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«Fantastisch, unvorstellbar, ein Traum wird wahr!»
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Voller Vorfreude auf das Achtelfinalspiel gegen Gastgeber Kanada macht sich die Damennati auf nach Vancouver. Remund ist die Dritte von Rechts. (Bild: zvg)

Steinhausen fiebert mit «Fantastisch, unvorstellbar, ein Traum wird wahr!»

5 min Lesezeit 21.06.2015, 16:43 Uhr

Während zwei Wochen rollte der Ball für die Schweizerinnen an der Frauen-WM. Mittendrin: die Steinhauserin Nicole Remund. Was bedeutet die WM für die 25-Jährige? Und wie sieht es mit dem Frauenfussball in der Zentralschweiz aus?

Kurz vor dem Achtelfinale gegen Gastgeberin Kanada hatte zentral+ die Möglichkeit, mit der Zugerin Nicole Remund (25) ein Telefoninterview zu führen.

zentral+: Nicole Remund, erzählen Sie von ihren Eindrücken in Kanada.

Nicole Remund: Ich bin positiv überrascht, es ist sehr schön hier. In Vancouver haben wir etwas mehr Zeit verbracht und deshalb mehr gesehen. Hier in Edmonton hatten wir nur einen kurzen Aufenthalt, doch auch diese Stadt hat ihren Charme.

zentral+: Was für eine Bedeutung hat die WM-Teilnahme für Sie persönlich?

Remund: Es ist das absolute Highlight meiner Karriere – ein Traum wird wahr. Als kleines Mädchen träumt man davon, in die Nati zu kommen. Die WM-Teilnahme war nun der nächste Schritt. Jetzt geht es darum, erfolgreich zu sein und als Sportlerin will man natürlich möglichst jedes Spiel gewinnen.

zentral+: Frauenfussball fristet in der Schweiz eher ein Schattendasein. Mit der WM stehen Sie nun im Rampenlicht. Wie nehmen Sie die gesteigerte Aufmerksamkeit wahr?

Remund: Es ist enorm, die Medienpräsenz ist sehr hoch und die Unterstützung ist riesig. Das freut uns sehr und motiviert. In diesem Ausmass hätte ich das nicht erwartet, aber so ist es umso schöner. Ich hoffe, dass auch für die Zukunft etwas hängenbleibt.

Die 25-Jährige Nicole Remund aus Steinhausen lebt ihren Traum: Sie ist an der Frauenfussball-WM teil der Schweizer Nati und steht vor dem grössten Spiel ihrer Karriere gegen Gastgeber Kanada (Foto: sfv).

Die 25-Jährige Nicole Remund aus Steinhausen lebt ihren Traum: Sie ist an der Frauenfussball-WM teil der Schweizer Nati und steht vor dem grössten Spiel ihrer Karriere gegen Gastgeber Kanada (Foto: sfv).

(Bild: sfv)

zentral+: In Kürze fliegen Sie zurück nach Vancouver, wo es bisher für die Schweiz sehr gut lief. Mit welchen Gefühlen steigen Sie in das Flugzeug?

Remund: Wir reisen mit einem guten Gefühl zurück. Hier in Edmonten haben wir zwar verloren, trotzdem war dies ein wichtiges Erlebnis für uns, aus dem wir viel gelernt haben. Die Niederlage lassen wir nun in Edmonton zurück, mit den gemachten Erfahrungen reisen wir umso stärker nach Vancouver.

zentral+: Im Achtelfinale wartet Gastgeber Kanada. Das Stadion wird mit über 50’000 Zuschauern ausverkauft sein – was erwarten Sie?

«Wir sind optimistisch, Kanada schlagen zu können.»

Remund: Gegen den Gastgeber zu spielen, konnten wir uns im Vorfeld nur erträumen. In einem K.o.-Spiel ist alles möglich und wir glauben an unsere Chance. Dass Kanada Favorit ist, kommt uns möglicherweise entgegen, denn der höhere Erwartungsdruck liegt bei ihnen. Und mit unserer starken Mannschaft sind wir zu allem fähig.

Nicole Remund am Ball. Sie wurde beim 10:1 Sieg gegen Ecuador eingewechselt.

Nicole Remund am Ball. Sie wurde beim 10:1 Sieg gegen Ecuador eingewechselt.

(Bild: zvg)

zentral+: Sie spielen auf der rechten Seite und wurden bisher zwei Mal eingewechselt. Wie gehen Sie mit der Situation um, nicht in der Startelf zu stehen?

