht (Stanford). Es ist verständlich, dass die Menschen glauben wollen, sie könnten das Virus so „in den Griff“ bekommen, aber die Wissenschaft kann dies nicht belegen.
    Es ist nur Hoffnung, Glauben und Illusion, aber keine nachweisbare Realität.
    Die Kollateralschäden der Massnahmen sind aber bittere Realität.

    1. Groucho, 17.02.2021, 13:37 Uhr

      …auch wenn Sie hier dauernd weiter salbadern, wahrer werden Ihre Aussagen damit nicht.

    2. Paul Bründler, 17.02.2021, 14:29 Uhr

      @Groucho: Sie wissen mehr? Dann erzählen Sie uns doch mal die Wahrheit zu den Lockdowns.

      Ich beziehe mich auf die Studie vom 5. Januar 2021 von Eran Bendavid, Christopher Oh, Jay Bhattacharya, John P. A. Ioannidis.
      „Assessing mandatory stay‐at‐home and business closure effects on the spread of COVID‐19“

      Welche Studie haben Sie? Bin gespannt.

    3. Groucho, 17.02.2021, 23:28 Uhr

      @Bründler: ich weiss wohl gleichviel wie Sie… und, wissen Sie, wieviele Studien zum Thema es mittlerweile gibt ?
      Wie Sie nimmt jeder die Studien als DIE Wahrheit, welche seiner persönlichen Meinung am Besten zupass kommt…
      So will ich hier auch keine Studie zu Rate ziehen – ich habe keinerlei Vertrauen in solcherlei, da es zu jeder die passende Gegenstudie gibt.
      Bei Vorkommnissen mit zuwenig Erfahrungswerten helfen teilweise die Logik und ein gesunder Menschenverstand.
      Worauf führen Sie denn das moderate Sinken der Fallzahlen zurück ?
      Auf „Sühudiumzüge“ wohl eher nicht, oder ?
      Eines ist sicher: nachher sind wir alle schlauer…

    4. Paul Bründler, 18.02.2021, 10:18 Uhr

      @Groucho: Sie wissen es also nicht, greifen mich aber an, die Unwahrheit zu sagen?
      Komisch.
      Ich vertraue doch lieber Top-Wissenschaftlern („Ioannidis gehört zu den meist-zitierten Wissenschaftlern weltweit.“) als „gesundem Menschenverstand“.
      Zu den Fallzahlen: Auch wir haben einen Post-Peak Lockdown gemacht.
      Da das Ganze offenbar in Wellen verläuft, ist man mit dem Lockdown einfach auf den talwärts fahrenden Zug aufgestiegen.
      Man hätte auch eine Ziege Opfern oder Drachenblut trinken können und die Zahlen wären gesunken.
      Das sieht man an sehr gut vergleichbaren Ländern mit unterschiedlichen Massnahmen z.B. South Dakota vs. North Dakota.

    5. Groucho, 18.02.2021, 10:56 Uhr

      @Bründler: vorerst: nie würde ich sagen oder habe gesagt, dass Sie die Unwahrheit verbreiten – die Meinungsfreiheit ist ein so hohes Gut, das es unbedingt zu verteidigen gilt !
      doch: irgendwelche Dogmen in die Welt zu setzen, über Vorkommnisse mit viel zuwenig Erfahrungswerten bringt eben auch nichts, machen also nicht wahrer und tragen höchstens zur Verunsicherung bei – wie die tausend verschiedenen Statements der „Experten“.
      Je mehr Infos ich aus allen Ecken aufnehme, desto unklarer wird die Situation – geht es Ihnen denn nicht ähnlich ?
      Wenn dermassen viele Faktoren eine Rolle spielen – wie sollte man da den Durchblick haben, die sog. Wahrheit erkennen ?
      Eine „Durchseuchung“, zu der Sie offenbar neigen, erscheint mir als eine der törichtesten Ideen – gerade hinsichtlich „Long-Covid“ – worüber Fakten logischerweise noch spärlicher vorhanden sind.

    6. Paul Bründler, 18.02.2021, 11:13 Uhr

      @Groucho: Die „Durchseuchung“ ist nicht eine törichte Idee, sondern das, was die Natur immer gemacht hat und das Leben ist immer weiter gegangen.
      Zu glauben, man käme bei einem Virus wie Sars-Cov2 daran vorbei wäre töricht. Nicht weil es so tödlich ist (wie Ebola etc.) sondern weil es vergleichsweise unauffällig und für die meisten harmlos ist, ist es nicht zu stoppen.
      Ggf. kann die Impfung der „Durchseuchung“ nachhelfen, das ist im Grunde nicht viel anderes.

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