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FCL-Trainer Seoane folgt YB-Lockruf Fans sind zu Recht sauer

2 min Lesezeit 01.06.2018, 16:54 Uhr

Es ist die Meldung des Tages: FCL-Coach Gerardo Seoane wechselt zum Meister. Er verlässt Luzern nach nur einer halben Spielzeit. Die Fans sind ausser sich. 

Gerardo Seoane wird neuer YB-Trainer. Diese Meldung kommt unerwartet und trifft den FCL schwer. Erst in der Winterpause machte man den 39-Jährigen zum Cheftrainer. Dank einer überragenden Rückrunde führte er den Club aus dem Abstiegssumpf auf den guten dritten Rang.

Nun der Wechsel. Seoane kann dem Lockruf des Meisters nicht widerstehen. In Fan-Foren wird der scheidende FCL-Coach hart attackiert. «Charakterlos und undankbar» sei er. Auch Geldgier wird ihm vorgeworfen. Und das sind noch die netteren Worte.

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Seoane hat keine Krise überstanden

Der Unmut ist nachvollziehbar. Es ist in der Tat nicht die feine Art, den Verein, welcher Seoane den Weg in die Super League ermöglichte, nach nur viereinhalb Monaten wieder zu verlassen. «Er lebt den FCL», sagte Sportkoordinator Remo Meyer bei der Vorstellung von Seoane als neuem Trainer. Der Ur-Luzerner sollte das Gesicht der Vision 2021 werden. Nun ja.

Seoane hat als Trainer zweifelsohne Potenzial. Er hat beim FCL gezeigt, dass er Talenten Vertrauen schenkt und sie stärker macht. Über eine längere Zeit hat er sich jedoch noch nicht bewiesen. Es wird sich herausstellen müssen, ob er eine Mannschaft auch langfristig verbessern kann. Er scheint davon überzeugt. Dass er sich YB zutraut, zeugt von einem gesunden Selbstvertrauen. Andere nennen es Übermut. 

YB ist eine attraktive Braut

Reisende soll man nicht aufhalten. Und YB ist nun wahrlich keine schlechte Adresse für einen Trainerneuling. Die Perspektiven des Hauptstadtclubs sind grossartig. Dank dem Meistertitel hat man nächste Saison die Chance an die Honigtöpfe der Champions League zu gelangen. Zudem haben die Berner vielversprechende Talente (Sow, Nuhu oder Mbabu) in ihren Reihen, welche sich weiter verbessern werden. Falls sie denn bleiben. Und wenn nicht, hat man eine gefüllte Transferkasse, mit der man sich der Aufgabe stellen kann, dem FC Basel auch die nächsten Jahre einen packenden Kampf um die Meistertrophäe zu liefern. Titel gewinnen – ein Ziel, das bei YB definitiv einfacher zu erreichen ist als in Luzern. Seit dieser Saison darf man dies wieder sagen.

Ohne Risiko ist das Engagement Seoanes in der Bundeshauptstadt indes nicht. Während beim FCL der Nichtabstieg in jeder Saison Hauptziel Nummer eins ist und es ganz offen gesagt Ende Saison nicht so eine grosse Rolle spielt, ob man vierter oder siebter ist, ist die Erwartungshaltung in Bern klar. Dementsprechend steht auch der Trainer immer unter Druck. YB will die Nummer eins des Landes sein. Dies ist auch der Anspruch von Trainer Gerry Seoane. Das hat er mit seinem Wechsel deutlich gemacht. Seine persönlichen Ambitionen sind grösser als seine Treue zum FCL.

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