Remund: Ich kenne beides. Beim FC Zürich bin ich Stammspielerin, in der Nati war ich es auch schon. Man muss es nehmen, wie es kommt. Wenn ich eingesetzt werde, bin ich bereit.

zentral+: Wie ist es mit der Nervosität? Ist Zuschauen sogar schlimmer?

Remund: Man ist sowieso extrem nervös. Als Spielerin verschwindet die Nervosität mit den ersten guten Szenen. Auf der Ersatzbank ist es schwieriger, man fiebert extrem mit.

«Wir erleben viel Lustiges zusammen», so Nicole Remund, hier rechts im Bild (Bild: Nicole Remund via facebook).

«Wir erleben viel Lustiges zusammen», so Nicole Remund, hier rechts im Bild (Bild: Nicole Remund via facebook).

zentral+: Spüren sie auch den Support aus der Heimat und speziell von Steinhausen?

Remund: Ja, es gibt extrem viele Leute, die sich bei mir gemeldet haben. Auch solche, mit denen ich eigentlich kaum mehr Kontakt hatte. Wie sie die Spiele genau mitverfolgen und ob es sogar Public Viewings gibt, weiss ich nicht. Dass die Spiele meist in der Nacht stattfinden, erschwert es halt schon etwas (lacht).

«Der FCL verfügt insbesondere über eine sehr gute Nachwuchsarbeit, welche das Fundament von erfolgreichem Fussball bildet.»

zentral+: Wie steht es im Allgemeinen um den Frauenfussball in der Zentralschweiz – sie persönlich spielen ja beim FC Zürich?

Remund: Mit Lara Dickenmann (Kriens), Ramona Bachmann (Malters), Sandra Betschart (Cham) und mir (Root, Kriens) wurden vier aktuelle Nationalspielerinnen in der Zentralschweiz ausgebildet.  Daran sieht man schon, dass seit Jahren gute Arbeit geleistet wird. Heute haben sich die FC Luzern Frauen etabliert. Der FCL verfügt insbesondere über eine sehr gute Nachwuchsarbeit, welche das Fundament für erfolgreichen Fussball in der Schweiz bildet. Es wäre schön, wenn dies so bleiben würde.

Traum jäh geplatzt

Das Achtelfinale gegen Kanada hat mittlerweise stattgefunden. In einer ausgeglichenen Partie unterlag die Schweiz mit 0:1. Nicole Remund kam nicht zum Einsatz.

zentral+: Wie sah und sieht ihre Karriereplanung aus?

Remund: Es war schon als 6-Jährige mein Wunsch, Profifussballerin zu werden. Irgendwann muss man sich zwischen Beruf und Fussball entscheiden. Weil ich immer wieder muskuläre Probleme hatte, entschied ich mich nach der U19-Nati, den beruflichen Weg zu priorisieren. Inzwischen läuft es aber auch gesundheitlich wieder und ich bin mit dem FC Zürich sehr erfolgreich (Anm. der Red.: Der FCZ ist aktueller Meister und Pokalsieger). Meinen Vertrag habe ich nochmals um ein Jahr verlängert, was nachher kommt, wird man sehen.

zentral+: Zurück nach Kanada. Wir hoffen natürlich, dass die Schweiz noch lange im Turnier bleibt. Wie läuft es eigentlich so innerhalb der Mannschaft?

Remund: Sehr harmonisch. Alle sind immer sehr fokussiert auf das nächste Spiel, gleichzeitig erleben wir aber auch viel Lustiges zusammen.

zentral+: Und haben Sie auch mal Freizeit und können touristischen Aktivitäten nachgehen?

Remund: Im Moment haben wir natürlich wenig Freizeit, da wir sehr akribisch auf den Achtelfinal gegen Kanada vorbereitet werden. Daher sind wir dann auch mal froh, einfach im Hotelzimmer zu bleiben. In der ersten Woche in Vancouver waren wir öfters unterwegs und haben auch mal Velos gemietet, um die Stadt zu erkunden.

In ihrer Freizeit haben die Damen auch mal Zeit, Kanada zu erkunden. Und das Selfie knipsen haben sie sichtlich im Griff. Im Vordergrund Nicole Remund (Foto: Remund via Facebook).

In ihrer Freizeit haben die Damen auch mal Zeit, Kanada zu erkunden. Und das Selfie knipsen haben sie sichtlich im Griff. Im Vordergrund Nicole Remund (Foto: Remund via Facebook).

(Bild: Nicole Remund via Facebook)

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