«Falsches Zeichen»: Heizpilze bleiben in Luzern verboten
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Die Gäste unter der Egg müssen sich wohl bald warm anziehen – ausser der Wirt setzt auf Holzpellets. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Kantonsrat lehnt temporäre Ausnahme ab «Falsches Zeichen»: Heizpilze bleiben in Luzern verboten

3 min Lesezeit 08.09.2020, 11:09 Uhr

Das Klima steht über der Gastronomie: Der Kanton Luzern will am Verbot von Heizpilzen festhalten. Er serviert Wirten aber eine Alternative.

Die Gastronomie leidet unter der Coronakrise. Im Sommer konnten viele Restaurants mehr Gäste auf ihren Terrassen empfangen. Damit es dort auch im nahenden Herbst und Winter gemütlich ist, wollten die SVP – und Vertreter der Branche – das Verbot von Heizpilzen im Freien temporär aufheben (zentralplus berichtete).

Ein Vorschlag, der auch in anderen Städten aufkam – und der manche in eine verzwickte Lage bringt. «E huere giftige Vorstoss», sagte stellvertretend GLP-Sprecher Urs Brücker (GLP) am Dienstag im Luzerner Kantonsrat. Gerade für seine Partei, die sich bekanntlich sowohl die Umwelt als auch die Wirtschaft auf die Fahne schreibt, die deshalb für einen Zwischenweg plädierte.

Klima hat Priorität

Klarer äusserten sich die anderen Fraktionen – nicht nur auf linker, sondern auch auf bürgerlicher Seite. CVP und FDP lehnten das Anliegen ab, um kein Präjudiz zu schaffen und das Energiegesetz bereits wieder auszuhebeln.

Der Luzerner Regierungsrat räumt dem Kampf gegen Klimawandel ebenfalls höhere Priorität ein. «Es ist das vordringlichste Ziel des geltenden Energiegesetzes, den Ausstoss von Treibhausgasen im Kanton Luzern zu senken.» Es sei der Kantonsrat selber gewesen, der das Netto-Null-Ziel bis 2025 beschlossen und den symbolischen Klimanotstand ausgerufen habe.

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Von einem Zulassen von Heizungen im Freien sei deshalb weiterhin abzusehen. «Es wäre ein Schritt zurück und ein falsches Zeichen», hält der Regierungsrat unmissverständlich fest. «Denn gerade Heizungen im Freien und insbesondere Heizpilze schneiden betreffend Ausstoss von Treibhausgasen und betreffend Einhaltung der Luftreinhalteverordnung besonders schlecht ab». Und letztlich seien Heizpilze auch hinsichtlich der Verbreitung des Virus nicht förderlich, sagte Umweltdirektor Fabian Peter (FDP), da sie «das nahe Beieinanderstehen eher fördern als verhindern».

Es gibt eine Ausnahme

Allerdings lässt das aktuelle Gesetz bereits heute Ausnahmen zu: So sind Heizpilze im Aussenbereich von Restaurants zulässig, wenn sie mit Holzpellets betrieben werden.

Der Regierungsrat hält solche Pellet-Pilze für einen gangbaren Weg. Die Mehraufwände für die Beizer würden sich in Grenzen halten – zumal der Bedarf für Heizungen im Freien laut Regierung nicht nur kurzfristig bestehen dürfte. Er geht davon aus, dass die Restaurants ihre vergrösserten Aussenflächen – zumindest teilweise – noch länger betreiben werden.

Umso wichtiger sei es, Lösungen zu finden, die mit den Klimazielen vereinbar seien. Und an solchen mangelt es offenbar nicht. Nebst Decken und Fellen, die der Luzerner Stadtrat Adrian Borgula kürzlich als Alternativen erwähnte, wurden am Dienstag auch Finnenkerzen und Feuerschalen genannt. Für romantische Stimmung dürfte diesen Winter also – auch ohne Weihnachtsmärkte – gesorgt sein.

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