Fasnacht in Einsiedeln: Zuger Nationalrat Gerhard Pfister rügt Alois Gmür
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Gerhard Pfister ist über Gmürs Aussagen wenig erfreut. (Bild: zvg)

Umzug trotz Veranstaltungsverbot Fasnacht in Einsiedeln: Zuger Nationalrat Gerhard Pfister rügt Alois Gmür

2 min Lesezeit 2 Kommentare 16.02.2021, 07:27 Uhr

Gmür war einer von über 1000 Menschen, die am Montag in Einsiedeln am Fasnachtsumzug teilgenommen hatten. Man könne der Zentralschweiz die Fasnacht nicht verbieten, so sein Argument. Seine Zuger und Luzerner Parteikollegen sehen das anders.

Trotz des Veranstaltungsverbots haben sich am Montagmorgen in Einsiedeln über 1000 Menschen zum Fasnachtsumzug getroffen. Die Polizei verteilte rund 100 Bussen, berichten zahlreiche nationale Medien. Am Dienstag teilte die Kantonspolizei Schwyz zudem mit, dass sie nach 20 Uhr im Zentrum des Dorfes wegen einer Menschenansammlung von über 50 mehrheitlich jungen Personen einschreiten musste. Dabei seien die Beamten auch mit Flaschen und Böllern beworfen worden. Zwei Personen kamen in Ausnüchterungshaft. Am Dienstag bleibt die Polizei weiterhin präsent.

Einer, der sich am Montagmorgen ebenfalls unter die Fasnächtler mischte, ist der Mitte-Nationalrat Alois Gmür. Der Schwyzer Politiker rechtfertigt sich gegenüber «20 Minuten»: «Fasnacht in Coronazeiten ist sehr schwierig. Es ist eine traurige Fasnacht. Aber man muss sich trotzdem austoben können.» Und: «In der Zentralschweiz die Fasnacht zu verbieten ist nicht möglich.»

Diverse Medien berichten, dass viele Teilnehmer weder Maske trugen, noch die Abstände einhielten. Dem widerspricht Gmür: Gemäss ihm wurden die Abstände zwischen den Feiernden «mehr oder weniger» eingehalten. Dass dies jedoch nicht überall der Fall war, sieht Gmür nicht so eng: «Wegen dem wird die Schweiz wahrscheinlich in den nächsten Tagen nicht untergehen.»

Parteikollegen kritisieren Verhalten

Mit seiner Haltung kommt Gmür bei Parteikollegen nicht gut an. Allen voran Mitte-Präsident und Zuger Politiker Gerhard Pfister findet Gmürs Aussagen problematisch: «Es ist seine persönliche Entscheidung und entspricht nicht der Haltung der Partei», sagt Pfister zum «Tages-Anzeiger». Gmür habe als Nationalrat eine gewisse Vorbildfunktion. Sein Verhalten sei nicht jenes, das man der Bevölkerung vorschreiben müsse.

Ähnlich klingt es bei der Luzerner Ständerätin und Mitte-Fraktionschefin Andrea Gmür. «Alois Gmür muss selbst die Verantwortung für sein Verhalten übernehmen», sagt sie der Zeitung. Trotzdem kann sie die Einsiedler zumindest teilweise verstehen. «Die Fasnacht in Einsiedeln zeigt, dass die Leute langsam Mühe haben mit den Corona-Einschränkungen.» Damit die Menschen weiter mitmachten, müssten bald Öffnungsschritte folgen.

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2 Kommentare
  1. Otilde, 16.02.2021, 09:34 Uhr

    In Luzern gab es mehr Polizei, wie Fasnächtler.
    Wo waren sie in Einsiedeln?
    Gehen nun viele zum Coronatest? Der Bund kann ja bezahlen.

  2. Kurt Flury, 16.02.2021, 09:16 Uhr

    Kein (ungeeigneter) PCR-Test – keine Labor/Papier-Pandemie.
    So einfach ist das.
    Wette meinen Kopf, dass es so ist!

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